US-Sperre fĂŒr KI-Software löst Sorgen in Digitalbranche aus
15.06.2026 - 10:32:56 | dpa.de
Die Blockade einer Hochleistungssoftware mit KĂŒnstlicher Intelligenz durch die US-Regierung hat in der deutschen Digitalbranche Sorgen hervorgerufen. Der Branchenverband Bitkom wertete die Sperre des KI-Modells der Firma Anthropic als Signal, sich noch intensiver mit der AbhĂ€ngigkeit Europas von Technik aus den USA zu beschĂ€ftigen. Deutschland und Europa seien beim Zugang zu den stĂ€rksten KI-Modellen vom Wohlwollen der US-Regierung abhĂ€ngig, sagte der PrĂ€sident des Branchenverbandes Bitkom, Ralf Wintergerst. Das habe die ĂŒberraschende Anordnung am Wochenende mehr als deutlich gemacht.
Anthropic hatte am Samstag nach einer Anordnung der US-Regierung den Zugang zu seiner erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Top-Software mit KĂŒnstlicher Intelligenz blockiert. Regierungsbehörden hĂ€tten Anthropic unter Verweis auf die nationale Sicherheit angewiesen, den Zugang aller AuslĂ€nder zu den KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 zu unterbinden, teilte das Unternehmen mit. Das KI-Modell gilt als besonders geeignet, Schwachstellen und SicherheitslĂŒcken in Software aufzuspĂŒren.Â
«Die Sperre hat unmittelbar Auswirkungen auf die LeistungsfĂ€higkeit unserer klassischen Industrien und unserer Verwaltungen und beeintrĂ€chtigt auch unsere Sicherheit und zum Beispiel die Exzellenz unserer Wissenschaft», betonte der Bitkom-PrĂ€sident. Mehr denn je mĂŒsse es jetzt darum gehen, Deutschland und Europa digital souverĂ€n zu machen. «Digitale SouverĂ€nitĂ€t und eigene KI-Kompetenzen gehören mit an die Spitze der politischen PrioritĂ€ten.»
