Betrug, Android-Malware

Betrug Juni: Android-Malware Rokarolla zielt auf 217 Banking-Apps

30.06.2026 - 20:55:23 | boerse-global.de

Verbraucherschützer und Polizei warnen vor koordinierten Betrugsversuchen mit gefälschten Vermieterbriefen, Steuerschreiben und Phishing-Mails.

Betrugswelle im Juni: Neue Maschen bei Miete, Steuern und Banking
Betrug - Nahaufnahme eines Smartphone-Bildschirms mit einer Phishing-E-Mail, im Hintergrund verschwommen ein Schreibtisch mit Dokumenten. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ende Juni häufen sich koordinierte Betrugsversuche mit immer neuen Methoden.

Gefälschte Vermieterbriefe setzen Mieter unter Druck

Kriminelle kontaktieren Mieter gezielt per Post oder E-Mail. Sie geben sich als Angehörige des Vermieters aus und fordern eine Überweisung auf ein neues Konto. Um Druck aufzubauen, drohen sie mit fristloser Kündigung, falls die Zahlung nicht sofort erfolgt.

Die Verbraucherzentralen und der Mieterbund warnen eindringlich vor dieser Masche.

Steuerzahler im Visier falscher Behörden

Parallel dazu verzeichnet die Lohnsteuerhilfe Bayern eine Welle gefälschter Schreiben. Die Täter geben sich als Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) aus. Sie verschicken Briefe und E-Mails mit PDF-Anhängen, um Empfänger zur Eingabe ihrer IBAN auf einer Fake-Website zu bewegen.

Die Opfer landen auf Domains wie „elster-amt.com“ und werden unter Zeitdruck gesetzt. Die Experten betonen: Das BZSt kontaktiert Steuerzahler nicht auf diesem Weg. Die offizielle Kommunikation läuft ausschließlich über das Elster-Portal.

Phishing-Wellen und technische Aufrüstung

Auch bei digitalen Bezahldiensten nehmen Betrugsversuche zu. Aktuelle Fälle zeigen PayPal-Zahlungsaufforderungen über 1.233 und 953 Euro. In einigen Schreiben werden unmögliche Deadlines gesetzt – etwa die Aufforderung zur Datenaktualisierung bis zum 31. Juni, den es gar nicht gibt.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) meldet: Mehr als 50 Prozent des weltweiten E-Mail-Aufkommens ist Spam. Die Täter werden dabei immer professioneller.

Sicherheitsforscher von Zimperium warnen zudem vor einer neuen Android-Malware namens „Rokarolla“. Der Banking-Trojaner tarnt sich als TikTok oder Chrome. Er zielt auf insgesamt 217 Banking- und Kryptowährungs-Apps ab. Die Schadsoftware liest PINs über Overlays aus, fängt SMS ab und blockiert Anrufe.

Wirtschaftliche Schäden auf Rekordniveau

Die finanziellen Verluste durch Internetkriminalität bleiben hoch. Für 2025 beziffern Experten die Schäden durch Business Email Compromise (BEC) auf rund 2,8 Milliarden Euro. Besonders alarmierend: Deepfake-Betrug nahm im Vergleich zum Vorjahr um rund 1.300 Prozent zu.

In Österreich verlor ein 38-Jähriger aus dem Bezirk Innsbruck-Land zwischen März und Ende Juni einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Er fiel auf ein gefälschtes Investment-Angebot auf Social Media herein. Die Gelder flossen über eine App auf ein Konto in Zypern. Die versprochenen Gewinne kamen nie.

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Polizei geht in die Offensive

Seit dem 29. Juni läuft in Berlin, Brandenburg und Thüringen eine Aktionswoche. Die Polizei informiert über den „Enkeltrick“, falsche Polizeibeamte und digitale Betrugsformen. In der Schweiz treten ab dem 1. Juli neue Regeln zur Kennzeichnung von Spoofing-Anrufen in Kraft. Das soll die Manipulation von Telefonnummern erschweren.

Experten raten: Bei unerwarteten Zahlungsaufforderungen grundsätzlich misstrauisch bleiben. Keine Links in unaufgeforderten E-Mails anklicken. Bei vermeintlichen Behördenkontakten die offizielle Webseite manuell aufrufen. Apps nur aus offiziellen Quellen installieren und Berechtigungen kritisch prüfen.

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