Britisches, KI-Budget

Britisches KI-Budget: Über 700 Millionen Pfund für Sicherheit und Cyberabwehr

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 18:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Haushalt bündelt Mittel für KI-Abwehr und Rechenzentren; neue Netzanschlüsse setzen verbindliche Auflagen für Betreiber voraus.
Eine moderne elektrische Umspannstation in einer weitläufigen britischen Landschaft bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die britische Regierung verstärkt ihre finanziellen Zusagen für den Schutz und die Infrastruktur im Bereich künstlicher Intelligenz deutlich. Im Rahmen des Autumn Budget 2026 stellte Finanzminister John Healey mehr als 700 Millionen Pfund für KI-Sicherheit und Cybersecurity bereit. Mit diesem Schritt reagiert London auf den wachsenden Rechenleistungsbedarf und die damit einhergehenden Risiken für kritische Systeme.

Von den bereitgestellten Mitteln fließen 165 Millionen Pfund in die National AI Biosecurity Initiative sowie 154 Millionen Pfund in die Cyberabwehr. Für das britische AI Security Institute sind zusätzliche 120 Millionen Pfund vorgesehen, während die Sovereign AI Unit ein Plus von 140 Millionen Pfund erhält.

Weitere 40 Millionen Pfund gehen an die National Agentic Security Unit. Ergänzend dazu stockt die Regierung den Sovereign AI Fund zwischen den Haushaltsjahren 2027–2028 und 2029–2030 um weitere 60 Millionen US-Dollar auf bestehende 500 Millionen US-Dollar auf.

Parallel dazu sind 80 Millionen US-Dollar für ein staatliches Beschaffungsschema, 60 Millionen US-Dollar für einen KI-Pathfinder-Fonds sowie 20 Millionen US-Dollar für heimische Hardware vorgesehen, unter anderem für die Academy für fortschrittliches Chipdesign an der Universität Edinburgh.

Neue Vereinbarungen für strategische Rechenzentren

Neben den Forschungs- und Sicherheitsmitteln adressiert der britische Haushaltsplan vor allem die physische Infrastruktur. Über einen sogenannten Data Centre Covenant führt die Regierung fünf verbindliche Tests für strategische Rechenzentren ein, die staatliche Unterstützung für ihren Netzanschluss beantragen. Welche Standorte diese Kriterien genau erfüllen, ist derzeit noch offen.

Strategische Betreiber müssen künftig lokale Nutzenpläne mit Akteuren vor Ort vereinbaren, die Investitionen in den Nahverkehr, Grünflächen oder Innenstädte beinhalten.

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Zudem verpflichtet die Vereinbarung zur Übernahme zusätzlicher Energiekosten, zum Schutz natürlicher Ressourcen und zu jährlichen Verbrauchsberichten für Energie und Wasser. Auch die Schaffung von Arbeitsplätzen, bezahlten Ausbildungsplätzen, der Vorzug für britische Zulieferer und Vorkehrungen gegen Cyberangriffe sind gefordert.

Im Gegenzug erhalten qualifizierte Betreiber durch den Planning and Infrastructure Act beschleunigten Zugang zum Stromnetz. Dazu zählen die Reservierung und Neuverteilung von Netzkapazitäten, vorgezogene Kapazitätsfenster in Zusammenarbeit mit Netzbetreibern sowie eng begrenzte Möglichkeiten für temporäre Energieerzeugung direkt am Standort. Über diese Anschlusshilfen soll ein neu eingerichtetes Ministerial Control Centre unter der Leitung des KI-Ministers entscheiden.

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Hoher Druck auf das britische Stromnetz

Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund akuter Engpässe. Laut dem Covenant benötigt das Land bis zum Jahr 2030 KI-Rechenzentrumskapazitäten von rund 6 Gigawatt – eine Verdreifachung des aktuellen Betriebsstands von circa 2 Gigawatt. Nach Angaben der Regulierungsbehörde Ofgem wuchs die Warteschlange für Netzanschlüsse im ersten Halbjahr 2025 um 460 Prozent.

Rechenzentren machen dabei mindestens 73 Gigawatt der angemeldeten Pipeline aus. Dass Verzögerungen bei der Energieversorgung bereits wirtschaftliche Folgen haben, zeigte sich kürzlich in Essex: Dort zog sich Microsoft aus einem Vorhaben im Volumen von 2 Milliarden Pfund mit dem Partner Nscale zurück.

Zusätzlich legte die Regierung den Entwurf eines National Policy Statement für Rechenzentren vor, der bis zum 8. Januar 2027 in die Konsultation geht und eine indikative Schwelle von 100 Megawatt IT-Last ansetzt. Gleichzeitig steigt die steuerliche Abschreibung im ersten Jahr von 40 auf 50 Prozent.

Branchenbeobachter wie der Social Market Foundation gaben jedoch zu bedenken, dass die Vereinbarungen des Covenants allein nicht ausreichen dürften, um die angestrebten Kapazitätsziele bis zum Ende des Jahrzehnts vollständig zu sichern.

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