Programme, Krankenhaus

Bis zu 400 Programme im Krankenhaus: gematik plant einheitliche Datenstandards

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gematik konsultiert Standards für einheitliche Gesundheitsdaten; erste Profile sollen Anfang 2028 veröffentlicht werden.
Modernes, minimalistisches Krankenhaus-Interieur mit klaren Linien und hellem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Digitalisierungsgesellschaft gematik hat ein Konzept für sogenannte Kernprofile vorgestellt, das verbindliche Standards für den Austausch medizinischer Daten etablieren soll.

Für den Entwurf läuft seit dem 19. Oktober 2026 eine öffentliche Kommentierungsphase, die Fachkreisen und Interessierten bis zum 16. November 2026 die Möglichkeit zur Beteiligung bietet. Ziel der Initiative ist es, die technische Zusammenarbeit verschiedener IT-Systeme im deutschen Gesundheitswesen grundlegend zu vereinheitlichen.

Digitaler Grundwortschatz für die Versorgung

Nach den Plänen der gematik sollen die Kernprofile künftig wie ein verbindlicher Grundwortschatz und eine gemeinsame Grammatik fungieren. Sie legen fest, wie zentrale Gesundheitsinformationen digital strukturiert und erfasst werden.

Dazu zählen unter anderem Stammdaten von Patienten sowie Angaben zu Diagnosen und verordneten Medikamenten. Bislang führt die heterogene IT-Landschaft häufig dazu, dass medizinische Daten in unterschiedlichen Formaten gespeichert werden, was die Weitergabe zwischen verschiedenen Leistungserbringern erschwert.

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Wie komplex die aktuelle Ausgangslage ist, verdeutlicht die gematik am Beispiel der stationären Versorgung: In Krankenhäusern können demnach bis zu 400 verschiedene Softwareprogramme parallel im Einsatz sein. Ohne einheitliche semantische Vorgaben erfordert der Informationsaustausch zwischen solchen Systemen oft aufwendige Schnittstellen und birgt Risiken für Informationsverluste.

Bedeutung für Effizienz und Patientenversorgung

Dr. Florian Fuhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der gematik, bezeichnete die Kernprofile als einen zentralen Baustein für die Weiterentwicklung des Sektors. Die einheitlichen Profile seien der Schlüssel für eine zukunftsfähige, effiziente und patientenfreundliche digitale Gesundheitsversorgung. Durch klare und konsistente Datenstrukturen sollen Medienbrüche vermieden und die Versorgungsprozesse spürbar vereinfacht werden.

Die laufende Konsultation soll Rückmeldungen aus der Praxis sammeln, bevor die Standards weiter ausgearbeitet werden. Fachleute und Branchenvertreter haben bis Mitte November Zeit, ihre Anmerkungen zu den vorgelegten Spezifikationen einzureichen.

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Zeitplan bis zur Einführung

Die Umsetzung der neuen Standards ist auf mehrere Etappen angelegt. Nach dem Abschluss der aktuellen Kommentierungsphase und der weiteren Abstimmung soll Mitte 2027 ein erster Fahrplan vorliegen. Die offizielle Veröffentlichung der ersten Kernprofile ist für Anfang 2028 geplant.

Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Spezifikationen so weit konkretisiert werden, dass Softwaredienstleister und Gesundheitseinrichtungen mit der praktischen Integration in ihre IT-Landschaften beginnen können.

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