Bewegung bei Krebs: 17 Studien zeigen weniger Angst und Depression
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der onkologischen Versorgung gewinnen AnsĂ€tze zur aktiven UnterstĂŒtzung der Betroffenen an Bedeutung. Wie das Fachportal thieme.de in einem Bericht vom 27. Oktober 2026 hervorhebt, vermittelt ein Fachbeitrag zur Mind-Body-Medizin bei Prostatakarzinom konkrete Kompetenzen fĂŒr Patienten.
Im Fokus steht dabei die Frage, wie Betroffene durch Modifikationen des eigenen Lebensstils eigenstÀndig zu ihrer Genesung oder zur Gesunderhaltung beitragen können.
ErgÀnzende Interventionen zielen darauf ab, physische und psychische Belastungen im Behandlungsverlauf abzufedern und die Selbstwirksamkeit im Umgang mit der Erkrankung zu stÀrken.
Digitale Interventionen gegen psychische Belastungen
Die Notwendigkeit flankierender MaĂnahmen ist klinisch gut dokumentiert. Nach Angaben der Cleveland Clinic Florida in einem Bericht vom 26. Oktober 2026 zeigen bis zu drei von vier Krebspatienten Symptome psychischer Belastung. Um diesem Problem direkt wĂ€hrend der medikamentösen Therapie zu begegnen, untersuchte die Einrichtung den Nutzen digitaler Technologien.
In einer randomisierten und durch die Organisation VeloSano finanzierten Studie wurden 70 Betroffene begleitet, die auf dem NCCN-Distress-Thermometer einen Wert von mindestens fĂŒnf erreichten. Der Einsatz immersiver virtueller RealitĂ€t wĂ€hrend der Chemotherapie fĂŒhrte demnach zu einer signifikanten Senkung von Belastung, Depressionen, Schmerzen und Ăngsten.
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Die Untersuchungsergebnisse wurden auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2025 vorgestellt; das dazugehörige Manuskript wurde von der Fachzeitschrift JCO Oncology Advances angenommen.
AktivitÀtsmuster und Symptombelastung im Blick
Welche Rolle Bewegung und Verhaltensmuster im Alltag spielen, untersuchten Forscher der Shanghai University of Traditional Chinese Medicine. In einem im Oktober 2026 im Fachjournal BMC Cancer veröffentlichten Scoping-Review (DOI: 10.1186/s12885-026-17160-2) werteten sie 17 Studien mit insgesamt 829 Krebspatienten aus. Dabei wurden Beschleunigungsmesser- und GPS-Daten ĂŒber Wearables sowie Smartphones analysiert.
Die Auswertung ergab, dass ein höheres Maà an körperlicher AktivitÀt mit geringerer Depression, weniger Angst und einer reduzierten psychischen Belastung einherging. Umgekehrt waren lÀngere Sitzzeiten sowie Störungen im Schlaf- und AktivitÀtsrhythmus mit einer Zunahme der Symptome verbunden.
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Da in den analysierten Untersuchungen statistisch signifikante Werte und standardisierte EffektstĂ€rken fehlten, betonen die Autoren, dass vor einem regulĂ€ren klinischen Einsatz zunĂ€chst gröĂere, multizentrische Studien erforderlich sind.
Resilienzförderung durch kreative Angebote
Neben Bewegung und digitaler UnterstĂŒtzung entstehen an Kliniken auch strukturierte psychosoziale Gruppenangebote. Die Klinik fĂŒr GynĂ€kologie und Geburtshilfe der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen startete gemeinsam mit dem UniversitĂ€tsKrebszentrum Göttingen (G-CCC) eine Reihe zum gesundheitsfördernden kreativen Schreiben, wie die Institution am 27. Oktober 2026 berichtete.
Das Programm richtet sich an Patientinnen mit Brustkrebs und gynÀkologischen Tumoren und soll gezielt Resilienz, LebensqualitÀt und Selbstwirksamkeit fördern.
Die Reihe umfasst neun Termine bis zum 29. Juni 2027 und findet jeweils am letzten Dienstag im Monat zwischen 16 und 18 Uhr statt. Die Einheiten werden teils in PrĂ€senz im Casino der GynĂ€kologie in Raum 811, teils im Online-Format durchgefĂŒhrt.
Die Teilnehmerzahl ist auf maximal zwölf Personen begrenzt, Voranmeldungen sind bis zum jeweiligen Freitag vor dem Veranstaltungstermin möglich. Als Schirmherrin der Initiative fungiert die Regisseurin und Autorin Doris Dörrie.
