BNY Mellon: Digitale Transferstellen für 8,6 Bio. Dollar starten
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 02:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Finanzinstitut BNY Mellon hat am 29. Juli 2026 den Start seiner globalen Kapazitäten für digitale Transferstellen bekannt gegeben. Mit diesem Schritt erweitert das Unternehmen seine Fondsdienstleistungen offiziell auf den Bereich der digitalen Vermögenswerte. Die neue Infrastruktur soll sowohl tokenisierte Wertpapiere als auch die Administration digitaler Fonds unterstützen und eine Brücke zwischen traditionellen Finanzmärkten und der Blockchain-Technologie schlagen.
Blockchain-Integration und Effizienzsteigerungen im Fondswesen
Ein Kernaspekt der neuen Dienstleistung ist die Verlagerung der Registerführung der Transferstelle auf die Blockchain. Durch die Schaffung eines einheitlichen On-Chain-Eigentumsregisters beabsichtigt BNY Mellon, die Anzahl der beteiligten Zwischeninstanzen deutlich zu reduzieren. Die Aufzeichnungen erfolgen auf einem gemeinsam genutzten Ledger, was den Abstimmungsbedarf zwischen den Parteien minimiert und eine Abwicklung von Transaktionen rund um die Uhr ermöglicht.
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Das System ist so konzipiert, dass es sowohl tokenisierte als auch traditionelle Fonds auf der Blockchain unterstützt. Dabei differenziert die technologische Lösung zwischen sogenannten Mirror-Token und dem nativen On-Chain-Eigentum. Ein wesentlicher Fortschritt besteht darin, dass rechtliche Eigentumstitel für tokenisierte Fonds künftig direkt On-Chain abgebildet werden können. Trotz dieser Neuerungen betonte das Institut, dass bestehende Altsysteme erhalten bleiben und das traditionelle System vorerst parallel zur digitalen Infrastruktur existieren wird.
Unterstützung für Stablecoins und neue Fondsklassen
Die digitale Transferstelle von BNY Mellon ist für den Einsatz über verschiedene Rechtsordnungen und unterschiedliche Blockchains hinweg ausgelegt. Funktional unterstützt die Plattform Zeichnungen in Fiat-Währungen sowie in Stablecoins. Zudem werden Prozesse wie das Erzeugen (Mint) und Vernichten (Burn) von digitalen Anteilen automatisiert abgebildet.
Im Rahmen der Einführung wurden bereits konkrete Projekte mit namhaften Partnern bekannt. So hat Baillie Gifford den ersten in Großbritannien regulierten tokenisierten Fonds unter der Bezeichnung BAGEY aufgelegt. BNY Dreyfus wird mit BLIQUID einen digital-nativen Geldmarktfonds anbieten, während BlackRock den Start einer tokenisierten Anteilsklasse namens BSTBL plant. Diese Anwendungen sind Teil eines integrierten Angebots für digitale Vermögenswerte, das auch Verwahrungslösungen und Dienstleistungen rund um Stablecoins umfasst.
Marktstellung und regulatorischer Kontext
BNY Mellon verwaltet im Bereich der Transferstellen aktuell Vermögenswerte in Höhe von 8,6 Billionen US-Dollar und führt rund 7,6 Millionen Konten. Insgesamt belaufen sich die verwahrten Vermögenswerte des Instituts auf mehr als 59 Billionen US-Dollar. Die aktuelle Expansion folgt auf die Einführung von Dienstleistungen für den Stablecoin USDC im Juni 2026 sowie die erhaltene MiCA-Zulassung in Europa. Zudem besteht eine Partnerschaft mit Finstreet für die Verwahrung von Bitcoin und Ethereum.
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Trotz des technologischen Vorstoßes verwiesen Marktbeobachter auf bestehende Herausforderungen. Zu den Risiken zählen potenzielle Fehler in Smart Contracts, noch ungeklärte rechtliche Fragestellungen sowie allgemeine Cyber-Risiken. Für den langfristigen Erfolg der digitalen Transferstellen wird die breite regulatorische Akzeptanz als entscheidender Faktor angesehen.
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