Betrug, Falsche

Betrug im Alter: Falsche Polizisten erbeuten bis zu 30.000 Euro

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 04:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Senioren verloren durch falsche Polizisten, Handwerker und Online-Kontakte teils hohe Summen. In Bamberg verhinderte die Polizei eine Übergabe.

Trickbetrug gegen Senioren: Polizei warnt vor vielfältigen Maschen
Eine leicht geöffnete Wohnungstür in einem ruhigen Hausflur, die eine bedrückende und vorsichtige Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Falsche Bankmitarbeiter, angebliche Ärztinnen, vermeintliche Handwerker und Schockanrufer – die Methoden der Trickbetrüger sind vielfältig, das Muster jedoch ähnlich: Ältere Menschen werden gezielt getäuscht, um an Bargeld, Schmuck oder Wertsachen zu gelangen.

Aktuelle Fälle aus dem Saarland, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen zeigen, wie breit gefächert die Betrugsmaschen mittlerweile sind und wie hoch die finanziellen Schäden für die Betroffenen ausfallen können.

Falsche Bankmitarbeiter und Ärztinnen im Saarland

Im Saarland verlor ein 81-Jähriger aus Merzig-Wadern einen fünfstelligen Betrag, nachdem er auf einen falschen Bankmitarbeiter hereingefallen war. In Homburg übergab eine 87-Jährige einer angeblichen Ärztin ebenfalls einen fünfstelligen Betrag sowie Goldmünzen. Seniorensicherheitsberater warnten in diesem Zusammenhang eindringlich vor derartigen Betrugsversuchen.

Schockanrufe und falsche Polizeibeamte

Auch die Polizei Nienburg/Schaumburg warnte vor Schockanrufen und falschen Polizeibeamten, die unter dem Vorwand erfundener Notlagen Geld fordern. Die Beamten rieten dazu, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und im Zweifel selbst die Notrufnummer 110 zu wählen.

Im Landkreis Börde bestätigten zwei Fälle diese Masche eindrückliche: Eine 87-Jährige aus Haldensleben verlor 17.000 Euro an falsche Polizisten, eine 79-Jährige aus Oschersleben zahlte 30.000 Euro an eine falsche Polizistin.

Angebliche Handwerker und Pflegekräfte

In Dormagen-Delhoven konnte eine 86-Jährige Trickdiebe abwehren, die sich als Pflegedienst-Mitarbeiter ausgegeben hatten. Weniger glimpflich verlief es in Hamm-Heessen: Dort waren Trickbetrüger als Handwerker in einem Altenwohnheim unterwegs und erbeuteten bei einer 91-Jährigen und einer 89-Jährigen Bargeld im niedrigen dreistelligen Bereich. Die Täter sprachen akzentfrei Deutsch.

In Bad Kreuznach gab sich ein falscher Hausmeister mit angeblichen Mikrorissen in den Wasserleitungen Zutritt zur Wohnung einer 91-Jährigen und erbeutete mindestens 1.000 Euro sowie Schmuck.

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Auch in Duisburg-Wanheim-Angerhausen nutzten zwei Männer, die sich als Stadtwerke-Mitarbeiter ausgaben, den Vorwand einer Wasserleitungsprüfung, um eine 82-Jährige in den Keller zu schicken und währenddessen Bargeld sowie Wertgegenstände zu entwenden.

In Düren-Birkesdorf gaben sich Täter als Mitarbeiter einer Elektrofirma aus, erhielten die EC-Karte eines Seniors und buchten anschließend 3.000 Euro ab.

Gewaltsame Übergriffe in Köln

Besonders brutal verlief ein Vorfall in Köln-Rodenkirchen: Ein als Paketbote verkleideter Mann stieß eine 78-Jährige in ihrer Wohnung zu Boden und fesselte sie, flüchtete jedoch ohne Beute, nachdem eine Bekannte angerufen hatte. Am selben Tag überfiel ein weiterer Mann einen 86-Jährigen, während ein Komplize die Wohnung durchsuchte – auch hier flüchteten die Täter ohne Beute, nachdem der Notruf gewählt worden war.

Gefälschter Schmuck und verhinderte Übergabe

In Frankfurt-Dornbusch versuchte eine unbekannte Frau, einer 87-Jährigen eine gefälschte Goldkette anzulegen, um die echte zu entwenden. Die Seniorin wehrte sich, die Täterin flüchtete ohne Beute in einem schwarzen Van. In Aachen verlor eine 72-Jährige einen mittleren fünfstelligen Betrag an einen falschen Krankenhausmitarbeiter.

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Ein Erfolg gelang den Ermittlern in Bamberg: Dort verhinderte die Polizei die Übergabe von Gold und Schmuck im Wert von rund 60.000 Euro. Eine 72-Jährige war zuvor per Schockanruf mit der Behauptung eines angeblich tödlichen Verkehrsunfalls eines Angehörigen zur Zahlung einer Kaution überredet worden. Die 48-jährige Abholerin wurde festgenommen und befindet sich wegen des Verdachts des versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in Untersuchungshaft.

Betrug auch über digitale Kanäle

Nicht nur an der Haustür oder am Telefon lauern Gefahren: Im Hochtaunuskreis verlor eine Seniorin rund 10.000 Euro an eine Chat-Bekanntschaft – ein Hinweis darauf, dass auch digitale Kontakte zunehmend als Einfallstor für Betrüger dienen.

Die Vielzahl der Fälle aus unterschiedlichen Regionen macht deutlich, dass Betrüger ihre Methoden ständig anpassen – von klassischen Schockanrufen über gefälschte Handwerker- und Behördenbesuche bis hin zu Online-Kontakten. Polizeibehörden mehrerer Bundesländer raten übereinstimmend dazu, keine Fremden in die Wohnung zu lassen, keine Geldübergaben ohne Rücksprache mit Angehörigen vorzunehmen und im Verdachtsfall umgehend die 110 zu wählen.

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