Brandenburg: Jan Redmann plant KI-Überwachung und Drohnenabwehr für Betreiber
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 19:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betreiber kritischer Infrastruktur in Brandenburg sollen künftig erweiterte Befugnisse zum Schutz ihrer Anlagen erhalten. Nach Plänen von Landesinnenminister Jan Redmann sollen Unternehmen Technologien wie KI-gestützte Videoüberwachung auch im näheren Umfeld ihrer Liegenschaften einsetzen dürfen. Zudem ist vorgesehen, den Einsatz technischer Systeme zur Drohnenabwehr zu erlauben.
Hintergrund der Überlegungen ist die gestiegene Gefährdungslage für zentrale Versorgungs- und Industrieeinrichtungen. Um die neuen Überwachungs- und Abwehrmaßnahmen rechtssicher anwenden zu können, sollen die betroffenen Betreiber teilweise einen öffentlich-rechtlichen Status erhalten. Damit einhergehen würden Eingriffsbefugnisse, die gegenwärtig grundsätzlich den Polizeibehörden vorbehalten sind.
Erweiterte Befugnisse für Versorger und Industrie
Als praktische Anwendungsbeispiele für solche Schutzkonzepte gelten unter anderem industrielle Großanlagen sowie kommunale Versorger in der Uckermark, darunter die PCK-Raffinerie in Schwedt sowie die Stadtwerke Prenzlau. Mit den angestrebten Regelungen reagiert die Landespolitik auf die Notwendigkeit, physische Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen.
Die automatisierte Auswertung von Videobildern mittels künstlicher Intelligenz soll es Sicherheitsdiensten und Betreibern ermöglichen, verdächtige Bewegungen im unmittelbaren Umfeld sensibler Zonen schneller zu identifizieren. Durch die Freigabe von Drohnenabwehrsystemen soll zudem potenziellen Ausspähversuchen oder Angriffen aus der Luft begegnet werden.
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Physische Resilienz gewinnt an Bedeutung
Die Initiative fügt sich in bundesweite Bestrebungen ein, den Schutz lebenswichtiger Einrichtungen gegenüber Sabotageakten und Störungen auszubauen. Wie verwundbar vernetzte Versorgungsketten sind, zeigte unter anderem ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde. Bei diesem Vorfall wurden fünf Hochspannungskabel lahmgelegt, woraufhin rund 45.000 Haushalte mitten im Winter viereinhalb Tage ohne Strom und Fernwärme blieben.
Auf Bundesebene regelt das im März 2026 in Kraft getretene KRITIS-Dachgesetz verbindliche Vorgaben für die physische und organisatorische Resilienz der Anlagenbetreiber, während Richtlinien wie NIS-2 Anforderungen an die Cyber- und Netzwerksicherheit definieren.
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Die in Brandenburg diskutierten Instrumente zur Vorfeldaufklärung und Abwehr vor Ort würden den Betreibern zusätzliche operative Mittel an die Hand geben, um diesen gestiegenen Sicherheitsanforderungen in der Praxis nachzukommen.

