Biometrische Authentifizierung: Entrust startet Lösung gegen KI-Betrug
25.06.2026 - 21:55:21 | boerse-global.de
Neue Sicherheitslösung soll Unternehmen vor immer raffinierteren Account-Übernahmen schützen.
Die Bedrohungslage für Unternehmen hat sich dramatisch verschärft: Weltweit verlieren Firmen durchschnittlich 7,7 Prozent ihrer Jahreseinnahmen durch Betrug. Fast ein Drittel dieser Verluste entfällt auf sogenannte Account-Takeover-Angriffe – und die werden zunehmend von generativer Künstlicher Intelligenz angetrieben.
Der Sicherheitsspezialist Entrust hat am Mittwoch eine neue biometrische Authentifizierungslösung vorgestellt, die genau hier ansetzt. Das System ist ab sofort in über 150 Ländern verfügbar und kombiniert biometrische Identitätsprüfung mit adaptiver, risikobasierter Authentifizierung.
Dreifache Absicherung für kritische Momente
Die Lösung setzt auf drei verschiedene Verfahren zur Nutzerverifikation: einen biometrischen Passkey, eine Gesichtserkennung sowie eine Bewegungsauthentifizierung. Besonders geschützt werden sollen sensible Vorgänge wie die Wiederherstellung von Konten, der Wechsel von Endgeräten oder hochwertige Finanztransaktionen.
Die Technik erfüllt die ISO-Standards 30107-3 für Präsentationsangriffserkennung der Stufen 1 und 2 – zertifiziert durch das unabhängige Prüflabor iBeta. Das bedeutet: Das System erkennt zuverlässig, ob ein echter Mensch vor der Kamera sitzt oder ein Angreifer mit Foto, Video oder Maske.
Mike Baxter, Technologievorstand bei Entrust, betont: „Moderne Angreifer haben die reine Anmeldephase längst hinter sich gelassen. Wir brauchen eine kontinuierliche Verifikation während der gesamten Nutzersitzung."
Weltweit verlieren Unternehmen durchschnittlich 7,7% ihrer Jahreseinnahmen durch Betrug – fast ein Drittel durch Account-Takeover mit generativer KI. Entrusts neue biometrische Lösung setzt genau hier an. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, wie Sie mit Passkey, Gesichtserkennung und Bewegungsauthentifizierung Ihre kritischen Prozesse absichern. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Report anfordern
Deepfakes als neue Bedrohung
Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz hat die Betrugslandschaft fundamental verändert. Branchendaten zeigen: Jeder fünfte biometrische Betrugsversuch nutzt inzwischen KI-generierte Deepfakes. Manipulierte Audio- oder Videodaten umgehen dabei klassische Sicherheitsverfahren wie SMS-Codes oder Push-Benachrichtigungen, die zunehmend anfällig für Credential-Diebstahl sind.
Wie schwer Deepfakes zu erkennen sind, zeigt eine aktuelle Studie: Verbraucher identifizieren hochwertige Fälschungen nur in 24,5 Prozent der Fälle korrekt. Marktprognosen gehen davon aus, dass generative KI allein in den USA bis 2027 für Betrugsschäden in Höhe von rund 37 Milliarden Euro verantwortlich sein könnte.
Branche rüstet massiv auf
Deepfakes umgehen klassische Sicherheitsverfahren – jeder fünfte biometrische Betrugsversuch nutzt KI-generierte Fälschungen. Verbraucher erkennen hochwertige Deepfakes nur in 24,5% der Fälle. Unser Whitepaper zeigt, wie Unternehmen mit adaptiver Authentifizierung und ISO-zertifizierter Präsentationsangriffserkennung die Kontrolle behalten. Whitepaper: Deepfake-Erkennung jetzt sichern
Die Sicherheitsbranche reagiert mit Investitionen und Konsolidierung. Noch am Mittwoch gab der Identitätsanbieter Incode die Übernahme von Identiq bekannt – Teil eines Engagements von rund 92 Millionen Euro für datenschutzfreundliche Identitätstechnologie. Die Übernahme ermöglicht es Unternehmen, Betrugssignale auszutauschen, ohne sensible Kundendaten preiszugeben.
Parallel setzen andere Anbieter auf Hardware-Sicherheit: WebComm und ASUS haben kürzlich einen sogenannten „Zero Trust PC" in Thailand vorgestellt, der passwortlose Authentifizierung mit KI-gesteuerten Fingerabdrucksensoren kombiniert. Cequence Security wiederum präsentierte am Dienstag neue Bot-Abwehrmechanismen, die auf die sichere Hardware-Umgebung von Endgeräten setzen und klassische CAPTCHAs ersetzen sollen.
