Biologisches, Millennials

Biologisches Alter: Millennials und Gen Z altern 92% schneller

28.06.2026 - 08:21:30 | boerse-global.de

Studien belegen: Jüngere Generationen altern biologisch bis zu 92 Prozent schneller. Das Risiko für Krebserkrankungen unter 50 Jahren steigt deutlich.

Millennials und Gen Z: Biologisch schnelleres Altern erhöht Krebsrisiko
Biologisches - Eine stilisierte Sanduhr, deren Sand schnell fließt, vor verschwommenen Silhouetten junger Erwachsener, die schnelles Altern symbolisieren. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Forschung zeigt einen alarmierenden Trend: Millennials und die Generation Z altern biologisch schneller als ihre Vorgänger. Das Risiko für Krebserkrankungen in jungen Jahren steigt dadurch deutlich.

Was das biologische Alter verrät

Das kalendarische Alter zählt nur die Jahre seit der Geburt. Das biologische Alter dagegen misst den tatsächlichen Zustand der Körperfunktionen – den Grad des zellulären Verfalls. Und genau hier klafft eine wachsende Lücke.

Wissenschaftler der PROSPECT-Studie und der Big Cancer Challenge werteten Daten von über 164.000 Personen aus Großbritannien und den USA aus. Die Ergebnisse der UK Biobank und des US-Programms „All of Us“ zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Generationen.

In Großbritannien haben Menschen der Jahrgänge 1965 bis 1974 ein um 23 Prozent höheres biologisches Alter als die zwischen 1950 und 1954 Geborenen – im gleichen Lebensstadium. Noch krasser fällt der Unterschied in den USA aus: Die Geburtsjahrgänge 1990 bis 1999 altern biologisch 92 Prozent schneller als die Kohorte von 1965 bis 1969.

Das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns definiert diesen Prozess als schrittweisen Abbau von Körperfunktionen. Er gilt als Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und neurodegenerative Leiden.

Krebs bei jungen Menschen: Ein wachsender Trend

Die beschleunigte Alterung könnte erklären, warum weltweit immer mehr Menschen unter 50 Jahren Krebs bekommen. Zwischen 1990 und 2019 stiegen die Krebsfälle in dieser Altersgruppe global um etwa 24 Prozent.

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Die aktuellen Studiendaten liefern einen konkreten Zusammenhang: Jeder Anstieg der biologischen Alterung um eine Standardabweichung erhöht das Risiko für früh auftretende solide Tumoren um acht Prozent.

Besonders betroffen sind Lunge, Verdauungsorgane und Gebärmutter. Bei der Untersuchung der Immunalterung stellten Forscher fest: Ein beschleunigter Prozess kann das Risiko für Lungenkrebs massiv erhöhen – einige Auswertungen sprechen von einer möglichen Verdopplung.

Deutschland: Darmkrebs bei jungen Erwachsenen auf dem Vormarsch

Auch hierzulande zeigt sich der Trend. Eine Registerstudie wertete Daten von 2003 bis 2023 aus und deckte rund 46 Prozent der deutschen Bevölkerung ab. Von insgesamt 28.046 Darmkrebsfällen stieg die altersstandardisierte Erkrankungsrate bei Männern jährlich um 0,8 Prozent, bei Frauen um 0,9 Prozent.

Den stärksten Zuwachs verzeichnen die 20- bis 29-Jährigen: plus 3,3 Prozent bei Männern und 3,9 Prozent bei Frauen pro Jahr. Bei den 30- bis 39-Jährigen liegt der Anstieg bei etwa zwei Prozent.

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Die Sterblichkeit in Deutschland blieb stabil oder sank – unter anderem wegen der Zunahme neuroendokriner Tumoren mit besserer Prognose. In den USA dagegen sind die Raten insgesamt höher und steigen stärker.

Experten sehen in der biologischen Alterung einen vielversprechenden Biomarker. Er könnte künftig helfen, Risikogruppen für Früherkennungsuntersuchungen gezielter zu identifizieren.

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