Bluttest ab 40 Jahren: Neue Alzheimer-Früherkennung mit 97,6% Genauigkeit
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 20:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Diagnose der Alzheimer-Erkrankung steht vor einem bedeutenden technologischen Wandel. In den vergangenen Tagen hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) mehrere Bluttests zugelassen, die darauf abzielen, die Identifizierung der Amyloid-Pathologie zu vereinfachen und die Abhängigkeit von invasiven oder teuren Verfahren wie der Liquor-Diagnostik oder der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zu verringern.
Fortschritte in der Diagnostik durch Roche und Eli Lilly
Ein wesentlicher Schritt in der flächendeckenden Versorgung ist die FDA-Zulassung für den Bluttest „Elecsys Phospho-Tau Plasma“. Das von Roche in Kooperation mit Eli Lilly entwickelte Verfahren dient der Erkennung der Alzheimer-Alzheimer-Pathologie bei Personen ab 55 Jahren. Die Testergebnisse werden dabei in die Kategorien positiv, intermediär oder negativ eingeteilt.
Hintergrund dieser Entwicklung ist die hohe Dunkelziffer in der Demenz-Diagnostik. Branchenangaben zufolge wurden bisher rund 75 Prozent der Demenzkranken nicht hinreichend getestet. Um die Verfügbarkeit des neuen Verfahrens zu erhöhen, planen große Labornetzwerke wie Quest Diagnostics und Labcorp bereits die Aufnahme des Elecsys-Tests in ihr Portfolio. Dies könnte den Zugang zu spezialisierter Diagnostik erheblich beschleunigen.
Präzisionsdiagnostik für jüngere Patientengruppen durch C2N
Parallel dazu erhielt das Unternehmen C2N Diagnostics die Zulassung für seinen Bluttest „PrecivityAD2“. Dieser Test markiert eine Premiere, da er bereits für symptomatische Erwachsene ab einem Alter von 40 Jahren zugelassen ist.
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Das Verfahren nutzt die Massenspektrometrie, um spezifische Proteine im Blut zu messen – konkret das Verhältnis von A?42 zu A?40 sowie p-tau217 und np-tau217. Aus diesen Werten wird der sogenannte „Amyloid Probability Score 2“ berechnet.
Die technologische Grundlage für diesen Test wurde an der Washington University entwickelt und anschließend durch C2N kommerzialisiert. Finanzielle Unterstützung für die Entwicklung leistete unter anderem die Alzheimer's Drug Discovery Foundation (ADDF).
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Der Test zeigt in klinischen Untersuchungen eine hohe Leistungsfähigkeit: Er erkennt Amyloid-Plaques mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent. Bei der Identifizierung positiver Biomarker wird sogar eine Genauigkeit von 97,6 Prozent angegeben. Spezifischere Daten aus dem Zulassungsverfahren beziffern die Sensitivität auf etwa 90 Prozent und die Spezifität auf circa 92 Prozent.
Marktkontext und medizinische Relevanz
Die steigende Zahl an zugelassenen Tests – mittlerweile befinden sich mehrere Konkurrenzprodukte am Markt – reagiert auf einen wachsenden medizinischen Bedarf. Schätzungen zufolge leben allein in den USA über 7 Millionen Menschen mit der Alzheimer-Krankheit.
Die Einführung präziser Bluttests wird als entscheidend angesehen, um Patienten frühzeitiger einer adäquaten Behandlung zuzuführen, insbesondere vor dem Hintergrund neuer medikamentöser Therapien, die auf den Abbau von Amyloid-Plaques abzielen.
Durch die Erweiterung des diagnostischen Arsenals auf Personen ab 40 Jahren durch C2N und die Kooperation großer Diagnostik-Akteure wie Roche und Eli Lilly für die Altersgruppe ab 55 Jahren zeichnet sich eine stärkere Differenzierung und Spezialisierung im Bereich der kognitiven Gesundheit ab. Experten sehen in diesen Entwicklungen das Potenzial, die Hürden für eine verlässliche Diagnose signifikant zu senken.
