Berlin-Hack: 5,8 Terabyte gestohlene Daten mit Passwörtern im Netz
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 12:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem massiven Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz hat sich die Sicherheitslage am Montag weiter verschärft. Unbekannte Täter veröffentlichten am 7. September 2026 ein weiteres Paket mit gestohlenen Daten im Internet.
Nach vorliegenden Informationen umfasst dieser neue Datensatz insbesondere sensible Zugangsdaten, darunter Nutzernamen und Passwörter. Die Berliner Behörden haben damit begonnen, die betroffenen Personen über den Vorfall zu informieren.
Bereits am vorangegangenen Wochenende war es zu mehreren Veröffentlichungen gekommen. In der Nacht zum 6. September wurde ein Datenpaket im Netz zugänglich gemacht, dessen Urheber zunächst unklar blieb, wobei Sicherheitskreise eine Verbindung zur Hackergruppe Rhysida vermuten.
Diese Gruppe hatte bereits am 4. September den ersten großen Datensatz online gestellt. Der Umfang dieser ersten Veröffentlichung wurde auf rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Gesamtvolumen von 5,8 Terabyte beziffert.
Massive Auswirkungen auf Verwaltung und Sicherheit
Der Berliner Senat reagierte auf die jüngsten Entwicklungen mit einer deutlichen Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen. Insbesondere in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wurden Vorkehrungen getroffen, die zu Einschränkungen bei behördlichen Fachverfahren führen können. In der Berliner Bauverwaltung wird ebenfalls mit Beeinträchtigungen im Dienstbetrieb gerechnet.
Die Tragweite des Datenabflusses gilt als erheblich. Unter den seit dem 4. September veröffentlichten rund 1,4 Millionen Dateien befinden sich nach Angaben von Beobachtern Personalakten, Ausweisdokumente, Gehaltsabrechnungen sowie Daten zu verschiedenen Bauprojekten.
Darunter sollen auch 550 Dateien sein, die sich konkret auf die Erweiterung des Bundeskanzleramts beziehen. Weitere Dokumente enthalten Arbeitsverträge, E-Mails und vertrauliche Informationen zu kritischer Infrastruktur, zum Zivilschutz sowie zum Rüstungssektor.
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Politische Vertreter bezeichneten den Vorfall als „Daten-Super-GAU“ und warnten davor, dass durch das Ausmaß der geleakten Informationen die nationale Sicherheit gefährdet sein könnte. Der SPD-Vorsitzende Krach forderte infolge der Veröffentlichungen einen deutlich verbesserten Schutz für die IT-Systeme der Behörden.
Hintergrund des Angriffs und Ermittlungsstand
Der eigentliche Angriff auf das Berliner Landesnetz erfolgte im Zeitraum vom 7. August bis zum 12. August 2026. Die verantwortliche Hackergruppe Rhysida hatte im Anschluss an die Infiltration ein Lösegeld in Höhe von 30 Bitcoin gefordert, was zum damaligen Zeitpunkt einem Wert von rund 2 Millionen Euro entsprach. Da der Berliner Senat die Zahlung verweigerte, begannen die Kriminellen Anfang September mit der schrittweisen Veröffentlichung der erbeuteten Daten.
Die Ermittlungen zu dem Vorfall werden durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) unterstützt.
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Während die Berliner Landesverwaltung massiv betroffen ist, teilten die Sicherheitsbehörden mit, dass die Datensysteme des Bundes nach aktuellem Stand nicht von dem Angriff betroffen seien. Die Bundesregierung prüfe dennoch vorsorglich die eigenen IT-Systeme.
Empfehlungen für Betroffene
Das BSI warnte angesichts der veröffentlichten Zugangsdaten vor einer erhöhten Gefahr durch Identitätsdiebstahl und gezielte Phishing-Angriffe. Experten raten betroffenen Bürgern und Mitarbeitern der Verwaltung dringend dazu, ihre Passwörter umgehend zu ändern und, sofern möglich, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.
Zudem wird empfohlen, Kontoauszüge sowie sonstige finanzielle Transaktionen genau zu beobachten, um unautorisierte Abbuchungen frühzeitig zu erkennen.
