Brustkrebstherapie: Akupunktur lindert Beschwerden bei 189 Patientinnen
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle Berichte beleuchten den Stellenwert der Akupunktur sowohl in der klinischen Onkologie als auch in der praktischen Ausbildung auslÀndischer NachwuchskrÀfte an chinesischen UniversitÀtskliniken.
WÀhrend neue Auswertungen klinischer Studien eine lindernde Wirkung gezielter Akupunktur- und Akupressurverfahren auf komplexe Nebenwirkungen von Chemotherapien belegen, vertiefen internationale Medizinstudierende ihre praktischen Fertigkeiten direkt in spezialisierten LehrkrankenhÀusern der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Klinische Evidenz: Verfahren reduzieren Nebenwirkungen der Chemotherapie
Eine sekundĂ€re Analyse einer randomisierten kontrollierten Studie, ĂŒber die das US-amerikanische Fachportal PubMed unter Verweis auf das Fachjournal Supportive Care in Cancer aus dem Jahr 2026 berichtete, untersuchte die Auswirkungen von Akupunkturmethoden bei 189 Brustkrebspatientinnen unter laufender Chemotherapie.
Gegenstand der wissenschaftlichen Untersuchung waren multidimensionale Belastungsfaktoren, darunter akute und verzögerte chemotherapieinduzierte Ăbelkeit und Erbrechen, AngstzustĂ€nde, Depressionen sowie Schlafstörungen.
Die Forschenden identifizierten anhand der Patientendaten zwei typische Verlaufsformen der Symptomlast. Eine Gruppe von 101 Patientinnen zeigte ein anhaltend hohes Belastungsniveau, wÀhrend bei 88 Patientinnen eine geringere und sich rasch lindernde Symptomatik festgestellt wurde.
Mithilfe statistischer Causal-Forest-Modelle untersuchten die Wissenschaftler den Einfluss von transkutaner elektrischer Akupunktstimulation (TEAS) und strukturierter Selbst-Akupressur. Beide Interventionen erhöhten die Wahrscheinlichkeit, dass Patientinnen dem gĂŒnstigeren Verlauf mit geringerer Symptombelastung zugeordnet werden konnten.
FĂŒr die Selbst-Akupressur ermittelten die Autoren einen durchschnittlichen Behandlungseffekt von 0,176 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,162 bis 0,190. Bei der transkutanen elektrischen Akupunktstimulation lag der durchschnittliche Behandlungseffekt bei 0,147 mit einem Konfidenzintervall von 0,143 bis 0,151. Der Effekt der Elektrostimulation fiel dabei im direkten Vergleich statistisch signifikant leicht geringer aus (P < 0,05).
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Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial nicht-medikamentöser Verfahren zur Minderung therapiebedingter Begleitsymptome in der onkologischen Versorgung.
Praktische Ausbildung an chinesischen TCM-LehrkrankenhÀusern
Parallel zur wissenschaftlichen Untermauerung der klinischen Wirksamkeit gewinnt die strukturierte praktische Ausbildung internationaler Mediziner an chinesischen Spezialeinrichtungen an Bedeutung. Am Ersten Lehrkrankenhaus der Tianjin University of TCM im nordchinesischen Tianjin absolviert derzeit unter anderem die thailÀndische Studentin Salocha Techawanwanitchakorn ein klinisches Praktikum im Fachbereich Akupunktur.
Wie chinesische Medien Ende Oktober 2026 berichteten, begann Techawanwanitchakorn ihr Akupunkturstudium im Jahr 2026. Zur Aneignung der erforderlichen Nadelungstechniken ĂŒbte sie die Handgriffe zunĂ€chst an sich selbst, um ein prĂ€zises GespĂŒr fĂŒr die Punktlokalisation und ReizintensitĂ€t zu entwickeln.
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Ihr weiterer Ausbildungsweg sieht vor, die offizielle chinesische ArztlizenzprĂŒfung abzulegen, um vor Ort fundierte klinische Erfahrungen in der Patientenversorgung zu sammeln. Im Anschluss plant die Medizinerin, die Traditionelle Chinesische Medizin in ihrem Heimatland Thailand weiter zu fördern.
Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal trifft in Thailand auf ein wachsendes Versorgungsnetzwerk. In zahlreichen thailĂ€ndischen KrankenhĂ€usern existieren inzwischen eigenstĂ€ndige Fachabteilungen fĂŒr Traditionelle Chinesische Medizin.
Zudem verzeichnen medizinische Einrichtungen ein steigendes Interesse jĂŒngerer Patientengruppen, die TCM-Behandlungen als ErgĂ€nzung zur medizinischen Regelversorgung in Anspruch nehmen.
Die Verbindung von universitĂ€rer Spezialausbildung in China und anschlieĂender klinischer TĂ€tigkeit im Herkunftsland fungiert dabei als wesentlicher Baustein fĂŒr die Professionalisierung der komplementĂ€rmedizinischen Versorgung.
