BlackX: UEFI-Bootkit umgeht Secure Boot trotz aktueller Windows-Updates
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 04:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deSicherheitsforscher beobachten einen neuen UEFI-Bootkit namens BlackX, der vollstÀndig aktualisierte Windows-Systeme kompromittiert und dabei den Sicherheitsmechanismus Secure Boot aushebelt. Berichten von IT-Sicherheitsportalen zufolge nutzt die Schadsoftware eine bekannte Schwachstelle aus, um sich tief im System zu verankern, noch bevor regulÀre Abwehrmechanismen des Betriebssystems greifen können.
RĂŒckgriff auf bekannte Schwachstelle im Bootmanager
BlackX setzt bei seinen Angriffen auf die Schwachstelle CVE-2022-21894, die auch unter der Bezeichnung Baton Drop bekannt ist. Dabei handelt es sich um einen Logikfehler im Windows-Bootmanager. Dieser ermöglicht es Angreifern, Secure Boot zu umgehen und unter bestimmten Voraussetzungen auch BitLocker-SchlĂŒssel zu extrahieren.
Microsoft hatte die LĂŒcke CVE-2022-21894 bereits im Jahr 2022 mit einem Patch versehen, damals jedoch die Zertifikate fĂŒr Ă€ltere, weiterhin anfĂ€llige Bootmanager nicht umgehend fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt.
In den Jahren 2023 und 2024 stellte das Unternehmen weitere Updates bereit. Diese umfassten ein neues Zertifikat, das verwundbare Bootmanager nicht mehr als vertrauenswĂŒrdig einstuft, sowie die technische Möglichkeit, das Vertrauen in Zertifikate Ă€lterer Bootmanager manuell zu widerrufen.
Dennoch waren von BlackX betroffene Organisationen kompromittiert worden, obwohl auf deren Systemen alle verfĂŒgbaren Aktualisierungen eingespielt waren. Eine Analyse des Sicherheitsunternehmens Kaspersky verweist darauf, dass die Schadsoftware keine neu entdeckte SicherheitslĂŒcke ausnutzt, sondern auf Ă€ltere Komponenten zurĂŒckgreift, die vom System weiterhin als vertrauenswĂŒrdig anerkannt werden.
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Manipulation vor dem Start der Sicherheitssoftware
Da BlackX in einer sehr frĂŒhen Phase des Systemstarts agiert, kann der Bootkit bösartige Kernel-Treiber laden, noch bevor die Windows-eigenen Abwehrdienste ĂŒberhaupt aktiv sind. Die Schadsoftware weist zudem eine hohe Persistenz auf: Selbst eine vollstĂ€ndige Neuinstallation des Betriebssystems ĂŒbersteht das Schadprogramm, sofern die infizierte Boot-Partition wĂ€hrend des Vorgangs unberĂŒhrt bleibt.
Bei den bisher registrierten VorfĂ€llen handelte es sich bei BlackX allerdings nicht um den primĂ€ren Zugangsvektor. Die Angreifer verfĂŒgten demnach bereits im Vorfeld ĂŒber Administratorrechte auf den Zielsystemen. Der Bootkit diente in einer spĂ€teren Angriffsphase dazu, die bereits erlangte Position dauerhaft abzusichern und tief im System zu verankern.
Historisch folgt BlackX damit einem Muster, das bereits 2023 mit BlackLotus sichtbar wurde, dem ersten öffentlich dokumentierten UEFI-Bootkit, der Secure Boot auf voll aktualisierten Windows-11-Systemen in freier Wildbahn ĂŒberwinden konnte.
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Kritik an komplexer manueller Absicherung
Kaspersky ĂŒbte deutliche Kritik an den bestehenden SchutzmaĂnahmen. Administratoren mĂŒssten nach der reinen Installation der Patches eigenhĂ€ndig zusĂ€tzliche Schritte ausfĂŒhren, um Ă€ltere Bootmanager vollstĂ€ndig zu blockieren. Die entsprechenden Anleitungen seien jedoch schwer zugĂ€nglich auf den Webseiten von Microsoft hinterlegt.
Microsoft wiederum verwies auf eine zwei Wochen zuvor publizierte Anleitung in der eigenen Knowledge Base. Allerdings enthalte diese Dokumentation keine ausdrĂŒckliche Warnung darĂŒber, dass die regulĂ€ren Software-Patches allein keinen ausreichenden Schutz vor Angriffen nach dem Baton-Drop-Muster gewĂ€hrleisten.
