Blasenentzündung, TCM

Blasenentzündung: TCM empfiehlt drei Akupressurpunkte gegen Beschwerden

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
TCM-Ratgeber erläutern Ernährung, Druckpunkte und Rezepturen; anhaltende Beschwerden erfordern eine ärztliche Abklärung.
Eine kleine Keramikschale mit Adzukibohnen und Gerste auf einem schlichten Holztisch in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Bei wiederkehrenden oder akuten Blasenentzündungen setzt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) auf eine Kombination aus angepasster Ernährung, Akupressur und klassischen pflanzlichen Rezepturen.

Während Infektionen der Harnwege in der Schulmedizin bei Bedarf mit Antibiotika therapiert werden, zielen fernöstliche Methoden darauf ab, das energetische Gleichgewicht der Organe zu stabilisieren und entzündliche Spannungszustände im Unterleib zu regulieren.

Ernährungsempfehlungen: Reize meiden und die Blase entlasten

In Beiträgen zur fernöstlichen Gesundheitslehre wird Betroffenen bei akuten Harnwegsbeschwerden empfohlen, bestimmte Lebensmittel vorübergehend vom Speiseplan zu streichen. Dazu zählen insbesondere kalte Speisen und Getränke sowie Klebreis-Produkte und Ginkgo. Diese Nahrungsmittel können nach dem Verständnis der TCM den Fluss der Körperenergien beeinträchtigen oder innere Kälte und Feuchtigkeit begünstigen.

Stattdessen wird zu Lebensmitteln geraten, die den Harnfluss sanft unterstützen und reinigend wirken. Als besonders bekömmlich gelten dabei Adzukibohnen, Gerste sowie Wassermelone. Diese Nahrungsmittel sollen dazu beitragen, das Gewebe zu kühlen, Entzündungsreize zu mildern und die Harnwege auf natürliche Weise durchzuspülen.

Gezielte Akupressur bei Unterleibsbeschwerden und Erschöpfung

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Neben der Ernährung stellt die Akupressur eine zentrale Selbsthilfemaßnahme dar. Zur Linderung typischer Beschwerden einer Blasenentzündung wie Schmerzen oder häufigem Harndrang werden vor allem drei Leitpunkte hervorgehoben:

  • Yinlingquan: Der Punkt am oberen Innenrand des Unterschenkels dient nach traditioneller Auffassung der Regulation des Wasserhaushalts und der Ausleitung von Feuchtigkeit.
  • Pangguangshu: Dieser Punkt im Bereich des unteren Rückens steht in enger reflektorischer Beziehung zur Harnblase.
  • Zhongji: Auf der Mittellinie des Unterbauchs gelegen, wird er zur Entspannung und Beruhigung des Unterleibs stimuliert.

Gehen die Beschwerden mit ausgeprägter körperlicher Erschöpfung einher, empfiehlt sich die Massage der Punkte Zhongwan im Oberbauch und Guanyuan im unteren Bauchbereich. Fachleute raten hierbei zu einem gezielten Druck von jeweils etwa fünf Sekunden Dauer, der in drei bis fünf Wiederholungen durchgeführt werden kann, um die körperlichen Energiereserven zu stärken.

Differenzierte Rezepturen und Vorbeugung von Rückfällen

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In der TCM sowie der japanischen Kampo-Medizin richtet sich der Einsatz pflanzlicher Rezepturen streng nach den individuellen Symptomen:

  • Gegentang wird bevorzugt in den frühen Anfangsstadien eines Infekts angewendet.
  • Choreito kommt in Betracht, wenn Symptome wie starker Durst, ein persistierendes Restharngefühl, Schmerzen beim Wasserlassen oder Spuren von Blut im Urin auftreten.
  • Goreisan wird empfohlen, wenn Schmerzen beim Wasserlassen und Blut im Urin vorliegen, jedoch weder ausgeprägter Durst noch ein Restharngefühl bestehen.
  • Goren-san wird herangezogen, wenn zusätzlich Menstruationsbeschwerden vorliegen.

Für die längerfristige Vorbeugung wiederkehrender Infekte unterscheiden Experten nach der Grundkonstitution der Betroffenen: Bei älteren Personen mit häufigem nächtlichem Harndrang wird Hachimi-gan beschrieben. Liegen Kältegefühle und eine Neigung zu Durchfall vor, gilt Shinbu-t? als Option.

Bei gleichzeitiger Kälteempfindlichkeit und einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt wird Seishin-renshi-in eingesetzt, während Tokishakuyaku-san vor allem bei Menstruationsschmerzen und Zyklusunregelmäßigkeiten genannt wird.

Einordnung und Grenzen der Selbstbehandlung

In der traditionellen Nosologie werden Störungen der ableitenden Harnwege meist dem Beschwerdebild „Lin-Zheng“ zugeordnet. Begleitend zu diätetischen und manuellen Maßnahmen betonen Fachberater, dass die Erholung des Körpers nach Infekten ausreichend Ruhe, geregelte Schlafzeiten und eine schrittweise Steigerung der körperlichen Aktivität erfordert.

Trotz der sanften Unterstützungsmöglichkeiten durch fernöstliche Methoden unterstreichen Mediziner die Grenzen der Selbsthilfe: Halten Symptome wie Schmerzen, Fieber oder sichtbares Blut im Urin an, ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung unerlässlich, um ein Aufsteigen der Infektion in die Nieren zu verhindern.

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