Bluthochdruck, DASH-Ernährung

Bluthochdruck: DASH-Ernährung senkt den systolischen Wert binnen acht Wochen

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen moderate Verbesserungen bei Gewicht und Blutdruck; eine Analyse fand nach zwölf Wochen keinen bedenklichen Kaliumanstieg.

DASH-Ernährung bei Bluthochdruck: Effekte und Kaliumsicherheit untersucht
Frisches Gemüse, Obst, Nüsse und Vollkornprodukte auf einem hölzernen Küchentisch in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Umstellung der Ernährung gilt in der Behandlung von Hypertonie als ein zentraler therapeutischer Baustein. Aktuelle Fachpublikationen heben in diesem Zusammenhang die bewährten Grundprinzipien der sogenannten DASH-Ernährung hervor.

Der ernährungsmedizinische Ansatz zielt darauf ab, den systolischen Blutdruck effektiv zu verringern. Berichten zufolge kann eine konsequente Umsetzung der Vorgaben den systolischen Wert nach acht Wochen in einem Ausmaß senken, das der Wirkung einer Standarddosis eines blutdrucksenkenden Medikaments nahekommt.

Die fünf Kernprinzipien des Ernährungskonzepts

Das Konzept beruht nicht allein auf einer Salzreduktion, sondern auf einem ganzheitlichen Ernährungsmuster. Fachberichte fassen die praktische Umsetzung in fünf wesentlichen Regeln zusammen:

  • Mindestens zwei Drittel aller Getreideprodukte sollten als Vollkorn gewählt werden.
  • Auf dem täglichen Speiseplan stehen fünf Portionen Gemüse und fünf Portionen Früchte.
  • Der Konsum fettarmer Milchprodukte beläuft sich auf ein bis zwei Tassen pro Tag.
  • Rotes sowie verarbeitetes Fleisch wird systematisch durch Geflügel, Fisch und Hülsenfrüchte ersetzt.
  • Als Fettquellen dienen ungesalzene Nüsse sowie pflanzliche Öle.

Vor Beginn einer stark kaliumreichen Kostform sollten Menschen mit bestehenden Nierenerkrankungen jedoch ärztlichen Rat einholen, da eine veränderte Zufuhr medizinisch überwacht werden muss.

Datenlage zu Gewichtsverlust und Blutdrucksenkung

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen die Effekte dieses Speiseplans auf verschiedene Körperwerte. Eine Metaanalyse von zehn randomisierten Studien bei Erwachsenen ergab für die DASH-Diät gegenüber Vergleichsdiäten über einen Zeitraum von 8 bis 24 Wochen eine mittlere Gewichtsabnahme von 1,42 kg (95%-Konfidenzintervall: 2,03 bis 0,82 kg weniger).

Bei diesem Wert handelt es sich um einen statistischen Gruppenunterschied und nicht um eine individuelle Prognose. Ergänzend dazu zeigte sich in sechs Studien über 8 bis 52 Wochen ein Unterschied beim Body-Mass-Index (BMI) von ?0,42 kg/m² sowie in zwei Studien über 24 Wochen eine Verringerung des Taillenumfangs um ?1,05 cm.

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Umfangreichere Daten aus 54 Studien mit Teilnehmenden mit chronischen Erkrankungen wiesen im Mittel Differenzen von ?1,59 kg beim Körpergewicht, ?0,64 kg/m² beim BMI und ?1,93 cm beim Taillenumfang aus. Der systolische Blutdruck sank in diesen Untersuchungen um durchschnittlich ?3,94 mmHg, während der diastolische Blutdruck um ?2,44 mmHg zurückging.

Eine Untersuchung mit üblicher Ernährung als Vergleichsgruppe verzeichnete nach sechs Monaten eine Gewichtsreduktion von ?3,6 kg. Die langfristige Wirkung des Ernährungsmodells gilt wissenschaftlich jedoch weiterhin als noch nicht abschließend belegt.

Neue Erkenntnisse zur Kaliumsicherheit unter Medikation

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Forschung der Sicherheit der kaliumreichen Ernährung. Bei den wissenschaftlichen Tagungen der American Heart Association (AHA Hypertension Scientific Sessions 2026), die vom 7. bis 11. Oktober 2026 stattfanden, wurde eine Sekundäranalyse der GoFresh- und GoFresh-Rx-Studien vorgestellt.

Die in Boston zwischen August 2022 und September 2026 durchgeführte Untersuchung umfasste 356 schwarze Erwachsene mit Bluthochdruck, einem Durchschnittsalter von 53 Jahren und einem Frauenanteil von 70 Prozent.

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Alle Teilnehmenden wiesen zu Beginn einen normalen Kaliumspiegel auf: Er lag bei 4,16 mmol/L in der Gruppe mit DASH-Lebensmitteln und bei 4,18 mmol/L in der Vergleichsgruppe. Über die bereitgestellten Mahlzeiten wurden rund 4.700 mg Kalium pro Tag bei einem Kalium-Natrium-Verhältnis von 2:1 zugeführt.

Nach 12 Wochen stieg der Blutkaliumspiegel nicht signifikant oder auf bedenkliche Werte an. Dies galt auch bei gleichzeitiger Einnahme von ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptorblockern (ARBs), kaliumsparenden Diuretika, Betablockern oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Einschränkend verweisen die Fachautoren darauf, dass Personen mit fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung der Stadien 4 und 5 sowie Menschen mit bereits erhöhtem Ausgangskalium nicht Teil der Analyse waren. Eine uneingeschränkte Übertragbarkeit der Resultate auf andere Bevölkerungsgruppen ist daher bislang nicht gesichert.

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