Blutdruckstudie: Neue Technik soll Manschettenmessungen von 27 auf 7 senken
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 19:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Technologiekonzern Huawei und die Internationale Hochdruckgesellschaft haben gemeinsam einen neuen Innovationsfonds fĂŒr tragbare Blutdrucktechnologie ins Leben gerufen. Die Initiative zur Förderung von Lösungen fĂŒr die mobile Blutdruckmessung und das Blutdruckmanagement wurde auf dem Fachkongress ISH-ECS in Dubai vorgestellt.
Wie aus Branchenberichten hervorgeht, zielt die Kooperation darauf ab, die klinische Forschung und die technologische Weiterentwicklung im Bereich tragbarer MedizingerÀte voranzutreiben.
Im Rahmen des Programms wurden bereits erste Förderungen bewilligt. Aus ĂŒber 80 eingereichten Bewerbungen wĂ€hlte das Gremium drei Forschungsvorhaben aus. Zu den beteiligten Wissenschaftlern gehören Teams der UniversitĂ€t Colombo aus Sri Lanka, der britischen UniversitĂ€ten Edinburgh und Cambridge sowie des Volkskrankenhauses der Peking-UniversitĂ€t aus China.
Neue Hardware und regulatorische Meilensteine
Flankierend zur Forschungsförderung prĂ€sentierte Huawei auf der Fachtagung die Smartwatch WATCH D3, die speziell fĂŒr die kontinuierliche GesundheitsĂŒberwachung konzipiert ist. Die Uhr verfĂŒgt ĂŒber eine oszillometrische Messung mit Mikropumpe und einer extrem dĂŒnnen Luftkammer im Armband. Neben einem 24-Stunden-Blutdrucktracking bietet das GerĂ€t spezifische Messmodi fĂŒr die Phasen vor und nach sportlichen Trainingseinheiten.
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Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um das branchenweit erste GerÀt dieser Kategorie, das sowohl die europÀische CE-Kennzeichnung nach der EU-Medizinprodukte-Verordnung MDR als auch eine chinesische Klasse-II-Zulassung als Medizinprodukt erhalten hat.
Die Zertifizierung deckt Einzelmessungen, ambulante Messungen sowie Erfassungen rund um sportliche AktivitĂ€ten ab. In ersten europĂ€ischen MĂ€rkten wie Spanien wurde die Uhr Ende Oktober zu einem Preis von 449 Euro eingefĂŒhrt.
Klinische Studien zur Belastungsreduktion
Ein zentraler Bestandteil der ForschungsbemĂŒhungen ist eine gemeinsam mit dem Ruijin-Krankenhaus der Shanghai Jiao Tong UniversitĂ€t durchgefĂŒhrte Studie zur minimal störenden ambulanten Blutdruckmessung. Das wissenschaftliche Projekt kombiniert die oszillometrische Manschettenmessung mit optischer Sensorik ĂŒber Photoplethysmographie.
Ziel der Untersuchung ist es, die Belastung fĂŒr Patienten wĂ€hrend einer 24-Stunden-Ăberwachung deutlich zu verringern. Durch den kombinierten Technologieansatz soll die Anzahl der notwendigen Manschetteninflatierungen von bislang ĂŒblichen 27 Messungen auf 7 reduziert werden. FĂŒr die Studie ist zudem eine Ausweitung auf klinische Zentren in Saudi-Arabien und Malaysia geplant.
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Fachkongress setzt neue globale Leitlinien
Die PrÀsentationen fanden im Rahmen der 31. Wissenschaftlichen Tagung der Internationalen Hochdruckgesellschaft statt, die gemeinsam mit der 17. Jahreskonferenz der Kardiologischen Gesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai ausgerichtet wurde. Die Veranstaltung zÀhlte 2.200 Fachteilnehmer aus 83 LÀndern.
Auf der Konferenz veröffentlichte die Hochdruckgesellschaft zudem ihre neuen weltweiten Leitlinien fĂŒr das Hypertonie-Management. Diese legen einen verstĂ€rkten Fokus auf standardisierte Messverfahren und empfehlen einen frĂŒheren Behandlungsbeginn bei anhaltenden Blutdruckwerten ab 130 zu 80 mmHg.
ErgĂ€nzend stellte die Organisation mit ISH OnTheGo ein KI-gestĂŒtztes Web-Tool vor, das medizinischem Fachpersonal den schnellen Abruf von Leitlinienempfehlungen ĂŒber mobile EndgerĂ€te oder Computer erleichtern soll.
