Berufseinstieg, Studierenden

Berufseinstieg: 56% der Studierenden fürchten schwierigen Start

25.06.2026 - 17:53:21 | boerse-global.de

Trotz hoher Nachfrage sinkt die Zuversicht vieler Berufseinsteiger. Neue Projekte und flexible Studiengänge sollen gegensteuern.

Ausbildungsmarkt 2026: Zwischen Fachkräftemangel und KI-Angst
Berufseinstieg - Eine vielfältige Gruppe junger Absolventen in Berufsbekleidung erhält Zertifikate auf einer modernen Bühne. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Absolventen in Scharen verabschiedet werden, wächst die Sorge vor technologischen Umwälzungen.

Abschlüsse in Verwaltung und Pädagogik

Am heutigen Donnerstag beendeten in Gießen 15 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung – darunter Verwaltungsfachangestellte, Fachinformatiker und Erzieher. Einen Tag zuvor erhielten fünf Verwaltungsfachangestellte der Kreisverwaltung Teltow-Fläming ihre Zeugnisse.

Der Schwerpunkt liegt auf pädagogischen Berufen. In Limburg und Dillenburg schlossen am Mittwoch 42 Absolventen die praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA) zu Erziehern ab. Das Modell gewinnt angesichts des Kita-Personalbedarfs an Bedeutung. Auch die Feuerwehren stärken ihre Kapazitäten: In Kaiserslautern, Erkelenz und dem Amt Neuzelle beendeten mehrere Gruppen ihre feuerwehrtechnische Grundausbildung.

Stimmung unter Absolventen: Gedrückt trotz Nachfrage

Der Fachkräftemangel ist hoch – die Zuversicht der Berufseinsteiger sinkt. Eine Umfrage von UniNow unter 779 Studierenden zeigt: 56 Prozent haben große Sorgen vor einem schwierigen Berufseinstieg.

Branchenbeobachter sehen die Ursache in vorsichtigeren Einstellungspraktiken. Besonders Junior-Positionen geraten unter Druck, weil Künstliche Intelligenz einfache Aufgaben übernimmt. Klassische Einstiegshürden verändern sich dadurch grundlegend.

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Experten raten zu klarer Positionierung und praktischen Erfahrungen durch Projekte oder Praktika. Der Wunsch nach Stabilität ist groß: 33 Prozent der Nachwuchskräfte streben laut der Juni-Umfrage eine langfristige Entwicklung in einem Unternehmen an.

Neue Wege in Berufsorientierung und Studium

Die Politik forciert innovative Pilotprojekte. In Mannheim startete heute das Projekt „Tag in der Praxis“: Achtklässler verbringen künftig wöchentlich einen Tag in Betrieben. Sie erhalten früh Einblicke in Berufe wie Kfz-Mechatronik oder Pflege.

Die Leuphana Universität Lüneburg öffnet sich für neue Zielgruppen. Seit Mittwoch flexibilisiert sie ihren berufsbegleitenden Bachelor in Betriebswirtschaftslehre. Die „3+3-Regelung“ ermöglicht nun auch Praktikern ohne Abitur einen erleichterten Zugang zum Studium.

Psychische Gesundheit rückt in den Fokus

Der Weg zum Abschluss ist nicht immer geradlinig. Zwar erreicht in der Schweiz und Deutschland eine hohe Quote die Sekundarstufe II. Doch die Zahl der Menschen ohne Berufsabschluss bleibt in Deutschland hoch.

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Eine Langzeitstudie des LIfBi begleitete über zehn Jahre 1.940 Jugendliche. Ergebnis: Die Kompetenzentwicklung hängt weniger vom Schultyp ab als von individueller Motivation und familiärer Unterstützung.

Für morgen haben mehrere Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern Workshops organisiert. Ausbildungsverantwortliche lernen dort, psychische Belastungen bei Azubis früh zu erkennen und anzusprechen. Ziel ist es, Abbrüche zu vermeiden und die Fachkräftesicherung nachhaltig zu stärken.

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