Bluthochdruck im Alter: Bei über 70-Jährigen in Österreich sind 70 Prozent betroffen
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gesundheitsratgeber widmen sich verstärkt der Einordnung wirksamer Maßnahmen gegen Wassereinlagerungen und Bluthochdruck. Beide Beschwerdebilder treten im höheren Lebensalter gehäuft auf und erfordern eine differenzierte Betrachtung von Ursachen, Alltagsgewohnheiten und medizinischen Risiken.
Ursachen von Ödemen und verlässliche Gegenmaßnahmen
Wassereinlagerungen sind keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom anderer körperlicher Vorgänge. Häufige Ursachen sind Venenschwäche, die sich typischerweise beidseitig zeigt und gegen Abend zunimmt, oder Herzschwäche, die oft mit Atemnot und Gewichtszunahme einhergeht.
Auch Nieren- und Lebererkrankungen sowie bestimmte Medikamente wie Amlodipin und Kortison können Ödeme auslösen. Tritt eine Schwellung hingegen einseitig, plötzlich und schmerzhaft auf, deutet dies auf eine Thrombose hin. Daneben kommen Lymphödeme als Auslöser infrage.
Liegen funktionelle, venös bedingte Schwellungen vor, lassen sich die Beschwerden durch gezielte Entlastung verringern. Dazu zählen regelmäßige Bewegung zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe, das Hochlagern der Beine sowie Kompressionsmaßnahmen.
Ebenso tragen eine Reduktion des Körpergewichts und eine moderate Reduzierung des Salzkonsums zur Linderung bei. Eine kaliumreiche Kost mit Obst und Gemüse wirkt zudem dem Natrium entgegen. Kaliumpräparate sollten jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden, da sie bei bestehender Nierenschwäche Gefahren bergen.
Risiken durch Selbstmedikation
Von unüberlegten Behandlungsversuchen wird dringend abgeraten. Entwässerungstabletten und entwässernde Tees in Eigenregie bieten keinen gesundheitlichen Nutzen und bergen erhebliche Risiken. Pflanzliche Mittel wie Rutin oder Rosskastanie können zwar einen geringen lindernden Effekt auf die Symptome entfalten, beeinflussen den eigentlichen Krankheitsverlauf jedoch nicht.
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Grenzwerte und Lebensstil bei Bluthochdruck
Weltweit sind 1,28 Mrd. Menschen von Bluthochdruck betroffen, was rund 25% der Weltbevölkerung entspricht. Bei den über 70-Jährigen steigt die Häufigkeit in Österreich auf etwa 70%. Bleibt die Hypertonie unbehandelt, drohen schwere Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Herzinsuffizienz, Nierenschwäche und Sehstörungen. In Deutschland wissen 71% der betroffenen Frauen und 72% der betroffenen Männer von ihrer Erkrankung.
Als normaler Richtwert gilt ein Blutdruck von 120/70 mmHg. Nach den Leitlinien von ESC und ESH liegt Behandlungsbedarf ab Werten von mehr als 129 mmHg systolisch oder mehr als 75 mmHg diastolisch vor.
Eine medikamentöse Hochdrucktherapie beginnt ab 140/90 mmHg. Niedriger Blutdruck um 95/50 mmHg erfordert in der Regel keine Behandlung, es sei denn, es treten Symptome wie Ohnmacht auf. Fachärztliche Empfehlungen zur Senkung des Drucks umfassen:
- mindestens 30 Minuten tägliche Bewegung
- pflanzenbetonte Ernährung
- Gewichtsreduktion
- Einschränkung von Salz- und Alkoholkonsum
- konsequenter Rauchstopp
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Zuverlässige Diagnose und Warnung vor Apps
Die Diagnose eines Bluthochdrucks erfordert Praxiswerte von über 135/85 mmHg an zwei verschiedenen Tagen oder eine häusliche Dokumentation von mehr als 135/85 mmHg über sieben Tage. Ohne technisches Messgerät lässt sich der Blutdruck nicht bestimmen; das Tasten des Pulses erlaubt lediglich Rückschlüsse auf Frequenz und Rhythmus, nicht auf die Druckhöhe.
Fachleute empfehlen für die Selbstmessung, einmal monatlich an sieben aufeinanderfolgenden Tagen morgens und abends jeweils zwei Messungen durchzuführen und den Mittelwert zu berechnen.
Von Smartphone-Apps zur Blutdruckmessung raten Fachleute ab. Untersuchungen der Johns Hopkins University, die im Fachjournal JAMA Internal Medicine erschienen sind, belegen deren Unzuverlässigkeit: Die Anwendungen wichen im Mittel um 12,4 mmHg systolisch sowie 10,1 mmHg diastolisch ab. In 78% der Fälle wurden vorliegende Hypertonie-Werte fälschlicherweise als unauffällig eingestuft.

