Bosch, Bühl

Bosch Bühl: Serienfertigung humanoider Roboter ab August 2027

Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bosch etabliert Bühl als Robotik-Standort, startet 2027 die Produktion humanoider Roboter für Schaeffler, streicht jedoch bis 2030 rund 1.100 Stellen.

Bosch Werk Bühl: Humanoide Roboterfertigung ab 2027 trotz Stellenabbau
Ein humanoider Roboter steht in einer modernen Bosch-Fertigungshalle zwischen industriellen Maschinen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Bosch hat sein Fertigungswerk im baden-württembergischen Bühl als zentrales Vorzeigemodell für den Einsatz und die Produktion fortschrittlicher Robotik sowie automatisierter Systeme etabliert. Damit richtet das Unternehmen den Traditionsstandort im Schwarzwald strategisch neu aus und setzt verstärkt auf Hochtechnologie jenseits klassischer Automobilkomponenten.

Serienfertigung ab Sommer 2027 geplant

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Neuausrichtung ist die geplante Kooperation mit dem britischen Startup Humanoid. Ab August 2027 soll am Standort Bühl die Serienfertigung humanoider Roboter des Modells „Gamma“ anlaufen. Bosch übernimmt dabei die Rolle des Auftragsfertigers für das junge Unternehmen.

Für das erste Produktionsjahr 2027 ist zunächst die Fertigung einiger Hundert Einheiten vorgesehen. Der Konzern plant für diesen spezifischen Bereich mit einer Mitarbeiterzahl im zweistelligen Bereich. Bisher war das Werk in Bühl vornehmlich auf die Herstellung von Elektromotoren und Komponenten für Fensterheber spezialisiert. Die Umstellung markiert einen signifikanten Wandel im Produktportfolio des Standorts.

Schaeffler als erster Abnehmer der neuen Technologie

Mit dem Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler wurde bereits ein erster prominenter Abnehmer für die in Bühl gefertigten humanoiden Roboter gewonnen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Schaeffler die Systeme von Bosch und Humanoid mieten wird. Der Einsatz dieser Roboter in industriellen Umgebungen gilt als wichtiger Testlauf für die Praxistauglichkeit humanoider Systeme in der Großserienfertigung.

Stellenabbau begleitet den technologischen Wandel

Trotz der Investitionen in zukunftsweisende Robotik steht der Standort Bühl vor einem massiven Personalabbau. Von den aktuell rund 2.700 Beschäftigten sollen bis zum Jahr 2030 etwa 1.100 Stellen wegfallen. Diese Entwicklung ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms bei Bosch.

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In der gesamten deutschen Zuliefersparte des Konzerns sollen rund 22.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Nach Angaben aus dem Unternehmen wurden mittlerweile an fast allen Standorten entsprechende Vereinbarungen zwischen der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern getroffen. Eine Ausnahme bildet derzeit lediglich der Bereich Bosch Digital in Stuttgart-Feuerbach.

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Der Betriebsratschef Frank Sell beschrieb die vorangegangenen Verhandlungen über den Stellenabbau als extrem schwierig. Die Transformation verdeutlicht das Spannungsfeld, in dem sich deutsche Industriekonzerne befinden: Während neue Geschäftsfelder wie die humanoide Robotik erschlossen werden, führt der Wandel in der klassischen Kernsparte zu einem deutlichen Rückgang der benötigen Belegschaftsstärke.

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