Boston Dynamics: Atlas soll 2027 in einer Stunde statt einem Tag montiert werden
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Robotikhersteller Boston Dynamics will die Fertigungszeit für seinen humanoiden Roboter Atlas massiv verringern. Wie das Tochterunternehmen der Hyundai Motor Group am 14. Oktober 2026 bekannt gab, soll die Montagezeit von derzeit etwa einem Tag bis zum kommenden Jahr auf etwa eine Stunde sinken. Langfristig strebt das Unternehmen Fertigungszeiten im Minutenbereich an.
In dem zeitgleich veröffentlichten Video mit dem Titel „Machine, Assemble, Repair: How We Build Atlas“ gewährt das Unternehmen Einblicke in seinen Hauptsitz in Waltham im US-Bundesstaat Massachusetts. Dort vereint das Prototyping-Team Inhouse-Präzisionsbearbeitung, Verzahnung, Montage, Endprüfung und Reparaturen auf engem Raum. Auch Roboterarme kommen bei der Montage bereits zum Einsatz.
Laut Katie Conner, Senior Technical Program Manager bei Boston Dynamics, nimmt die Endmontage einer Einheit derzeit rund einen Tag in Anspruch. Ziel sei es, diese Dauer im nächsten Jahr auf etwa eine Stunde zu drücken und künftig Minutenwerte zu erreichen. Eine konkrete Auslieferungsrate nannte das Unternehmen in diesem Zusammenhang nicht.
Skalierung und Werkseinsatz im Hyundai-Konzern
Aktuell verfügt Boston Dynamics am Standort in Massachusetts über eine Pilotkapazität von bis zu 1.000 Einheiten pro Jahr. Der Mutterkonzern Hyundai Motor Group verfolgt jedoch weitreichendere Pläne: Bis 2028 plant die Gruppe den Aufbau eines Systems für 30.000 Roboter pro Jahr sowie ein entsprechendes Werk in den USA.
Atlas soll dabei auch schrittweise in die Fertigungsprozesse des Automobilkonzerns eingebunden werden. Vorgesehen ist ein erster Einsatz im Werk HMGMA im Bundesstaat Georgia ab 2028, zunächst für Aufgaben in der Teilesequenzierung. Ab 2030 soll der humanoide Roboter dort auch in der Komponentenmontage arbeiten.
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Für die Erprobung und Validierung der Systeme nutzt der Konzern das Robotics Metaplant Application Center. Nach Einschätzung von Analyst Lee Sang-soo von iM Securities stellt die Standardisierung bereits ab der Prototypenphase einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil dar.
Medienberichten zufolge gilt eine weitergehende Automatisierung der Fertigungslinien als notwendig, detaillierte Ausbaupläne habe Boston Dynamics dazu bislang aber noch nicht öffentlich vorgelegt.
Zulieferung und internationaler Wettbewerb
Um Schlüsselkomponenten für den Hochlauf zu sichern, kooperiert Boston Dynamics unter anderem innerhalb des Mutterkonzerns: Hyundai Mobis gewann Boston Dynamics als ersten externen Robotikkunden und liefert nach einem auf der Technikmesse CES im Januar vergebenen Auftrag Hochdrehmoment-Gelenkaktuatoren für die Atlas-Roboter.
Im weltweiten Wettbewerb um die industrielle Skalierung von Humanoiden erhöht sich das Tempo deutlich. Das US-Startup Figure meldete im April 2026 einen Fertigungsdurchsatz von einem Roboter pro Stunde in seiner BotQ-Anlage, bevor im Juli der tausendste Roboter der Serie Figure 03 angekündigt wurde.
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Beim Autobauer Tesla liefen im August 2026 Berichten zufolge wöchentlich mehrere hundert Einheiten des Optimus-Roboters für vorwiegend interne Zwecke vom Band. Der chinesische Hersteller AGIBOT vermeldete im September 2026 kumuliert über mehrere Modellreihen hinweg bereits das Erreichen der Marke von 20.000 gefertigten Einheiten.
