Botnetz zerschlagen: NiederlÀndische Polizei stoppt 17 Millionen GerÀte
30.05.2026 - 23:23:06 | boerse-global.de
Mai 2025 lĂ€uft eine hochprofessionelle Phishing-Kampagne gegen Nutzer des verschlĂŒsselten Messengers Signal. Die Angreifer zielen gezielt auf die 64-stelligen WiederherstellungsschlĂŒssel der verschlĂŒsselten Backups ab â und damit auf die komplette Kommunikationshistorie ihrer Opfer.
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GefÀlschter Support: So locken die Angreifer ihre Opfer
Die Masche ist perfide: Die TĂ€ter geben sich als offizielle Signal-Mitarbeiter aus und verschicken SMS-Nachrichten. Ihr Vorwand: eine angebliche Synchronisierung des Accounts sei nötig. Fordern dann aber den geheimen Backup-WiederherstellungsschlĂŒssel an. Signal selbst stellt klar: Niemals fordert der Dienst Registrierungscodes, PINs oder Recovery-Keys per Nachricht an.
Das US-Heimatschutzministerium (CISA), der britische Geheimdienst und der niederlÀndische Nachrichtendienst haben gemeinsam mit Signal gewarnt. Die Kampagne richtet sich gezielt gegen hochkarÀtige Ziele: Journalisten, Aktivisten und politische EntscheidungstrÀger.
In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits wegen mutmaĂlicher staatlich gesteuerter Spionage. Mehrere Politiker, darunter die ehemalige Bundesministerin Julia Klöckner, wurden ins Visier genommen. Bereits Mitte Mai 2025 soll eine russische Hackergruppe rund 13.500 Signal-Konten attackiert haben.
Warum der Recovery-Key so gefÀhrlich ist
Wer den 64-stelligen SchlĂŒssel preisgibt, öffnet den Angreifern TĂŒr und Tor. Sie können die gesamte Nachrichtenhistorie entschlĂŒsseln â alte Chats, Fotos, Dokumente. Nichts bleibt verborgen. Besonders brisant: Auch vermeintlich gelöschte Nachrichten aus den Backups lassen sich wiederherstellen.
NiederlÀndische Polizei zerschlÀgt 17-Millionen-GerÀte-Botnetz
Am heutigen Samstag gelang den niederlĂ€ndischen Behörden ein spektakulĂ€rer Schlag gegen die CyberkriminalitĂ€t. Die Polizei und das nationale Cyber-Sicherheitszentrum (NCSC) haben ein Botnetz mit ĂŒber 17 Millionen infizierten GerĂ€ten zerschlagen. Sie beschlagnahmten 200 Kommando-Server in den Niederlanden.
Die Infrastruktur wurde mutmaĂlich vom Residential-Proxy-Dienst Asocks betrieben. Die Ermittler fanden heraus: Allein ĂŒber 28 schĂ€dliche Apps im Google Play Store hatten rund 190.000 GerĂ€te infiziert. Das Botnetz wurde fĂŒr DDoS-Angriffe, Spam-Versand und weitere Phishing-Kampagnen genutzt. Zwei VerdĂ€chtige wurden festgenommen.
Da immer mehr Kriminelle psychologische Tricks und gefÀlschte Apps nutzen, um an private Informationen zu gelangen, empfehlen IT-Experten eine proaktive Absicherung. Sichern Sie Ihre mobile Kommunikation jetzt mit diesem gratis PDF-Ratgeber ab und nutzen Sie Messenger & Co. endlich ohne Sicherheitsbedenken. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
KĂŒnstliche Intelligenz: Die neue Waffe der Hacker
Cyberkriminelle setzen zunehmend auf KI. Die mit Russland in Verbindung gebrachte Gruppe GreyVibe nutzt seit August 2025 generative KI wie ChatGPT und Gemini. Ihr Ziel: Ukrainische Regierungs-, MilitĂ€r- und Wirtschaftsvertreter mit tĂ€uschend echten Spear-Phishing-Mails ködern. Die Angreifer locken ihre Opfer ĂŒber gefĂ€lschte Dating-Seiten oder angebliche Drohnen-Spendenaktionen in die Falle.
Die Bedrohungslandschaft entwickelt sich rasant weiter:
- Finanzsektor im Visier: Die Kampagne "Boto-Cor-de-Rosa" kombiniert den Astaroth-Trojaner mit einem Python-basierten Wurm â gezielt gegen brasilianische Banken.
- Umgehung der Abwehr: Die Phishing-Plattform "FlowerStorm" verschlĂŒsselt ihren Schadcode wĂ€hrend der AusfĂŒhrung mit KrakVM. So umgeht sie selbst moderne Sicherheitslösungen und stiehlt in Echtzeit Zugangsdaten fĂŒr Microsoft 365 und GoDaddy.
- Lieferketten-Angriffe: Seit dem 22. Mai 2025 lÀuft die Attacke "TrapDoor" gegen Entwickler-Plattformen wie npm und PyPI.
- Explosives Wachstum in Afrika: Kaspersky meldet einen Anstieg von Passwort-DiebstÀhlen und Spyware in Ostafrika um 83 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Neue Schutz-Tools fĂŒr Unternehmen
Die Sicherheitsbranche reagiert. KnowBe4 kĂŒndigt fĂŒr Juni 2025 ein spezielles Sicherheits-Tool fĂŒr Microsoft Teams an. Es ĂŒberwacht eingehende Nachrichten von externen Kontakten und erkennt unbefugte Zugriffsversuche auf Firmendaten.
Experten raten Unternehmen und Privatnutzern gleichermaĂen zu erhöhter Vorsicht. Besonders die Nutzung von "Shadow AI" â also nicht freigegebenen KI-Tools â birgt erhebliche Risiken. Und die goldene Regel: Gib niemals deinen Backup-Key heraus â egal, wie offiziell die Anfrage wirkt.
