Betrug auf Social Media: Junge Nutzer doppelt so oft betroffen
11.06.2026 - 05:55:52 | boerse-global.de
Kriminelle nutzen manipulierte Video-Tutorials auf TikTok und Instagram, um die Schadsoftware Vidar zu verbreiten. Die Masche: Angeblich kostenlose Premium-Mitgliedschaften fĂŒr Spotify oder Microsoft Office.
PowerShell-Befehle als Einfallstor
Die Betrugsmasche setzt auf das Vertrauen der Nutzer. In kurzen Clips werden Tutorials gezeigt, die angeblich kostenlosen Zugang zu kostenpflichtigen Abonnements versprechen. Die Zuschauer mĂŒssen dafĂŒr bestimmte PowerShell-Befehle ausfĂŒhren. Diese installieren im Hintergrund den Infostealer Vidar.
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Ein einziges Tutorial erreichte laut Analysen von ReversingLabs und Malwarebytes ĂŒber 100.000 Aufrufe, bevor MaĂnahmen ergriffen wurden.
Ist das System erst infiziert, durchsucht die Schadsoftware das GerÀt nach sensiblen Daten. Im Fokus: gespeicherte Passwörter, Browser-Cookies, Krypto-Wallets und Informationen zur Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).
Junge Nutzer besonders betroffen
Die EffektivitĂ€t solcher Kampagnen zeigt sich in aktuellen Marktstudien. Der Bitdefender 2026 Global Scam Intelligence Report befragte rund 7.000 Nutzer. Ergebnis: JĂŒngere Menschen sind ĂŒberproportional hĂ€ufig von digitalem Betrug betroffen.
Nutzer unter 35 Jahren werden mit einer Quote von 20 Prozent doppelt so oft Opfer wie die Altersgruppe ĂŒber 55 Jahre (9,7 Prozent). Insgesamt gaben 14 Prozent der Befragten an, im vergangenen Jahr bereits Opfer von Online-Betrug geworden zu sein.
Finanzbetrug dominiert mittlerweile alle digitalen KanĂ€le. Neben sozialen Medien sind auch Textnachrichten und Anrufe betroffen. Die weltweiten Verluste durch digitalen Betrug beliefen sich 2025 auf rund eine halbe Milliarde US-Dollar â so die SchĂ€tzungen von GASA und Feedzai.
Hinter den Angriffen steckt eine professionelle Infrastruktur
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Die Kampagnen sind hochgradig organisiert. Neben sozialen Medien nutzen Angreifer gefĂ€lschte Webseiten fĂŒr Open-Source-Software, um Schadprogramme wie den Remus Stealer oder den Krypto-Clipper AnimateClipper zu verbreiten.
Dabei kommen Traffic-Distribution-Systeme (TDS) zum Einsatz. Diese filtern den Datenverkehr, um Sicherheitsforscher und Bots gezielt auszuschlieĂen. Nur echte potenzielle Opfer gelangen auf die infizierten Download-Seiten.
Gleichzeitig rĂŒsten auch staatliche Stellen und Softwarehersteller auf. Microsoft schloss im Rahmen seines jĂŒngsten Patchdays eine dreistellige Anzahl an SicherheitslĂŒcken â darunter eine kritische Kernel-Schwachstelle im TCP/IP-Stack. WhatsApp entwickelt unterdessen eine neue âScam Alertâ-Funktion. Sie soll verdĂ€chtige AktivitĂ€ten lokal auf Android-GerĂ€ten analysieren und Nutzer vor Spear-Phishing-Kampagnen schĂŒtzen, wie sie zuletzt verstĂ€rkt im Nahen Osten beobachtet wurden.
