Bewegung vor Prüfungen: 20 Minuten können kognitive Tests verbessern
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer systematische Zusammenhang zwischen kognitiven Fähigkeiten und gezielter Bewegung gewinnt in der sportlichen und präventiven Praxis zunehmend an Bedeutung. Ein praxisnahes Beispiel dafür bot ein Neurokinetik-Trainerlehrgang, der am 24. und 25. Oktober bei der DJK-SV Berg stattfand.
An der Qualifizierungsmaßnahme nahmen 25 Personen teil, die den Lehrgang vollständig abschlossen und ihre Trainerlizenz erhielten. Als Referenten führten Beate und Hans-Peter Esch vom DJK-Diözesanverband Paderborn durch die Fortbildung.
Methodische Schwerpunkte und Zielgruppen der Schulung
Im Zentrum des Lehrgangs standen die Wechselwirkungen zwischen Gehirnaktivität, sensorischer Wahrnehmung und Bewegungsabläufen sowie deren methodische Übertragung in die künftige Trainingspraxis. Wie die Diözese Eichstätt darlegt, verfolgt dieser Ausbildungsansatz eine direkte Verbindung von Gehirnleistung, Wahrnehmung und motorischer Koordination.
Als primäre Anwendungsbereiche gelten dabei zwei zentrale gesellschaftliche Schwerpunkte: zum einen die gezielte Lernförderung bei Kindern, zum anderen die Sturz- und Demenzprävention bei älteren Menschen. Um das vermittelte Wissen weiter zu vertiefen und auszubauen, ist bei der DJK-SV Berg für das Jahr 2027 bereits ein nachfolgendes Modul der Ausbildung vorgesehen.
Wissenschaftlicher Hintergrund kognitiver Trainingseffekte
Die Verknüpfung von kognitiven Anforderungen und körperlicher Aktivität berührt wesentliche Fragestellungen der Bewegungsforschung. Die Diözese Eichstätt verweist in diesem Kontext auf eine Untersuchung der Northeastern University unter Leitung von Hillman.
Demnach können bereits 20 Minuten moderater Bewegung unmittelbar vor einer Prüfungssituation die Konsistenz und Genauigkeit kognitiver Testergebnisse bei Kindern steigern. Dieser Zusammenhang greife jedoch vor allem dann, wenn der positive Effekt nicht durch akuten Stress überlagert oder gedämpft werde.
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Diese Erkenntnisse decken sich mit allgemeinen Mechanismen zwischen Gedächtnisleistung und Sport. Regelmäßige Bewegung kann kognitive Funktionen über eine gesteigerte Hirndurchblutung, die Freisetzung des Botenstoffs BDNF sowie Neurogenese im Hippocampus fördern. Als besonders effektiv gilt aerobes Training wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren, während Krafttraining ergänzend wirkt.
Während sich Konzentration und Informationsverarbeitung kurzfristig nach einer Einheit verbessern können, stellen sich nachhaltige Effekte oftmals zeitverzögert über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten ein. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Erwachsene mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche.
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Praxisperspektiven und methodische Qualitätskriterien
Mit dem Lehrgangsabschluss wächst die Verfügbarkeit strukturierter Trainingsangebote. Dennoch mahnen Fachstellen zu einer differenzierten Einordnung: Wie die Diözese Eichstätt festhält, bedeuten 25 neu ausgebildete Trainer zwar eine spürbar größere regionale Verfügbarkeit, stellen jedoch keine automatische Qualitätsgarantie dar.
Für den praktischen Nutzen in Schulen, Vereinen oder Senioreneinrichtungen komme es maßgeblich auf die individuelle, didaktische Umsetzung der vermittelten Grundlagen im regulären Trainingsalltag an.
