Blutdruck-Check ab 35: Gesetzlich Versicherte haben alle drei Jahre Anspruch
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deRegelmäßige Blutdruckmessungen gelten in der Medizin als eine der wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Anlässlich des Weltmännertags am 3. November ruft die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) gezielt Männer in der Lebensmitte dazu auf, ihre Blutdruckwerte im Blick zu behalten.
Der Hintergrund ist gravierend: Bluthochdruck gilt als der bedeutendste beeinflussbare Risikofaktor für einen Schlaganfall. Da erhöhte Werte über viele Jahre hinweg unbemerkt bleiben können, plädieren Fachorganisationen für eine frühzeitige und strukturierte Selbstkontrolle.
Hohe Dunkelziffer und drastisch erhöhtes Schlaganfallrisiko
Nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga sind in Deutschland zwischen 20 und 30 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen, wobei die meisten von ihnen nichts von ihrer Erkrankung wissen. Auch das Robert Koch-Institut beziffert die Zahl der Betroffenen in Deutschland auf rund 20 bis 30 Millionen Menschen.
Laut der GEDA-Studie des Robert Koch-Instituts weisen 32,8 % der Männer und 30,9 % der Frauen im Land einen Bluthochdruck auf. Die Deutsche Hochdruckliga hebt hervor, dass die Hypertonie in rund 30 % der Fälle unentdeckt bleibt.
Das Gefahrenpotenzial ist erheblich: Bluthochdruck erhöht das Risiko für einen Schlaganfall um das Fünffache. Nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erleiden in Deutschland jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Gleichzeitig verweisen Studien darauf, dass sich mindestens 70 % dieser Fälle durch die gezielte Kontrolle und Behandlung von Risikofaktoren verhindern ließen.
Wie stark die Dunkelziffer selbst im Arbeitsalltag ist, zeigte ein Risiko-Check der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe aus dem Jahr 2025: Unter 2.342 getesteten Mitarbeitenden wies fast die Hälfte erhöhte oder kritische Werte auf, während nur knapp ein Fünftel der Betroffenen entsprechende Medikamente einnahm.
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Empfehlungen zur korrekten Selbstmessung
Um verlässliche Werte zu erhalten, empfiehlt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft die Selbstmessung mit einem geprüften Oberarmgerät. Betroffene sollten nach einer fünfminütigen Ruhephase sowohl morgens als auch abends jeweils zwei Messungen durchführen. Diese Werte sollten über einen Zeitraum von sieben Tagen notiert werden, um anschließend den Durchschnittswert zu ermitteln.
Ergibt sich dabei ein durchschnittlicher Blutdruckwert von 135/85 mmHg oder höher, rät die Fachgesellschaft dazu, eine hausärztliche Praxis aufzusuchen. Gesetzlich Versicherte in Deutschland haben zudem ab einem Alter von 35 Jahren alle drei Jahre einen Anspruch auf einen entsprechenden Blutdruck-Check im Rahmen der Vorsorge.
Spätfolgen und Präventionsmöglichkeiten im Alltag
Die langfristigen Gefahren eines unbehandelten Bluthochdrucks werden häufig unterschätzt. Prof. Markus van der Giet von der Charité und der Deutschen Hochdruckliga weist darauf hin, dass Schäden durch eine nicht behandelte Hypertonie mitunter erst nach mehr als 20 Jahren auftreten.
Die Nationale VersorgungsLeitlinie listet als Folgeerkrankungen unter anderem Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit (KHK), Netzhaut- und Nierenschäden, periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Herzinfarkt, Herzinsuffizienz sowie ein erhöhtes Demenzrisiko auf.
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Medizinische Fachleute betonen daher die Bedeutung nichtmedikamentöser Maßnahmen. Laut der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft können bereits 2,5 Stunden Sport pro Woche maßgeblich zur Risikosenkung beitragen.
Kardiologen empfehlen zudem mehr Bewegung im Alltag – etwa durch Treppensteigen oder die Nutzung des Fahrrads –, ausreichenden Schlaf, die Vermeidung von Stress sowie eine ausgewogene mediterrane Ernährung und Gewichtsreduktion. Lebensstiländerungen können viel bewirken, zumal medikamentöse Therapien mit Nebenwirkungen einhergehen können.
