Business-Tools, Visier

Business-Tools im Visier: 4,7 Millionen Angriffe auf Zoom, Outlook

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 00:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cyberangriff auf Frankreichs Steuersystem: 678.000 DatensÀtze kompromittiert. Ermittlungen laufen, wÀhrend weltweit Phishing-Wellen auf Steuerzahler zielen.
Ein besorgter Mann in einem modernen BĂŒro vor einem Laptop, wĂ€hrend er telefoniert, umgeben von einer dunklen, angespannten AtmosphĂ€re. Illustration mit AI erstellt.

In Frankreich ist es zu einem schwerwiegenden Cyberzwischenfall gekommen, bei dem Unbefugte Zugriff auf die Daten von 678.000 Nutzern des nationalen Steuersystems erlangt haben. Wie offizielle Stellen mitteilten, umfassen die entwendeten Informationen hochsensible Details sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen. Der Vorfall löste umgehend weitreichende Ermittlungen und Krisenmaßnahmen auf Regierungsebene aus.

Zu den kompromittierten Daten gehören bei Privatpersonen unter anderem Namen, Familienquotienten, das steuerpflichtige Einkommen sowie die individuellen QuellensteuersÀtze. Bei betroffenen Unternehmen erbeuteten die Angreifer zudem SIREN-Nummern und Adressdaten.

In Reaktion auf den Diebstahl leitete die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein. Zudem wurde die Datenschutzbehörde Ofac mit der Untersuchung des Vorfalls betraut. Der Premierminister berief angesichts des Ausmaßes der Datenpanne eine Krisensitzung ein.

Weltweite Zunahme von Steuerbetrug und Phishing-Kampagnen

Der Vorfall in Frankreich steht im Kontext einer globalen Welle koordinierter Cyberangriffe, die gezielt Steuerzahler und Behörden ins Visier nehmen. In Indien beobachteten Sicherheitsanalysten eine Kampagne unter dem Namen „Operation DragonReturn“. Dabei geben sich Angreifer, die mutmaßlich mit der Gruppe Silver Fox und der Infrastruktur von ChinaNet in Verbindung stehen, als Einkommensteuerbehörde aus. Sie nutzen komplexe Methoden wie DLL-Side-Loading und den Fernzugriff-Trojaner DCRat, um wĂ€hrend der laufenden Steuersaison Systeme zu infiltrieren.

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Auch in anderen Regionen verzeichnen Behörden eine Zunahme betrĂŒgerischer AktivitĂ€ten. In SĂŒdafrika hĂ€uften sich wĂ€hrend der dortigen Steuersaison 2026 FĂ€lle von IdentitĂ€tsbetrug durch Phishing, Vishing und die Übernahme von Online-Profilen.

In einem dokumentierten Fall verlor ein 68-jĂ€hriger BĂŒrger 37.000 Rand durch das Versprechen einer gefĂ€lschten RĂŒckerstattung. Die sĂŒdafrikanische Steuerbehörde SARS betonte in diesem Zusammenhang, dass niemals Passwörter oder Einmalcodes per Nachricht angefordert wĂŒrden.

In Singapur meldete das CPF Board, dass die Verluste durch IdentitĂ€tsbetrug unter dem Deckmantel von Regierungsbehörden im Jahr 2025 um 60 % gegenĂŒber dem Vorjahr gestiegen seien. Die Gesamtschadensumme belief sich dabei auf 242,9 Millionen US-Dollar.

Betrugsmaschen innerhalb Europas

Innerhalb der EuropĂ€ischen Union warnen derzeit mehrere Staaten vor Ă€hnlichen Taktiken. In Malta registrierte die Polizei gefĂ€lschte SMS-Nachrichten, welche die Malta Taxation and Customs Administration (MTCA) imitieren. Die BetrĂŒger locken Opfer mit angeblichen Steuererstattungen auf manipulierte Websites, um Kreditkartendaten abzugreifen.

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Ähnliche Berichte liegen aus Griechenland vor. Dort geben sich Angreifer per Kurznachricht als die Behörde myAADE aus und fordern Zahlungen fĂŒr angeblich offene Kfz-Steuern an. Die Behörden stellten klar, dass fĂŒr offizielle Kommunikation ausschließlich spezifische Regierungsdomains genutzt werden und niemals Zahlungsaufforderungen via Link in einer SMS versendet werden.

Manipulation von Business-Tools und Dienstleistern

Neben staatlichen Institutionen sind zunehmend auch kommerzielle Plattformen und Arbeitsplatz-Werkzeuge betroffen. Eine aktuelle Analyse von Kaspersky identifizierte zwischen Juli 2025 und Juni 2026 insgesamt 4.781.846 Angriffe, bei denen gÀngige Business-Tools imitiert wurden.

Am hĂ€ufigsten wurde dabei Zoom mit 2.658.283 VorfĂ€llen missbraucht, gefolgt von Outlook (1.546.122) und OneDrive (197.030). Auch Excel (151.948) und Teams (111.402) dienten als Deckmantel fĂŒr Cyberattacken, wobei Downloader, Trojaner und Exploits die hĂ€ufigsten Bedrohungsarten darstellten.

Im E-Commerce-Sektor wurde zudem ein Missbrauch der Shop-App von Shopify bekannt. BetrĂŒger versendeten gefĂ€lschte Rechnungsbenachrichtigungen, beispielsweise fĂŒr einen vermeintlichen „PC-Schutzplan“ in Höhe von 339,96 US-Dollar. Die enthaltenen Support-Nummern fĂŒhrten die Opfer direkt in eine Falle fĂŒr RĂŒckerstattungsbetrug.

Zudem dokumentierten Experten von Bitdefender Phishing-Kampagnen gegen Hotels, bei denen GÀste oder Buchungsplattformen imitiert wurden. Mithilfe gefÀlschter Sicherheitsabfragen wurde PowerShell-Malware auf die Systeme der Zielobjekte geschleust. In den USA warnten Behörden in Mariposa County zudem vor Betrugsversuchen mit einem nicht existierenden IRS-Formular 1098-SR, das gezielt zur TÀuschung von Senioren bei der Grundsteuer eingesetzt wurde.

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