Bonesmashing, SchlÀge

Bonesmashing: Warum SchlÀge ins Gesicht bleibende NervenschÀden riskieren

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Optimierungstrend gewinnt online an Aufmerksamkeit, wÀhrend Fachleute vor gesundheitlichen Risiken und problematischen Inhalten warnen.

Maxxing-Trend: Selbstoptimierung reicht von Schlaf bis zu riskanten Methoden
Ein minimalistischer, moderner Raum mit einer einzelnen Yogamatte auf einem Betonboden, der Disziplin und Selbstoptimierung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Medienberichte widmen sich verstĂ€rkt den vielfĂ€ltigen AusprĂ€gungen des sogenannten Maxxing-Trends, der unterschiedliche Lebensbereiche von Fitnessstudio-Besuchen bis zur Schlafoptimierung erfasst. Das PhĂ€nomen beschreibt das Bestreben, aus einzelnen Bereichen des Alltags das Maximum herauszuholen. Neben körperlichem Training und Erholung umfasst dies auch Aspekte wie ErnĂ€hrung, Finanzen, ProduktivitĂ€t und das Ă€ußere Erscheinungsbild.

Ursprung in Subkulturen und wachsende Online-PrÀsenz

Die Wurzeln des Begriffs liegen im sogenannten Looksmaxxing, das in Online-Communitys der Incel-Szene wÀhrend der 2010er-Jahre entstand und auf die Optimierung des Aussehens abzielte. Im Jahr 2020 gelangte dieses Konzept auf die Plattform TikTok.

Eine Untersuchung des norwegischen Forschers Dag Øivind Madsen belegt, dass das weltweite Google-Suchinteresse bis zur zweiten HÀlfte des Jahres 2025 relativ gering blieb. Ab Anfang 2026 stiegen die Anfragen kontinuierlich an und nahmen bis zum Juli 2026 stark zu.

Der Pons-Langenscheidt-Verlag stellte fest, dass die Begrifflichkeiten inzwischen auch in den Offline-Sprachgebrauch von Jugendlichen einfließen. Bei den Einreichungen zur Wahl des Jugendworts 2026 spielte die Wortschöpfung in ihren verschiedenen Varianten allerdings keine maßgebliche Rolle.

Von Hautpflege bis zu gefÀhrlichen Eingriffen

Innerhalb der Bewegung existieren verschiedene Abstufungen. Die als Softmaxxing bezeichnete Variante beinhaltet herkömmliche Maßnahmen wie Hautpflege, ErnĂ€hrungsumstellungen und sportliche BetĂ€tigung. Dazu zĂ€hlt auch das sogenannte Mewing, bei dem die Zunge gegen den Gaumen gedrĂŒckt wird, wofĂŒr es jedoch keine wissenschaftlichen Wirksamkeitsbelege gibt.

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Das Ideal zielt hĂ€ufig auf ein markantes Kinn, einen trainierten Körper und reine Haut ab, wobei das Spektrum von NahrungsergĂ€nzungsmitteln ĂŒber Schönheitsoperationen bis zum Einsatz von Steroiden reichen kann.

DemgegenĂŒber stehen extreme Praktiken des sogenannten Hardmaxxings. Beim sogenannten Bonesmashing fĂŒgen sich Personen mit HĂ€mmern oder harten GegenstĂ€nden SchlĂ€ge im Gesicht zu, um ĂŒber winzige KnochenbrĂŒche kantigere Konturen zu erzeugen.

Fachleute verweisen auf erhebliche Gefahren wie Schwellungen und bleibende NervenschÀden bei völlig unvorhersehbaren Resultaten. Zudem besteht das Risiko, dass Algorithmen auf Videoplattformen Nutzer von harmlosen RatschlÀgen schrittweise zu radikalen Inhalten leiten.

SchlafĂŒberwachung und GegenentwĂŒrfe

Auch der Schlafbereich wird zunehmend optimiert. Beim sogenannten Sleepmaxxing kursieren unter anderem Methoden wie das Abkleben des Mundes in der Nacht, vor dem kanadische Forschende in einer Studie aus dem Jahr 2025 warnten.

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Die Ärztin Mariel Silva mahnte, dass eine stĂ€ndige Erfassung von Schlafmetriken und extreme Routinen Frustration, innere Starrheit, Ängste sowie Schlafprobleme begĂŒnstigen können; mehr Aufwand bedeute gesundheitlich nicht automatisch ein besseres Ergebnis.

Gleichzeitig entstehen Abwandlungen wie das Nonna-Maxxing, das vor allem von jungen Frauen auf Instagram und TikTok aufgegriffen wird und das entschleunigte Leben italienischer GroßmĂŒtter nachahmen soll.

Die Journalistik-Professorin Friederike Herrmann ordnete dieses PhĂ€nomen als Gegenentwurf zum alltĂ€glichen Selbstoptimierungsdruck und als Sehnsucht nach Einfachheit ein. Sie gab jedoch zu bedenken, dass eine romantisierende Darstellung ausblende, dass FĂŒrsorge und Hausarbeit fĂŒr viele Frauen unbezahlte, harte Arbeit bedeuteten, wĂ€hrend historische Benachteiligungen und ökonomische AbhĂ€ngigkeiten unsichtbar blieben.

Zudem warnten PrĂ€ventionsexperten wie Evi Ploner vom SĂŒdtiroler Forum PrĂ€vention vor ideologischer Einflussnahme. Auch wenn extreme Methoden in der Praxis selten angewendet wĂŒrden, könnten Algorithmen entsprechende Inhalte mit frauenfeindlichen und rechtsradikalen Denkmustern verknĂŒpfen.

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