Bewegungspass Hessen: 32 Aufgaben sollen Kinder von zwei bis sieben fördern
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deUm der Bewegungsarmut im frühen Kindesalter entgegenzuwirken, setzen Bundesländer und regionale Träger verstärkt auf gezielte Förderkonzepte in Kindertagesstätten und Vereinen. Ein zentraler Baustein dieser Bemühungen ist der Bewegungspass Hessen, der mit einer landesweiten Auftaktveranstaltung am 14. September 2026 in Frankfurt offiziell an den Start ging.
Im Rahmen dieses Termins überreichte die hessische Staatsministerin Heike Hofmann der Teilnehmerin Simone Kröner aus Maintal ein entsprechendes Zertifikat. Sie zählt damit zu den ersten 19 Qualifizierten des vorangegangenen Pilotprojekts und ist nun dazu berechtigt, eigenständig Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte anzubieten.
Qualifizierung und kostenfreie Materialien in Hessen
Das hessische Programm verfolgt das Ziel, Erzieherinnen und Erziehern praxisnahe Methoden an die Hand zu geben, um Kinder spielerisch zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren. Getragen und gefördert wird die Initiative vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. Für die operative Umsetzung zeichnen die Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAGE) sowie die Sportjugend Hessen verantwortlich.
Ein wesentliches Merkmal des Konzepts liegt in der niedrigen Hemmschwelle für Bildungseinrichtungen: Sowohl die Schulungen für pädagogisches Personal als auch die begleitenden Arbeitsmaterialien zum Bewegungspass Hessen werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Damit soll sichergestellt werden, dass Kitas unabhängig von ihrem jeweiligen Budget Zugang zu dem Fördersystem erhalten.
Parallele Initiativen und motorische Defizite
Bedarf an solchen Förderprogrammen besteht über Landesgrenzen hinweg. Auch in Baden-Württemberg wird der Bewegungspass eingesetzt. Dort startete das Programm mit einer ausgebuchten Auftaktveranstaltung in Hohenwart für die Bereiche Pforzheim und den Enzkreis, finanziert von der AOK Nordschwarzwald.
Rund ein Viertel bis ein Drittel der untersuchten Vier- und Fünfjährigen zeigt motorische Leistungen unter dem altersüblichen Bereich. Für Kitas heißt das: Bewegung muss in den Alltag — ohne zusätzliches Budget. Der kostenlose Praxis-Leitfaden zeigt, wie Sie mit 32 fertigen Bewegungsaufgaben für Kinder von zwei bis sieben starten und welche kostenfreien Schulungen Erzieherinnen in Hessen nutzen können. Kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
An diesem Termin nahmen mehr als 70 Personen teil; insgesamt wurden 56 pädagogische Fachkräfte sowie Übungsleitungen zertifiziert. Vertreten waren dabei 39 Einrichtungen und Organisationen, darunter 32 Kitas, Kindergärten und Kinderkrippen sowie fünf Sportvereine.
Hintergrund dieser Maßnahmen sind besorgniserregende Daten zur körperlichen Entwicklung von Kleinkindern. Laut den Einschulungsuntersuchungen aus dem Jahr 2024 lagen bei rund einem Viertel bis einem Drittel der untersuchten Vier- und Fünfjährigen in Pforzheim, im Enzkreis sowie in ganz Baden-Württemberg die motorischen Leistungen unter dem altersüblichen Bereich.
Struktur des Programms und Ausblick ab 2027
Inhaltlich ist das Programm darauf ausgelegt, grundlegende Bewegungsformen im Alltag von Kindern zwischen zwei und sieben Jahren zu verankern. Das Konzept umfasst insgesamt 32 Bewegungsaufgaben, die Koordination, Kraft und Ausdauer spielerisch ansprechen.
Sie wollen Bewegungsförderung in Ihrer Kita aufbauen, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Der kostenlose Praxis-Leitfaden führt Sie in drei Schritten vom ersten Bewegungsspiel bis zur Qualifizierung als Multiplikator — damit Sie Ihr Team selbst schulen können, statt auf externe Termine zu warten. In 3 Schritten zur Bewegungs-Kita
Durch die Zertifizierung von Multiplikatoren wie Simone Kröner in Hessen und den Fachkräften in Hohenwart soll das Programm schrittweise in die Fläche getragen werden. Während die ersten Qualifizierten nun ihre Schulungsarbeit aufnehmen, plant die AOK Nordschwarzwald im südwestdeutschen Raum bereits weitere Schulungen, die ab 2027 anlaufen sollen.
