Bodybuilding: 56 Todesfälle 2025 – Herzprobleme dominieren
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Fitness- und Bodybuilding-Szene sieht sich zunehmend mit einer Debatte über die Schattenseiten des Extremsports konfrontiert. Spitzenathleten und Personen des öffentlichen Lebens thematisieren verstärkt die gesundheitlichen Gefahren sowie den massiven psychischen Druck, der durch den Konsum von Steroiden und das Risiko schwerer körperlicher Verletzungen entsteht.
Aktuelle Berichte und wissenschaftliche Analysen verdeutlichen die physischen und mentalen Belastungen, denen Profisportler in diesem Bereich ausgesetzt sind.
Psychische Krisen und der Preis der Perfektion
Urs Kalecinski, der mit fast 1,8 Millionen Followern auf Instagram als einer der führenden deutschen Bodybuilder gilt, gab Einblicke in die Belastungen des Profisports. Laut einem Bericht vom September 2026 erlitt der 28-Jährige im Vorfeld des Wettbewerbs Mr. Olympia 2024 einen Zusammenbruch. Faktoren wie radikaler Gewichtsverlust, familiäre Sorgen und eine psychische Krise führten bei ihm bis hin zu Suizidgedanken.
Kalecinski habe durch psychotherapeutische Unterstützung und den Austausch mit seiner Mutter Hilfe gefunden. In einer neuen Veröffentlichung thematisiere er nun Essstörungen und Körperdysmorphie (Body Dysmorphia) sowie den kontrollierten Einsatz leistungssteigernder Substanzen. Sein Fall verdeutlicht, dass der Weg an die Weltspitze oft mit erheblichen mentalen Herausforderungen verbunden ist.
Statistische Häufung von Todesfällen in der Fitness-Community
Die physischen Risiken des Sports werden durch Berichte über eine hohe Sterblichkeitsrate in der Branche untermauert. Eine Analyse des BoxLife-Magazins identifizierte für das Jahr 2025 insgesamt 56 Todesfälle unter Bodybuildern.
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Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei circa 35 Jahren. Über 50 % dieser Todesfälle seien auf Herzprobleme zurückzuführen gewesen; weitere Ursachen umfassten Infektionen und extreme Dehydrierung. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass diese Zahlen nicht unabhängig verifiziert sind.
Für das Jahr 2026 dokumentieren Berichte weitere Todesfälle prominenter Athleten. Im Januar verstarb Jason Lowe im Alter von 38 Jahren, gefolgt vom 22-jährigen Gabriel Ganley im Mai, bei dem laut Medienberichten eine hypertrophe Kardiomyopathie vorlag. Im August verstarb Dwayne Quamina mit 40 Jahren.
Ein aktueller Fall betrifft den Bodybuilding-Champion Einar Méndez, der am 4. September 2026 im Alter von 48 Jahren nach einem Herzinfarkt während des Trainings in Mexiko-Stadt verstarb. Die offizielle Todesursache im Fall von Méndez ist noch nicht bestätigt.
Wissenschaftliche Einordnung und rechtliche Rahmenbedingungen
Anabole Steroide, bei denen es sich um Testosteron-Derivate handelt, werden medizinisch bei Hormonmangel oder Muskelabbau eingesetzt. Die Risiken bei missbräuchlicher Anwendung umfassen Herz-Kreislauf-Probleme, Leberschäden sowie psychische Nebenwirkungen.
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In Deutschland unterliegen diese Substanzen der Verschreibungspflicht; der Besitz groĂźer Mengen ohne Rezept ist strafbar. Fachleute empfehlen bei Anwendung eine zyklische DurchfĂĽhrung ĂĽber 8 bis 12 Wochen inklusive einer anschlieĂźenden Post-Cycle-Therapie (PCT).
Professor Mario Thevis von der Deutschen Sporthochschule Köln erläuterte zudem die Wirkung von Peptiden. Substanzen wie BPC-157 oder TB-500 verfügten laut Thevis bislang nur über Evidenz aus Tiermodellen, während klinische Studien am Menschen fehlten. Er wies darauf hin, dass Peptide bei oraler Aufnahme meist nicht intakt bleiben und daher gespritzt werden müssten.
Differenzierung zwischen Leistungssteigerung und sportlicher Fähigkeit
Auch im Bereich des Pro-Wrestlings werden leistungssteigernde Mittel (PEDs) diskutiert. Der AEW-Wrestler Brian Cage räumte in einem Podcast-Beitrag im September 2026 ein, PEDs genutzt zu haben, verwende jedoch seit Jahren lediglich eine Testosteronersatztherapie (TRT).
Cage kritisierte, dass Fans seine sportliche Leistung oft fälschlicherweise allein auf den Steroidkonsum reduzierten. Er betonte, dass solche Substanzen zwar physische Trainingsergebnisse ermöglichten, jedoch keine ringrelevanten Fähigkeiten vermittelten. Er sehe sich primär als Pro-Wrestler und nicht als Bodybuilder.
Ergänzend wird in Fachkreisen die Rolle von Supplementen wie Selen und DHEA analysiert. Selen unterstützt als Bestandteil von Selenoproteinen den Abbau von Peroxiden. Bei DHEA, einer Vorstufe von Steroidhormonen, ist die wissenschaftliche Datenlage zur Leistungssteigerung uneinheitlich. Eine Supplementierung wird hier nur nach fachlicher Beratung empfohlen, da DHEA im Wettkampfsport verboten sein kann.
