Bildungsurlaub, Jahr

Bildungsurlaub: Ab Januar 2027 fünf Tage pro Jahr in 15 Bundesländern

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die OEGO fordert einen geschützten Berufsstatus für Osteopathen. Neue Weiterbildungen in Neurologie und Ethik sowie staatliche Förderungen treiben die Professionalisierung voran.

Osteopathie in Österreich: Neuer Anlauf für gesetzlichen Schutz
Hände eines Therapeuten führen eine osteopathische Behandlung am Rücken eines Patienten durch, mit Fokus auf präzise Manipulation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während Verbände auf mehr Regulierung drängen, öffnen neue gesetzliche Rahmenbedingungen ab 2027 Türen für Fachkräfte.

Österreich: Osteopathen kämpfen um gesetzlichen Schutz

Die Österreichische Gesellschaft für Osteopathie (OEGO) macht Druck. Ihr Ziel: die gesetzliche Anerkennung der Osteopathie als eigenständigen Gesundheitsberuf. Der Grund: Die Berufsbezeichnung „Osteopath“ ist nicht geschützt. Für den Verband führt das zu Qualitätsunsicherheiten.

Die OEGO fordert eine verbindliche, fünfjährige Ausbildung als Mindeststandard. Sie beruft sich dabei auf die europäische Norm EN 16686, die bereits Qualitätsstandards definiert. Margit Halbfurter von der OEGO betont die Notwendigkeit, die Ausbildung an europäische Standards anzupassen. Eine Studie der Medizinischen Universität Graz aus dem Jahr 2022 untermauert die Forderungen.

Neurologie und Pädiatrie: Spezialisierte Kurse boomen

Das Weiterbildungsangebot wird breiter. Besonders in der Neurologie entstehen neue Module. Sie behandeln chronische Schmerzen, Spastizität und Rückenmarksverletzungen. Ende Juli starten hybride Lehrgänge, unterstützt von der N.A.P. Akademie.

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Die manuelle Therapie erweitert ihr Angebot:

  • Oktober 2026: Kurse zur Behandlung der ventralen Halswirbelsäule
  • Anfang 2027: Cranio-Sacral-Therapie mit Henk Brils in Berlin
  • Frühjahr 2027: Spezielle Befunderhebung bei Säuglingen mit Alexandra Sinai
  • Sommer 2027: Medizinische Basisseminare zur Neurologie

Ein besonderer Fokus liegt auf der Qualifizierung zum sektoralen Heilpraktiker für Physiotherapie. Im August 2026 starten spezifische Kurse für Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Sie ermöglichen Therapeuten einen direkteren Patientenzugang.

Ethik und Management: Interdisziplinäre Kompetenzen gefragt

Die DIU Dresden bietet bis November 2026 einen Zertifikatskurs zum Ethikberater im Gesundheitswesen an. Das Blended-Learning-Format richtet sich an Mitglieder von Ethikkomitees. Abschluss: ein Universitätszertifikat.

Auch das Prozessmanagement gewinnt an Bedeutung. Im Mai 2027 startet ein neuer Studiengang in der Schweiz. Er zielt auf die Professionalisierung von Abläufen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

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Finanzierung: Staat hilft mit BAföG und Bildungsurlaub

Weiterbildungen müssen nicht die ganze Tasche leeren. Das Aufstiegs-BAföG (AFBG) übernimmt 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss. Den Rest gibt es als Darlehen – mit Teilerlass bei bestandener Prüfung.

Ab dem 1. Januar 2027 wird das Recht auf Bildungsurlaub in 15 Bundesländern vereinheitlicht. Nur Bayern bleibt außen vor. Arbeitnehmer haben dann Anspruch auf fünf Tage Freistellung pro Jahr für anerkannte Maßnahmen.

Die Realität sieht anders aus: Bisher nutzen nur 0,63 bis 1,45 Prozent der Berechtigten dieses Instrument. Die Antragsfristen variieren je nach Bundesland zwischen vier und zwölf Wochen.

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