Bluthochdruck-Therapie: 500er-Studien bestätigen Ultraschall-Erfolg
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung von schwer einstellbarem Bluthochdruck bekommt Zuwachs. Im Fokus der Fachwelt steht die ultraschallbasierte renale Denervation (uRDN) – ein minimalinvasives Verfahren, das gezielt Nerven an den Nierenarterien deaktiviert, um den Blutdruck dauerhaft zu senken.
Was die Studienlage sagt
Die wissenschaftliche Basis ist solide. Die Radiance-II-Studie im Fachmagazin JAMA belegt an 224 Probanden eine signifikante Blutdrucksenkung über mindestens zwei Monate. Insgesamt bestätigen drei Studien mit mehr als 500 Teilnehmern die Wirksamkeit – von milden bis zu schweren Verläufen.
Das Prinzip: Die überaktive Kommunikation zwischen Gehirn und Nieren wird unterbrochen. Genau diese Fehlsteuerung treibt den Blutdruck oft in die Höhe. Für Patienten, bei denen Medikamente nicht ausreichen, könnte die uRDN zur verlässlichen Option werden.
So läuft der Eingriff ab
In der Praxis kommen spezialisierte Ultraschallsysteme wie das Paradise-System zum Einsatz. Klinische Berichte vom 20. Juli 2026 zeigen: An einem einzigen Tag wurden fünf uRDN-Eingriffe erfolgreich durchgeführt.
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Dr. Robert Höllriegel lobte die Benutzerfreundlichkeit des Systems und die steile Lernkurve für das Personal. „Hohe Sicherheit und unmittelbare Wirksamkeit“ hob er hervor. Der Vorteil gegenüber anderen Verfahren: Die präzise Energieabgabe schont das umliegende Gewebe.
Markt mit rasantem Wachstum
Der Markt für Denervationsgeräte hat sich rasant entwickelt. 2012 lag das Volumen bei 88,5 Millionen US-Dollar. Prognosen für 2021 gingen von 1,9 Milliarden US-Dollar aus – ein jährliches Wachstum von über 41 Prozent.
Lange dominierte Medtronics Symplicity-System mit über 85 Prozent Marktanteil. Inzwischen haben Boston Scientific, St. Jude Medical, Covidien und ReCor Medical den Wettbewerb belebt. Europa ist mit über 80 Prozent die führende Region.
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Warum die Nachfrage steigt
Die medikamentöse Therapie stößt oft an Grenzen. Eine Metaanalyse von 716 Studien mit über 159.000 Probanden in JAMA zeigt: Sartane haben das geringste Abbruchrisiko – 27 Prozent niedriger als Placebo. Kalziumkanalblocker hingegen weisen ein um 43 Prozent erhöhtes Abbruchrisiko auf.
Diese Verträglichkeitsunterschiede führen zu Problemen bei der Therapietreue. Genau hier setzen einmalige, gerätebasierte Eingriffe wie die renale Denervation an – als ergänzende Säule im Management chronischer Erkrankungen.
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