Bundesagentur, Arbeit

Bundesagentur für Arbeit: MFA-Pflicht zum Digitaltag scharf geschaltet

25.06.2026 - 19:05:07 | boerse-global.de

Bundesagentur für Arbeit schreibt Multi-Faktor-Authentifizierung vor. Parallel berät der Bundestag über neue Cyber-Befugnisse für BSI und BKA.

BA führt MFA-Pflicht ein: Bundestag debattiert Cybersicherheitsgesetz
Bundesagentur - Digitale Oberfläche mit sicherem Login und Multi-Faktor-Authentifizierung, symbolisiert Online-Sicherheit und Datenschutz. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) führt zum heutigen Digitaltag die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Nutzer verbindlich ein. Parallel dazu hat der Bundestag gestern über ein neues Gesetzespaket zur Stärkung der Cybersicherheit debattiert.

BA setzt auf mehrstufige Sicherheit

Die BA hatte die MFA-Pflicht bereits im April 2025 beschlossen, erweitert nun aber die technischen Optionen deutlich. Seit Anfang 2025 können Nutzer Passkeys verwenden, seit März 2025 steht das TOTP-Verfahren (zeitbasierte Einmalpasswörter) zur Verfügung. Mit der im April 2026 gestarteten BA-Secure-App sollen die Zugänge noch einfacher und sicherer werden.

Für bestimmte Verwaltungsvorgänge wie Adress- oder Kontowechsel ist seit April 2025 die BundID erforderlich. Unternehmen hingegen können seit Juni 2025 auf zusätzliche MFA-Schritte verzichten, wenn sie sich mit einem ELSTER-Zertifikat identifizieren.

BA-CIO Stefan Latuski betont: „Diese Maßnahmen sind unverzichtbar, um die hohen Sicherheitsstandards bei digitalen Dienstleistungen zu gewährleisten."

Bundestag ringt um neue Befugnisse

Gestern fand im Bundestag die erste Lesung des Regierungsentwurfs zur Stärkung der Cybersicherheit (Drucksache 21/6585) statt. Das Gesetz soll dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dem Bundeskriminalamt (BKA) und der Bundespolizei erweiterte Befugnisse zur Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen geben.

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Die Linke brachte einen eigenen Antrag (21/6653) ein, der offensive Maßnahmen wie sogenannte „Hackbacks" ablehnt und stattdessen auf defensive IT-Sicherheit setzt. Der Gesetzesentwurf wurde nun an die zuständigen Ausschüsse überwiesen.

Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr: Das BSI registrierte 2025 insgesamt 1.041 Ransomware-Fälle – ein deutlicher Anstieg gegenüber 950 Fällen im Jahr 2024. BSI-Präsidentin Claudia Plattner und andere Sicherheitsexperten sprechen angesichts der zunehmenden KI-gestützten Angriffe von einer „neuen Ära der Cybersicherheit".

Internationale Entwicklungen

Auch international zeigt der Trend zu strengeren Sicherheitsvorgaben: Auf den Philippinen trat gestern eine neue Richtlinie (BSP Circular No. 1213) in Kraft, die Banken und Zahlungsdienstleister verpflichtet, SMS- und E-Mail-Passwörter durch biometrische, verhaltensbasierte oder passwortlose Verfahren zu ersetzen.

In Tansania startete diese Woche das Government Service Directory (GSD) – eine Plattform, die 9.777 Dienstleistungen von über 550 Behörden bündelt. Zum Schutz dieser Infrastruktur dient das seit 2025 entwickelte Sicherheitssystem „Ngao", das bereits von mehr als 700 Regierungsstellen genutzt wird.

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Digitale Teilhabe vor Ort

Der Digitaltag 2026 setzt auch auf lokale Initiativen: In Grevenbroich läuft noch bis zum 28. Juni eine digitale Woche mit Workshops zu Künstlicher Intelligenz und digitaler Beratung. In Rheinland-Pfalz schulen Digital-Lotsen speziell Seniorinnen und Senioren – mit Seminaren zur elektronischen Patientenakte (ePA) und zur digitalen Nachlassplanung. Denn Sicherheit darf nicht zur Hürde werden.

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