Binance: Kündigungsrisiko für Mitarbeiter bei Phishing-Tests
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Kryptobörse Binance setzt ihre eigenen Angestellten unter Druck: Wer wiederholt auf simulierte Phishing-Angriffe hereinfällt, riskiert die Kündigung. Chief Security Officer Jimmy Su bestätigte die ungewöhnlich harte Linie des Unternehmens. Hintergrund ist die wachsende Bedrohung durch Social Engineering – also Angriffe, die nicht auf Technik, sondern auf menschliche Schwächen zielen.
Interne Tests mit Folgen
Seit drei bis vier Jahren betreibt Binance ein internes „Red Team", das die Belegschaft mit fingierten Angriffen auf die Probe stellt. Die Szenarien sind dabei bewusst realistisch gewählt: Gefälschte Recruiter-Anfragen, Einladungen zu nicht existierenden Konferenzen oder manipulierte Zoom-Meeting-Links gehören zum Repertoire.
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Die monatlichen Übungen haben echte Konsequenzen. Wer regelmäßig durchfällt, muss mit der Entlassung rechnen. Zudem fließen die Ergebnisse in die allgemeine Leistungsbewertung der Mitarbeiter ein. Ziel ist es, die Belegschaft wachsam zu halten – schließlich verwaltet Binance rund 137,7 Milliarden Euro an Kundengeldern und betreut über 323 Millionen Nutzer.
Branche unter Beschuss
Die aggressive Sicherheitsstrategie kommt nicht von ungefähr. Laut Daten des Analyseunternehmens AMLBot waren 2025 satte 65 Prozent aller Sicherheitsvorfälle im Kryptosektor auf Social Engineering zurückzuführen. Binance sieht in menschlichem Fehlverhalten die größte Einfallschance für Angreifer.
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Mehrere spektakuläre Hacks der jüngeren Vergangenheit untermauern diese Einschätzung. Erst im April 2026 erbeuteten Angreifer beim Drift-Protocol-Hack umgerechnet 285 Millionen Dollar. Im September 2025 verlor ein Nutzer des Venus-Protokolls rund 13 Millionen Dollar durch einen gezielten Exploit. Mit den permanenten Tests will Binance verhindern, dass ähnliche Angriffe über die eigenen Mitarbeiter gelingen.
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