Betrugswelle, IdentitÀtstÀuschungen

Betrugswelle: 300 Prozent mehr IdentitÀtstÀuschungen weltweit

13.06.2026 - 05:28:56 | boerse-global.de

Eine koordinierte Betrugswelle mit Phishing-Anrufen und Schadsoftware verursacht hohe Verluste bei Verbrauchern weltweit.

Betrugswelle: Kriminelle plĂŒndern Konten mit perfiden Methoden
Betrugswelle - A smartphone screen shows a fake banking login page, with blurred hands typing on a keyboard in the background. 13.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Kriminelle nutzen eine perfide Mischung aus IdentitĂ€tstĂ€uschung, Schadsoftware und psychologischer Manipulation, um Konten zu plĂŒndern. Allein in den vergangenen Tagen wurden Verbraucher in mehreren LĂ€ndern um Zehntausende Euro gebracht.

Anzeige

Banking, PayPal und Online-Shopping auf dem Smartphone sind bequem, aber ohne den richtigen Schutz riskant. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-GerĂ€t effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Phishing-Anrufe mit System: So gehen die BetrĂŒger vor

Besonders perfide: Die TĂ€ter geben sich als Bankmitarbeiter aus. Ein aktueller Fall aus Baumkirchen in Österreich zeigt das Vorgehen: Ein Opfer verlor am Freitag ĂŒber 10.000 Euro. Der Mann wurde beim ZurĂŒcksetzen seines Passworts auf eine gefĂ€lschte Website gelockt, gab dort seine Handynummer und eine Transaktionsnummer (TAN) preis. Wenig spĂ€ter klingelte das Telefon – ein angeblicher Bankangestellter forderte weitere Kontodaten und leitete fĂŒnf unautorisierte Überweisungen ein.

Nur einen Tag zuvor traf es einen 84-jĂ€hrigen Mann aus Trippstadt in Rheinland-Pfalz. Die BetrĂŒger behaupteten am Telefon, sein Konto sei unsicher, und ĂŒberredeten ihn zu mehreren Online-Überweisungen. Schaden: rund 30.000 Euro.

Auch in Großbritannien schlagen die TĂ€ter zu. Eine Bewohnerin von Lancashire verlor umgerechnet etwa 5.300 Euro, nachdem sie eine SMS zu einer angeblichen Reisebuchung erhalten hatte. Es folgte ein dreistĂŒndiges Telefonat mit angeblichen Bankmitarbeitern, die sie ĂŒberzeugten, ihr Geld auf ein „sicheres Konto" zu transferieren.

WhatsApp-Betrug und Schadsoftware auf dem Vormarsch

Die technische Seite der Betrugswelle ist ebenso alarmierend. In Indien warnte die Finanzaufsicht am Donnerstag und Freitag vor einer Phishing-Kampagne ĂŒber WhatsApp. Kriminelle geben sich als Vertreter der indischen Zentralbank (RBI) aus und verschicken APK-Dateien. Sie drohen mit Kontosperrung – wer die Datei installiert, pflanzt sich Schadsoftware aufs Handy, die Banking-ZugĂ€nge und Einmalpasswörter (OTPs) stiehlt.

Die RBI betont, sie kommuniziere nur ĂŒber zwei verifizierte WhatsApp-Nummern. Der Schaden ist bereits eingetreten: Einem Bewohner von Kashipur wurden umgerechnet rund 320.000 Euro gestohlen, nachdem er eine gefĂ€lschte Banking-App installiert hatte.

Anzeige

Da in Deutschland jede Minute zahlreiche Online-Konten angegriffen werden, ist der herkömmliche Passwort-Schutz oft nicht mehr ausreichend. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei WhatsApp, Amazon und Co. unhackbar machen. Kostenlosen Passkey-Ratgeber jetzt herunterladen

In Europa entdeckten Sicherheitsforscher von D3Lab eine Kampagne mit der „NFCShare"-Schadsoftware. Seit April werden ĂŒber GitHub 56 gefĂ€lschte Banking-App-Updates verteilt, die Nutzer in Italien und Spanien angreifen. Die Malware fĂ€ngt NFC-Signale ab: Opfer werden aufgefordert, ihre Karte ans Handy zu halten – die TĂ€ter erbeuten so Kreditkartendaten und PINs.

Explosionsartiger Anstieg: 300 Prozent mehr Angriffe

Das Ausmaß des Markenmissbrauchs ist dramatisch. Der Seqrite India Cyber Threat Report 2026 dokumentiert einen Anstieg von ĂŒber 300 Prozent bei IdentitĂ€tstĂ€uschungs-Angriffen in Indien zwischen 2024 und 2025. Insgesamt wurden 265,52 Millionen Bedrohungen erkannt.

Die offiziellen Zahlen fĂŒr das indische Steuerjahr 2025/26 sind erschreckend: Banken meldeten 10.114 BetrugsfĂ€lle mit einem Gesamtschaden von umgerechnet rund 520 Milliarden Euro. Analysten fordern strengere Kontrollen und eine konsequentere Umsetzung der Datenschutzgesetze.

Erste Festnahmen – und klare Verhaltensregeln

Die Polizei ermittelt. Am Mittwoch nahmen Beamte in Miami den 34-jĂ€hrigen Wilmer Vasquez fest. Er soll Teil einer Pop-up-Betrugsmasche sein: Ein Opfer verlor im Januar umgerechnet rund 18.500 Euro, nachdem ein falscher Support-Mitarbeiter es angewiesen hatte, Bargeld einem Kurier zu ĂŒbergeben. Vasquez wird organisierter Betrug und Computerbetrug vorgeworfen.

Banken weltweit verschĂ€rfen ihre Warnungen. Die philippinische Metrobank erinnerte am Donnerstag ihre Kunden: Echte Bankmitarbeiter fragen niemals nach Passwörtern oder OTPs am Telefon. Die Polizei von Lancashire betont: Banken fordern niemals Überweisungen auf „Sicherheitskonten". Wer einen Betrugsverdacht hat, sollte sofort auflegen und die offizielle Betrugshotline der Bank wĂ€hlen – in Großbritannien ist das die 159.

de | wissenschaft | 69531348 |