Bluthochdruck, DASH-

Bluthochdruck: DASH- und Mittelmeerkost senken den Wert um bis zu 11 mmHg

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
DASH-Kost, Bewegung und weitere Gewohnheiten können den Blutdruck senken, ersetzen Medikamente jedoch hÀufig nicht.
Eine Auswahl frischer, unverarbeiteter Lebensmittel wie GemĂŒse, NĂŒsse und Olivenöl auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

In der Debatte ĂŒber chronische Erkrankungen rĂŒckt die ganzheitliche Betrachtung von Lebensgewohnheiten zunehmend in den Mittelpunkt. Nach EinschĂ€tzung des Kardiologen Dariush Mozaffarian von der Tufts School of Medicine hĂ€ngen Leiden wie SchlaganfĂ€lle, Herzinfarkte, SpĂ€tfolgen von Diabetes sowie Immunerkrankungen von Multipler Sklerose bis hin zu rheumatoider Arthritis nicht primĂ€r von einzelnen Vitaminen ab, sondern maßgeblich vom gesamten ErnĂ€hrungsmuster.

Die Reduzierung auf vereinzelte ÜbeltĂ€ter – wie gesĂ€ttigte Fette in den 1970er-Jahren oder Zucker in aktuellen Diskussionen – greife zu kurz. Wissenschaftlich belegt seien vor allem die negativen Effekte unausgewogener Gesamtmuster.

Die Bedeutung ganzheitlicher ErnÀhrungsformen

Die typische westliche ErnĂ€hrungsweise, geprĂ€gt von Weißmehl, stark verarbeiteten Produkten und zuckerhaltigen Softdrinks, wird laut Mozaffarian mit Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden, Übergewicht sowie Diabetes in Verbindung gebracht. DemgegenĂŒber zeige die mediterrane Kost, bei der rund 43 Prozent der Kalorien aus Fetten – ĂŒberwiegend in Form von Pflanzenölen – stammen, positive Effekte auf die Gesundheit.

Diese Beobachtungen decken sich mit Erkenntnissen einer Studie des Deutschen Zentrums fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) aus dem September 2026, an der rund 7.500 Erwachsene teilnahmen. Demnach unterstĂŒtzen zehn spezifische ErnĂ€hrungsweisen ein gesundes Altern, darunter vegetarische Kostformen und die DASH-DiĂ€t.

Schwere Vitaminmangelerkrankungen seien in der allgemeinen Bevölkerung inzwischen selten. Spezifische ErgĂ€nzungen bleiben Ausnahmen: Schwangere benötigen FolsĂ€ure und Omega-3-FettsĂ€uren, wĂ€hrend fĂŒr Senioren zusĂ€tzliches Vitamin B12 angeraten sei.

Blutdrucksenkung durch gezielte Gewohnheiten

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FĂŒr die PrĂ€vention und Behandlung der Hypertonie sind strukturierte LebensstilĂ€nderungen von zentraler Bedeutung. Angaben der Mayo Clinic zufolge fĂŒhrt eine Gewichtsreduktion zu einer messbaren Senkung des Blutdrucks um etwa 1 mm Hg pro verlorenem Kilogramm Körpergewicht.

Durch eine ErnĂ€hrung nach dem DASH- oder Mittelmeerkonzept lasse sich der systolische Wert um bis zu 11 mmHg reduzieren. Eine Begrenzung des Salzkonsums – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weniger als 5 Gramm tĂ€glich, noch effektiver sind maximal 1.500 mg Natrium pro Tag – kann den Druck um weitere 5 bis 6 mmHg verringern.

DarĂŒber hinaus empfiehlt die Mayo Clinic mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive aerobe AktivitĂ€t pro Woche kombiniert mit Krafttraining an zwei Tagen, was eine Reduktion um 5 bis 8 mmHg bewirken könne.

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Publikationen von Harvard Health Publishing und der Mayo Clinic heben hervor, dass isometrisches Krafttraining wie Planks oder Wandsitzen in Kombination mit Ausdauersport besonders vorteilhafte GefĂ€ĂŸeffekte erziele. Ausreichender Schlaf von sieben bis neun Stunden, Stressmanagement sowie der Verzicht auf Nikotin und E-Zigaretten bilden weitere Grundpfeiler.

Sicherheitsaspekte und therapeutischer Rahmen

Bei der ErnĂ€hrungsumstellung von Bluthochdruckpatienten bestanden mitunter Bedenken hinsichtlich möglicher Risiken. Eine im Oktober 2026 bei den Fachtagungen der American Heart Association vorgestellte Voranalyse der Studien GoFresh und GoFresh-Rx durch Marian Budu (Beth Israel Deaconess) ergab jedoch, dass eine kaliumreiche DASH-ErnĂ€hrung das Blutkalium bei medikamentös behandelten Hypertonikern nicht auf gefĂ€hrliche Werte anhob. Diese vorlĂ€ufigen Daten beziehen sich allerdings auf eine spezifische Stichprobe und schließen schwerere Nierenerkrankungen aus.

Fachleute weisen darauf hin, dass LebensstilĂ€nderungen die medikamentöse Therapie in vielen FĂ€llen nicht ersetzen, sondern ergĂ€nzen. Untersuchungen mit Betroffenen verdeutlichen, dass Umstellungen im Alltag oft als mĂŒhsam empfunden werden und manche Patienten Medikamente bevorzugen.

Angesichts von weltweit rund 1,4 Milliarden betroffenen Erwachsenen im Alter von 30 bis 79 Jahren bleibt die Kombination aus pharmakologischer Behandlung und evidenzbasierten Verhaltensmustern die wirksamste Strategie gegen kardiovaskulÀre Folgeerkrankungen.

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