Berlin-Marathon, Läufer

Berlin-Marathon: Über 56.000 Läufer aus 162 Nationen beim Hauptlauf

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tigst Assefa verbessert die Frauen-Bestmarke in Berlin; mehr als 56.000 Läufer starten im Hauptlauf.

Berlin-Marathon: Assefa siegt mit Streckenrekord, Adola gewinnt
Eine leere, asphaltierte Laufstrecke in einer städtischen Umgebung bei frühem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der 52. Berlin-Marathon hat mit neuen Bestmarken und einer hohen Teilnehmerzahl die Bedeutung des Laufsports als internationales Großereignis unterstrichen. Während die sportliche Elite erneut an die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit stieß, beleuchten aktuelle Studien und Daten zum Rennen auch die psychologischen und physischen Herausforderungen des Breitensports.

Elite-Erfolge und körperliche Extremsituationen

Im Feld der Frauen sicherte sich Tigst Assefa ihren dritten Sieg in Berlin nach 2022 und 2023. Mit einer Zeit von 2:11:04 Stunden stellte sie einen neuen Streckenrekord auf. Diese Marke wird als drittschnellste Frauen-Marathonzeit der Geschichte sowie als Rang drei der ewigen Weltbestenliste geführt.

Den Weltrekord von Ruth Chepngetich, die 2024 in Chicago 2:09:56 Stunden lief, verpasste Assefa jedoch. Berichten zufolge wurde Chepngetich im Jahr 2025 für drei Jahre wegen Dopings gesperrt.

Die Leistung von Assefa wurde durch eine Sehnenverletzung während des Rennens beeinträchtigt, die dazu führte, dass die Athletin die letzten zwei Kilometer humpelnd absolvieren musste. Medizinische Untersuchungen im Anschluss an den Lauf sowie muskuläre Probleme kosteten sie auf den finalen Kilometern schätzungsweise 90 Sekunden.

Bei den Männern setzte sich Guye Adola mit einer Zeit von 2:02:51 Stunden durch. Er unterbot seine persönliche Bestzeit um 55 Sekunden, nachdem er sich etwa 12 Kilometer vor dem Ziel von der Führungsgruppe absetzen konnte.

Diese Gruppe hatte bereits bei Kilometer 10 mit einer Durchgangszeit von 28:58 Minuten ein Tempo vorgelegt, das auf eine Zielzeit von 2:02 Stunden hindeutete. Sabastian Sawe, der ebenfalls als Favorit galt, musste seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen.

Deutsche Ergebnisse und die Psychologie des Scheiterns

Haftom Welday belegte als bester deutscher Läufer mit einer Zeit von 2:08:25 Stunden Rang 16. Bei den Frauen erreichte Anna Langerwisch in 2:27:31 Stunden ebenfalls Rang 16 und war damit die schnellste Deutsche, gefolgt von Kristina Hendel auf Platz 22 (2:29:48 Stunden).

Besondere Aufmerksamkeit erregte das vorzeitige Ausscheiden von Esther Pfeiffer. Die Läuferin, die nach 10 Kilometern noch auf Rekordkurs für die deutsche Bestmarke von Irina Mikitenko (2:19:19 Stunden aus dem Jahr 2008) lag, musste das Rennen nach etwa 15 Kilometern aufgrund von Magenproblemen abbrechen. Pfeiffer führte dies unter anderem auf enormen Erwartungsdruck und Schlafmangel in der Nacht vor dem Rennen zurück.

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Dieser Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und körperlicher Reaktion findet sich auch in einer YouGov-Studie vom August 2026 wieder. Demnach geben 34 % der befragten Personen an, dass die Sorge vor der Nichtbewältigung oder mangelnder Fitness ein Teilnahmehindernis darstellt. Während 38 % das Lauferlebnis in den Vordergrund stellen, fühlen sich 23 % der potenziellen Teilnehmenden vom starken Leistungsfokus abgeschreckt.

Massenphänomen und gesellschaftliche Relevanz

Mit über 56.000 Läufern aus 162 Nationen im Hauptlauf festigte der Berlin-Marathon seinen Status als eines der weltweit größten Breitensport-Events. Insgesamt waren über das Wochenende rund 84.000 Teilnehmende aktiv, darunter 10.000 Kinder beim Mini-Marathon. Die Sicherheit der bis zu eine Million Zuschauer wurde durch 1.800 Polizisten gewährleistet.

Auch prominente Teilnehmer nutzten die Bühne. Jan Frodeno erreichte in 2:23:33 Stunden den dritten Rang seiner Altersklasse. Kai Pflaume absolvierte die Distanz in 3:32:33 Stunden.

Pflaume plant zudem für den 02.11.2026 einen weiteren Marathonlauf während einer TV-Moderation, um einen Guinness-Weltrekord aufzustellen. Neben sportlichen Zielen stand der karitative Zweck im Fokus: Eine VIP-Staffel sammelte Spenden, woraufhin SCC Events mehr als 113.000 Euro an die Stiftung RTL – Wir helfen Kindern überreichte.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Marathontraining

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 kommt zu dem Schluss, dass die Bewältigung körperlicher Herausforderungen wie eines Marathons die Selbstwirksamkeit und Resilienz fördern kann. Dennoch warnen Fachleute vor Überlastung. Ein gesteigerter Trainingsumfang führe nicht automatisch zu besseren Leistungen. Entscheidend seien die individuelle Belastungssteuerung und Erholung.

Für ambitionierte Läufer werden Wochenumfänge von über 90 Kilometern genannt, während Hobbyläufer sich im Bereich von 40 bis 60 Kilometern bewegen. Warnzeichen für Übertraining seien sinkende Motivation und eine erhöhte Herzfrequenz.

Zur Leistungsoptimierung und Vermeidung verbotener Substanzen wie Methyltestosteron raten Experten zu einer gezielten Kohlenhydratzufuhr von 30 bis 60 Gramm pro Stunde während der Belastung sowie zu ausreichendem Schlaf von sieben bis neun Stunden pro Nacht.

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