Bluthochdruck, DASH-

Bluthochdruck: DASH- und Mittelmeer-Diät senken den Wert um bis zu 11 mm Hg

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Leitlinien beschreiben Kombinationstherapien; Ernährung, Bewegung und Gewichtsabnahme können den Blutdruck ebenfalls senken.
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum in einer Arztpraxis mit einer leeren Untersuchungsliege und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die erfolgreiche Behandlung von Bluthochdruck erfordert ein abgestimmtes Zusammenspiel aus gezielter Pharmakotherapie und dauerhaften Anpassungen der Lebensführung. Aktuelle fachliche Beiträge und Leitlinien erläutern verschiedene therapeutische Ansätze, mit denen Betroffene vorgegebene Zielwerte sicherer erreichen können. Dabei stehen strukturierte Behandlungsschemata und präventive Alltagsmaßnahmen im Fokus medizinischer Konzepte.

Leitlinienkonzepte und strukturierte Kombinationstherapien

Ein zentraler Bestandteil moderner Behandlungsansätze ist die frühzeitige und konsequente Senkung erhöhter Werte. Aldo Maggioni von der ANMCO stellte dazu laut einem Bericht vom 19. Oktober 2026 das sogenannte LESS-Framework vor, dessen Abkürzung für ambitioniertere Zielwerte, eine frühere Kontrolle, wirksamere Therapien und einfachere Behandlungsschemata steht.

Das Konzept befasst sich unter anderem mit Kombinationstherapien, die Wirkstoffe wie Ramipril, Amlodipin und Hydrochlorothiazid in dualen oder dreifachen Zusammensetzungen nutzen.

Orientierung für die medikamentöse Praxis bieten auch internationale Regelwerke. Die chinesische Basis-Hypertonie-Leitlinie 2025 empfiehlt fünf Wirkstoffklassen für die Erstlinien-Langzeittherapie. Bei leichter bis mittelschwerer Hypertonie rät das Dokument zu Kalziumkanalblockern (CCB) oder Sartanen.

Ältere Betroffene mit isolierter systolischer Hypertonie sollen mit CCB und einem niedrig dosierten Diuretikum behandelt werden, während bei Vorliegen von Diabetes oder Nierenerkrankungen ACE-Hemmer oder Sartane empfohlen werden; tritt Reizhusten auf, sei ein Wechsel auf ein Sartan angezeigt.

Liegen die Blutdruckwerte unter einer Monotherapie weiterhin über 140/90 mmHg, wird eine Zweifachkombination aus Sartan und CCB, Sartan und Diuretikum oder CCB und Diuretikum angeraten. ACE-Hemmer und Sartane dürfen laut der Leitlinie keinesfalls miteinander kombiniert werden.

Liegt der Ausgangsblutdruck bereits über 160/100 mmHg, empfiehlt die Leitlinie eine Fixkombination wie Irbesartan mit Hydrochlorothiazid oder Valsartan mit Amlodipin. Bei Einnahme von ACE-Hemmern, Sartanen oder Diuretika sollten Kaliumwerte und Nierenfunktion alle drei bis sechs Monate kontrolliert werden.

Bestimmte Kontraindikationen sind zudem strikt zu beachten: Thiazid-Diuretika sind bei Gicht kontraindiziert, Betablocker bei einer Herzfrequenz von unter 55 Schlägen pro Minute sowie ACE-Hemmer und Sartane bei beidseitiger Nierenarterienstenose und in der Schwangerschaft.

Ergänzend dazu enthält die japanische Leitlinie zum Hypertonie-Management und zur Hypertonie-Therapie 2025 neue Hinweise zur Verabreichung von RAAS-Inhibitoren bei vorliegenden Nierenfunktionsstörungen.

Wirkungsverlauf und Risiken der Pharmakotherapie

Bei der Einnahme einzelner Präparate zeigen sich unterschiedliche Wirkungsverläufe. So senkt der ACE-Hemmer Lisinopril den Blutdruck häufig bereits nach 60 Minuten, erreicht seine maximale Wirksamkeit nach etwa sechs Stunden und führt bei manchen Patienten nach zwei bis vier Wochen regelmäßiger Einnahme zu einer optimalen Kontrolle.

Der Betablocker Metoprolol-Tartrat kann bereits nach einer Stunde wirken. Grundsätzlich gilt die Vorgabe, Dosierungen nicht eigenmächtig zu verändern oder Medikamente unabsprachig abzusetzen.

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Auf den wissenschaftlichen Sitzungen der American Heart Association, die vom 7. bis 11. Oktober in Arlington im US-Bundesstaat Virginia stattfanden, präsentierte Marian Budu vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston eine Sekundäranalyse der Studien GoFresh und GoFresh Rx.

Die Untersuchung ergab, dass eine hohe Kaliumzufuhr über eine DASH-Ernährung bei Personen unter blutdrucksenkender Medikation den Kaliumspiegel nicht auf gefährliche Werte ansteigen ließ. Allerdings warnte Budu vor riskanten Kaliumwerten bei gleichzeitiger Einnahme von Blutdrucksenkern und nichtsteroidalen Antirheumatika wie Ibuprofen.

Kevin Volpp von der University of Pennsylvania, der nicht an der Arbeit beteiligt war, bestätigte das Ausbleiben signifikanter Kaliumanstiege, wies jedoch auf Einschränkungen der noch nicht im Peer-Review-Verfahren geprüften Untersuchung hin: Teilnehmende mit Nierenerkrankungen im Stadium 4 oder 5 sowie Personen mit bereits erhöhten Kaliumwerten seien ausgeschlossen gewesen, zudem umfasste die Gruppe ausschließlich afroamerikanische Erwachsene in Boston ohne Nennung konkreter Teilnehmerzahlen oder Messwerte.

Lebensstil und Ernährung zur Blutdrucksenkung

Neben pharmazeutischen Maßnahmen spielen Anpassungen im Alltag eine wesentliche Rolle. Nach Angaben der Clínica Mayo senkt jedes verlorene Kilogramm Körpergewicht den Blutdruck um etwa 1 mm Hg. Zudem können Ernährungsmuster wie die DASH-Diät oder die mediterrane Ernährung den systolischen Wert um bis zu 11 mm Hg reduzieren.

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Demnach senkt regelmäßiger Ausdauersport bei 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver Aktivität pro Woche kombiniert mit Krafttraining an mindestens zwei Tagen den Druck um 5 bis 8 mm Hg; als Schlafdauer werden 7 bis 9 Stunden empfohlen.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, täglich weniger als 5 g Salz – entsprechend weniger als 2.000 mg Natrium – zu konsumieren, für die meisten Erwachsenen vorzugsweise unter 1.500 mg, was den Blutdruck um 5 bis 6 mm Hg senke.

Die American Heart Association empfiehlt maximal 2,3 g Natrium pro Tag, was rund 5,8 g Kochsalz oder einem gestrichenen Teelöffel entspricht, sowie mindestens 150 Minuten Bewegung wöchentlich.

Bei krisenhaft erhöhten Messwerten über 180 mmHg systolisch oder über 120 mmHg diastolisch ohne Symptome rät die Organisation, nach mindestens einer Minute erneut zu messen und bei Fortbestehen umgehend einen Arzt aufzusuchen. Treten Begleitsymptome wie Brustschmerz, Atemnot, Schwäche, Taubheitsgefühl, Seh- oder Sprachstörungen auf, ist sofort der Notruf zu wählen.

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