Blockchain-Finanz: Shinhan startet tokenisierten Won-Fonds
Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Vermögensverwalter Shinhan Asset Management hat am 14. August 2026 eine Absichtserklärung mit dem Technologieunternehmen Plume unterzeichnet, um ein Pilotprojekt für einen tokenisierten Investmentfonds zu starten. Das Vorhaben sieht die Schaffung eines auf die Landeswährung Won (KRW) lautenden Fonds vor, der auf Blockchain-Infrastruktur basiert. Als zugrundeliegender Vermögenswert dient ein Won-Ultra-Kurzfrist-Anleihefonds.
Pilotprojekt zielt auf Offshore-Märkte
Die Kooperation zwischen Shinhan Asset Management und Plume konzentriert sich zunächst auf einen Proof of Concept (PoC) in einem Drittland. Dieser soll ausschließlich für Offshore-Investoren zugänglich sein.
Ziel des Vorhabens ist es, die internationale Nachfrage nach Won-basierten Vermögenswerten durch den Einsatz der Blockchain-Technologie zu erschließen. Dabei orientiert sich das Projekt an dem von BlackRock initiierten BUIDL-Fonds als Benchmark.
Im Rahmen des Pilotprojekts übernimmt Plume die Rolle des technischen Partners. Das Unternehmen ist als Transferagent bei der US-Börsenaufsicht SEC registriert und Mitglied der Depositary Trust and Clearing Corporation (DTCC).
Ein wesentlicher Bestandteil der Testphase am 14. August 2026 ist die Überprüfung regulatorischer Compliance-Anforderungen. Hierbei stehen insbesondere Whitelisting-Verfahren sowie Identitäts- und Geldwäscheprüfungen (KYC/AML) im Fokus. Shinhan Asset Management verwaltet nach aktuellen Angaben ein Vermögen von 133,6 Billionen Won, was etwa 100 Milliarden US-Dollar entspricht.
Finanzinstitute forcieren On-Chain-Lösungen
Die Initiative von Shinhan steht im Kontext einer breiteren Bewegung im Finanzsektor, bestehende Produkte auf Blockchain-Infrastrukturen zu migrieren. Zeitgleich startete die japanische MUFG am 14. August 2026 einen PoC für On-Chain-Repo-Geschäfte mit japanischen Staatsanleihen (JGB) auf dem Canton Network.
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Das Projekt, das unter dem „Payment Innovation Project“ der japanischen Finanzaufsicht FSA läuft, zielt auf die vollständige Automatisierung des Repo-Lebenszyklus und eine Abwicklung rund um die Uhr ab.
Ebenfalls am 14. August 2026 kündigte die israelische Bank Leumi eine Partnerschaft mit Galaxy Digital an. Kunden sollen ab Anfang 2027 Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und Solana über die hauseigene App handeln können, sofern die Genehmigung der Bank of Israel erfolgt. Galaxy stellt hierfür die Handels- und Verwahrinfrastruktur bereit.
Regulatorische Fortschritte und institutionelle Meilensteine
Auch auf regulatorischer Ebene zeigen sich Entwicklungen. Die SEC erteilte Franklin Templeton am 12. August 2026 einen sogenannten No-Action-Letter für die Verwahrung des OnChain US Government Money Fund (FOBXX) in registrierten Fonds. Der FOBXX verwaltete Mitte August 727 Millionen US-Dollar und investiert nahezu vollständig in US-Staatsanleihen und Repos.
Im Bereich der strukturierten Finanzierungen gab Centrifuge am 14. August 2026 bekannt, eine AAA-bewertete CLO-Strategie von Janus Henderson zu tokenisieren. Das Projekt startet mit einer Zusage über 1 Milliarde US-Dollar durch den Partner Grove. Janus Henderson selbst verwaltet in seinem entsprechenden US-ETF-Segment ein Vermögen von 30,07 Milliarden US-Dollar.
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Parallel dazu treibt die DTCC die Kommerzialisierung ihrer Tokenisierungsdienste voran. Nach erfolgreichen Live-Transaktionen mit über 30 Unternehmen, darunter JPMorgan und Goldman Sachs, ist der Start des DTC Tokenization Service für Oktober 2025 geplant.
Das Unternehmen Securitize erreichte unterdessen im dritten Quartal 2026 mit rund 5 Milliarden US-Dollar an verwalteten On-Chain-Assets einen neuen Branchenrekord, nachdem das Unternehmen Anfang Juli den Börsengang an der New York Stock Exchange vollzogen hatte.
