Berlin-Hack, Rhysida

Berlin-Hack: Rhysida fordert 30 Bitcoin für 6 Terabyte Daten

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rhysida verlangt 30 Bitcoin für gestohlene Berliner Verwaltungsdaten. Bei ausbleibender Zahlung droht die Gruppe mit einer Veröffentlichung im Darknet.

Berlin lehnt Rhysida-Forderung nach Cyberangriff ab
Dunkler Serverraum mit inaktiven Serverschränken in einer modernen IT-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach einem schwerwiegenden Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung hat die Ransomware-Gruppe Rhysida ihre Forderungen konkretisiert und droht mit der Veröffentlichung umfangreicher Datenbestände.

Das Land Berlin reagierte mit einer deutlichen Absage an die Erpresser. Während die technischen Analysen andauern, warnen IT-Experten vor den spezifischen Risiken durch entwendete Zugangsdaten und die mögliche Kompromittierung persönlicher Informationen.

Forderungen und Umfang des Datenabflusses

Die Gruppierung Rhysida fordert für die Freigabe der Daten und das Unterlassen einer Veröffentlichung eine Summe von 30 Bitcoin, was einem Gegenwert von etwa 2 Millionen Euro entspricht.

Sollte die Zahlung ausbleiben, drohen die Angreifer damit, rund 6 Terabyte an sensiblen Informationen im Darknet zugänglich zu machen. Nach vorliegenden Berichten umfassen diese Bestände unter anderem 80.000 Dokumente zu Ordnungswidrigkeitsverfahren, 46.500 Verträge sowie rund 6.000 Login-Datensätze.

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Der Datendiebstahl ereignete sich bereits im Laufe des Augusts. Den vorliegenden Erkenntnissen zufolge flossen die Informationen über einen Zeitraum von mehreren Tagen, konkret zwischen dem 7. und 12. August, aus den Systemen der Verwaltung ab.

Erst Mitte des Monats wurde der Vorfall öffentlich bekannt. Trotz der Drohungen bezog Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner eine klare Position: Das Land Berlin werde sich nicht erpressen lassen und lehne die Zahlung von Lösegeld kategorisch ab.

Experten warnen vor Risiken durch Passwort-Diebstahl

Ein besonderes Augenmerk der IT-Sicherheitsexperten liegt auf den rund 6.000 entwendeten Login-Daten. Ein Experte des Chaos Computer Clubs (CCC) erläuterte hierzu die unterschiedlichen Gefahrenstufen für die Betroffenen. Entscheidend sei dabei das Format, in dem die Passwörter vorliegen.

Sollten die Daten im Klartext erbeutet worden sein, könnten kriminelle Akteure diese unmittelbar für unbefugte Anmeldungen nutzen. Im Falle von verschlüsselten Passwort-Hashes müssten die Angreifer diese erst mit erheblichem Rechenaufwand knacken, bevor ein Zugriff auf die Konten möglich ist.

Darüber hinaus bergen die Informationen aus Bußgeldbescheiden und Justizakten erhebliche Gefahren für die Privatsphäre der Bürger. Die Experten warnen davor, dass solche Daten für Identitätsdiebstahl oder gezielte Erpressungsversuche genutzt werden könnten. Kriminelle könnten die sensiblen Informationen verwenden, um Betroffene mit intimem Wissen unter Druck zu setzen oder gefälschte Lösegeld-E-Mails zu versenden.

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Sicherheit der kommenden Wahlen

Trotz der laufenden Bewältigung des Sicherheitsvorfalls betonen Regierungsvertreter die Stabilität der administrativen Prozesse. Innensenatorin Iris Spranger versicherte in diesem Zusammenhang, dass die für den 20. September angesetzte Wahl von dem Cyberangriff nicht beeinträchtigt sei. Die Durchführung der Wahl sei zu 100 Prozent abgesichert.

Offizielle Stellen halten sich mit detaillierten Angaben zu den Tätern oder dem exakten Umfang der betroffenen Systeme derzeit noch zurück. Während das Land Berlin die Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden intensiviert, bleibt die Lage für die Verwaltung und die betroffenen Bürger angespannt.

Die Verweigerung der Lösegeldzahlung entspricht der gängigen Empfehlung von Sicherheitsbehörden, um das Geschäftsmodell der Ransomware-Gruppen nicht weiter zu stärken, auch wenn dies das Risiko einer Datenveröffentlichung erhöht.

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