Bologna, Protokoll

Bologna wird demenzfreundlich: Stadt unterzeichnet Protokoll für mehr Teilhabe

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 02:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stadt, Gesundheitswesen und Vereine bündeln ihre Kräfte; 2025 betreuten Demenzambulanzen im Raum Bologna über 11.000 Menschen.

Bologna unterzeichnet Demenz-Protokoll für mehr Teilhabe und Inklusion
Ein sonniger, ruhiger Innenhof in Bologna mit Kopfsteinpflaster, schattigen Sitzgelegenheiten und warmen Terrakotta-Fassaden. Illustration mit AI erstellt.

Die Stadt Bologna verstärkt ihre Maßnahmen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Mit der Unterzeichnung eines Protokolls im Kunstmuseum MAMbo für das Projekt Bologna Comunità Amica delle Persone con Demenza verfolgt die Kommune das Ziel, sich offiziell als demenzfreundliche Gemeinschaft zu etablieren.

Das Vorhaben führt kommunale Akteure, das Gesundheitssystem und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen, um den urbanen Raum und die Versorgungsstrukturen besser auf die Bedürfnisse Betroffener abzustimmen.

Breites Bündnis für Inklusion und Entstigmatisierung

Die Initiative beruht auf einer festen Partnerschaft mehrerer zentraler Einrichtungen. Zu den Beteiligten am unterzeichneten Protokoll zählen neben der Stadt Bologna selbst die örtliche Gesundheitsbehörde Azienda USL di Bologna, das Dienstleistungsunternehmen ASP Città di Bologna sowie die Universität Bologna. Aufseiten der engagierten Interessengruppen sind zudem die Organisationen ARAD APS-ETS und Non Perdiamo la Testa APS in das Projekt eingebunden.

Inhaltlich konzentrieren sich die vereinbarten Maßnahmen auf drei Kernbereiche: ein konsequentes Vorgehen gegen Stigmatisierung in der Öffentlichkeit, die nachhaltige Förderung von Inklusion und alltagspraktischer Unterstützung sowie die Bereitstellung barrierefreier und zugänglicher Kulturangebote.

Um die verschiedenen Handlungsfelder strukturiert umzusetzen, soll ein Koordinierungsgremium gebildet werden. Dessen Aufgabe besteht darin, die operativen Prioritäten festzulegen und den weiteren Zeitplan des Gesamtprojekts zu bestimmen.

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Hoher Versorgungsbedarf im Raum Bologna

Die Notwendigkeit eines solchen Netzwerks wird durch Kennzahlen der medizinischen Versorgung in der Region verdeutlicht. Die Demenzambulanzen im Raum Bologna betreuten im Jahr 2025 über 11.000 Menschen. Bei mehr als 7.000 dieser betreuten Personen lag eine bestätigte Diagnose vor.

Das Leistungsspektrum der Ambulanzen im Jahr 2025 umfasste dabei 8.729 Erstbesuche sowie 8.722 Kontrolltermine. Ergänzend fanden in den spezialisierten Einrichtungen über 1.000 psychologische Gespräche zur Unterstützung der Ratsuchenden statt.

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Flankiert werden die Bemühungen durch finanzielle Mittel auf regionaler Ebene: Die Emilia-Romagna stellte für den Zeitraum 2024–26 über 1,8 Mio. Euro für den Nationalen Demenzfonds bereit.

Zudem soll die Aufmerksamkeit für das Thema im städtischen Alltag verankert werden, wie etwa im Rahmen der Alzheimer-Woche in Bologna, die vom 19. bis 29. September 2026 terminiert ist. Das dazugehörige Programm umfasst Angebote aus den Bereichen Kultur, Bewegung und Beratung, die sich gezielt an Erkrankte und ihre Angehörigen richten.

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