Burnout bei Ersthelfern: 90 Prozent berichten von Erschöpfung
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 10:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Krankenhäuser und Gesundheitssysteme setzen auf Kunst als Therapieform. Was lange als reine Freizeitbeschäftigung galt, wird heute als strukturierte Intervention gegen Stress und Burnout eingesetzt.
Fellowship-Programme für gestresste Führungskräfte
Die UCLA startete heute ein spezielles Fellowship-Programm. Es richtet sich an Beschäftigte im Gesundheitswesen und Führungskräfte im öffentlichen Sektor. In Kooperation mit dem Broad Museum nutzen die Workshops Theater, bildende Kunst und Techniken zur Regulation des Nervensystems. Ziel: die psychische Belastbarkeit von Frontline-Mitarbeitern stärken.
Auch international tut sich etwas. Gestern begann in Goa die „THE BRIJ Cultural Leaders Fellowship“. Das neunmonatige Programm wird unter anderem von der Französischen Botschaft in Indien unterstützt. 17 Stipendiaten entwickeln dort kulturelle Führungsstrategien mit resilienzfördernden Aspekten.
Kunst auf Rezept: Zwei Länder zeigen, wie es geht
In Wales und Griechenland gehen noch einen Schritt weiter. Sie integrieren Kunst- und Gesundheitsprogramme direkt in ihre nationalen Gesundheitssysteme. In Wales flossen seit 2017 rund 6,8 Millionen Pfund in entsprechende Angebote des NHS. Griechenland hat ein Modell der „kulturellen Verschreibung“ in seinen nationalen Aufbauplan aufgenommen. Ärzte können dort kunstbasierte Aktivitäten als Teil der medizinischen Versorgung verordnen.
Getrieben werden diese Entwicklungen von Institutionen wie dem Jameel Arts & Health Lab und dem britischen National Centre for Creative Health. Der Bedarf ist enorm: Rund 90 Prozent der Ersthelfer berichten von Burnout-Symptomen, 87 Prozent leiden unter Angstzuständen.
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Was die Forschung sagt
Die Wirksamkeit kunstbasierter Interventionen ist wissenschaftlich belegt. Eine am 6. Juli veröffentlichte Meta-Analyse von 28 Studien mit 2.542 Patienten zeigt: Mandalas malen lindert Depressionen, Musiktherapie hilft gegen Fatigue.
Im klinischen Alltag werden diese Erkenntnisse längst umgesetzt. Das Hospital Universitario Insular de Gran Canaria startete Ende Juni ein Kunsttherapieprogramm für Krebspatienten mit Keramik, Musik und kreativem Schreiben. In Brandenburg an der Havel existiert ein Keramikkurs für Menschen mit psychischen Erkrankungen seit über 30 Jahren – aktuell präsentiert er seine Ergebnisse in einer Wanderausstellung.
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Milliardenspende für die Ausbildung
Der Ausbau dieser Programme erfordert gut ausgebildete Fachkräfte. Die Ballmer Group spendete gestern 110 Millionen US-Dollar an mehrere kalifornische Universitäten. Das Geld soll die Ausbildung im Bereich soziale Arbeit und psychische Gesundheit transformieren. Ziel: über 1.000 Experten für mentale Gesundheit innerhalb der nächsten fünf Jahre graduieren.
Neben großen Programmen entstehen auch niederschwellige Angebote. Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe kündigte für August ein spezielles Vermittlungsformat für Senioren an. Die Kunst-Akademie des KSI Siegburg schulte Ende Juli rund 100 Teilnehmende in verschiedenen künstlerischen Disziplinen.
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