Brooklyn Bridge Park: Faraday Future steuert Humanoiden per Fernbedienung
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas US-amerikanische Unternehmen Faraday Future hat am 25. Oktober 2026 seinen humanoiden Roboter im New Yorker Brooklyn Bridge Park vorgeführt. Ziel des öffentlichen Einsatzes war es nach Unternehmensangaben, reale Interaktionen mit Passanten zu erproben und Verhaltensweisen für künftige Aufgaben zu erlernen. Langfristig strebt das Unternehmen an, derartige humanoide Systeme in Rollen wie Babysitter, Lehrkraft oder Begleitperson im Alltag zu etablieren.
Vorführung im Park und Reaktionen der Besucher
Während des Testlaufs im Park bewegte sich der Roboter vor der Kulisse der Skyline von Manhattan. Das Gerät sang für anwesende Kinder, tanzte mit Schaulustigen und kommentierte Aktivitäten in der Umgebung. Rund ein Dutzend Touristinnen aus Argentinien sowie weitere Besucher nutzten die Gelegenheit für Fotos vor den Brücken von Brooklyn und Manhattan.
Allerdings agierte die Maschine während der Demonstration nicht autonom: CTO Hong Rao steuerte den Humanoiden über eine kleine Fernbedienung. Rao stellte klar, dass Einsätze als Babysitter, Lehrkraft oder Begleiter zukünftige Einsatzmöglichkeiten darstellten und keine aktuellen Fähigkeiten des Geräts abbildeten.
Einen konkreten Termin für eine reguläre kommerzielle Markteinführung nannte das Unternehmen nicht. Bereits im März 2026 hatte Faraday Future am selben Ort eine Vorführung für Kinder abgehalten. Anwohner und Passanten reagierten auf den Humanoiden mit gemischten Gefühlen, die von Neugier und Begeisterung bis hin zu Besorgnis und Skepsis reichten.
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Technische Daten und ungeklärte Autonomie
Das Modell mit der Bezeichnung FF All-New Futurist weist eine Körpergröße von etwa 1,74 Metern auf. Je nach Ausstattung verfügt das System über 31 oder 51 Freiheitsgrade, die in Kombination mit fortgeschrittenen Händen auf bis zu 71 Freiheitsgrade erweitert werden können.
Der Roboter arbeitet mit einem Akku mit einer Kapazität von 1.152 Wattstunden und erreicht ein maximales Gelenkdrehmoment von 320 Newtonmetern. Auf Softwareebene integriert das System ein Vision-Language-Action-Modell, ein sogenanntes World Model sowie NVIDIA SONIC.
Vor Ort bezifferte Faraday Future den Preis des vorgeführten Geräts auf 89.000 US-Dollar, während der offizielle Listenpreis ab 89.900 US-Dollar beginnt. Unabhängige Daten zur tatsächlichen Autonomie, Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit des Roboters liegen bislang nicht vor. Eine offizielle Validierung oder Zertifizierung für sensible Einsatzbereiche wie die Kinderbetreuung existiert gegenwärtig nicht.
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Kommerzielle Pläne und Marktausblick
Auf einer Investorenkonferenz an der New Yorker Park Avenue bezeichnete Jerry Wang, Executive Chairman von Faraday Future, den Bildungssektor als zentralen Zielmarkt, da Schulen derartige Systeme nachfragen würden. Die Preisspanne für die gesamte Roboter-Flotte des Unternehmens liege demnach zwischen 299 und 137.900 Dollar. Faraday Future kalkuliert im ersten vollen Geschäftsjahr mit knapp 2.000 Auslieferungen.
Wang betonte ferner, dass keine Daten zur Privatsphäre ohne Einwilligung erhoben oder genutzt würden. Er prognostizierte, dass Roboterprodukte in zehn Jahren zahlenmäßig mehr Einheiten umfassen könnten als Menschen, wenngleich derzeit weniger als ein Prozent des Branchenpotenzials erschlossen sei.
Die öffentliche Demonstration in New York reiht sich zudem in eine breitere Debatte ein: Rund einen Monat vor der Aktion hatte ein Nobelpreisträger vor dem US-Kongress gewarnt, dass die Menschheit frühzeitig tragfähige Beziehungen zu künftigen Robotersystemen aufbauen müsse.
