Bewegung: 21 Minuten tÀglich senken Sterberisiko um 31%
10.06.2026 - 13:41:47 | boerse-global.de
Die sogenannten âExercise Snacksâ machen den Einstieg leichter.
Lange hieĂ es: Sport nur in lĂ€ngeren Einheiten bringt etwas. Diese Annahme ist ĂŒberholt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) strich bereits Mitte 2025 die Vorgabe einer Mindestdauer aus ihren Richtlinien. Schon zwei bis fĂŒnf Minuten Bewegung am StĂŒck haben einen positiven Effekt.
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21 Minuten pro Tag senken Sterberisiko um 31 Prozent
Die WHO empfiehlt Erwachsenen 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche â oder 75 bis 150 Minuten intensive Belastung. Dazu kommt Krafttraining an zwei Tagen.
Eine Auswertung der UniversitĂ€t Cambridge bestĂ€tigt die Wirkung. Die Analyse von 94 Langzeitstudien mit rund 30 Millionen Menschen zeigt: Wer 150 Minuten pro Woche aktiv ist â also etwa 21 Minuten tĂ€glich â senkt das Risiko fĂŒr einen vorzeitigen Tod um 31 Prozent. Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten 29 Prozent seltener auf, das Sterberisiko durch Krebs sinkt um 15 Prozent.
Muskelkraft ist entscheidend fĂŒr ein langes Leben
Doch Ausdauer allein reicht nicht. Die Muskelkraft spielt eine zentrale Rolle. Eine Studie im Fachjournal âJAMA Network Openâ untersuchte ĂŒber acht Jahre 5.472 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren. Ergebnis: Eine höhere Griffkraft war mit einer um 12 Prozent niedrigeren Sterblichkeit verbunden â unabhĂ€ngig vom AktivitĂ€tslevel oder der Gehgeschwindigkeit.
Besonders fĂŒr Frauen ab der Lebensmitte ist der Muskelerhalt wichtig. Die hormonelle Umstellung ab 40 erschwert die Fettreduktion. Muskelaufbau sei hier effektiver als reines Ausdauertraining, so Experten. Muskeln erhöhen den Grundumsatz und unterstĂŒtzen die Gewichtsregulation. Zudem beugt Krafttraining Osteoporose vor.
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Zehn Minuten ohne GerĂ€te: So funktionieren âExercise Snacksâ
Die Umsetzung im Alltag wird einfacher. Ein zehnminĂŒtiges Ganzkörper-Workout ohne GerĂ€te â mit Kniebeugen, LiegestĂŒtzen und Planks â reicht bereits aus. Auch standardisierte Tests helfen, die eigene LeistungsfĂ€higkeit zu prĂŒfen. Ein gĂ€ngiges Protokoll misst die Kraftausdauer durch eine festgelegte Anzahl an Burpees pro Minute ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum.
Die ideale Strategie? Eine Mischung aus moderatem Gehen, Grundlagenausdauer im niedrigen Herzfrequenzbereich, gezieltem Krafttraining und gelegentlichen hochintensiven Einheiten (HIIT). Eine zu starke Spezialisierung ist laut Fachmeinung weniger vorteilhaft.
Medikament schĂŒtzt Muskeln beim Abnehmen
Die Bedeutung des Muskelerhalts zeigt sich auch in der Pharmaforschung. Eine Studie in âNature Medicineâ untersuchte das Medikament Apitegromab bei Menschen, die mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten abnehmen. In einer sechsmonatigen Studie mit 102 Teilnehmern erhielt die Gruppe mit dem zusĂ€tzlichen PrĂ€parat deutlich mehr Muskelmasse als die Placebo-Gruppe.
Normalerweise liegt der Muskelverlust bei diesen Spritzen bei etwa 30 Prozent des Gesamtgewichtsverlusts. Apitegromab senkte diesen Wert signifikant. Das unterstreicht: Muskelmasse muss auch in Phasen der Gewichtsreduktion aktiv geschĂŒtzt werden.
