Callcenter-Razzia, Karachi

Callcenter-Razzia Karachi: 89 Verdächtige bei Vishing-Betrug festgenommen

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Karachi nahm die NCCIA acht Verdächtige fest und sicherte Technik sowie Kundendaten. Landesweit laufen weitere Verfahren gegen Callcenter.

Pakistan: Razzia legt internationales Vishing-Callcenter lahm
Verlassene Büroräume mit technischer Ausrüstung und Server-Infrastruktur nach einer Razzia gegen Cyberkriminalität. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im pakistanischen Karachi ist den Sicherheitsbehörden ein bedeutender Schlag gegen die grenzüberschreitende Cyberkriminalität gelungen. Die nationale Cyber-Kriminalitätsbehörde NCCIA (National Cyber Crime Investigation Agency) führte jüngst eine Razzia in einem Callcenter im Stadtteil Gulistan-e-Johar durch. Dabei wurden acht Verdächtige festgenommen, unter ihnen die mutmaßlichen Inhaber der Einrichtung, Muhammad Laiq und Muhammad Fazil.

Gezielter Betrug an Opfern im Ausland

Die Ermittlungen der NCCIA deuten darauf hin, dass das Callcenter als Basis für sogenanntes „Vishing“ – eine Form des telefonischen Identitätsbetrugs – diente. Die Täter hätten sich dabei als Bankbeamte ausländischer Institute ausgegeben, um sensible persönliche und finanzielle Daten zu erlangen. Ziel der Operationen waren vorrangig Einwohner in Großbritannien und den USA.

Um ihre Spuren zu verwischen und die Herkunft der Anrufe zu verschleiern, setzten die Verdächtigen laut Behördenangaben spezielle Spoofing-Software ein. Im Rahmen der Durchsuchung stellte die Polizei umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Laptops und Mobiltelefone.

Zudem wurden zwei Partner des Unternehmens festgenommen sowie Server und verschlüsselte Hardware beschlagnahmt. Die Beamten konnten dabei auf tausende Kundendatensätze zugreifen, die mutmaßlich für die betrügerischen Aktivitäten verwendet wurden.

Rechtliche Konsequenzen und statistische Einordnung

Gegen die Festgenommenen wurde das Verfahren unter der FIR-Nummer 74/26 eingeleitet. Die Anklage stützt sich auf Bestimmungen des pakistanischen Computer-Kriminalitätsgesetzes (PECA 2025) sowie des pakistanischen Strafgesetzbuches (PPC). Den Beschuldigten wird vorgeworfen, gezielt Debit- und Kreditkarteninformationen ausgespäht zu haben.

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Trotz dieses Fahndungserfolgs verdeutlichen aktuelle Zahlen der NCCIA die Herausforderungen bei der Verfolgung von Cyberdelikten. Den Behördenangaben zufolge gingen insgesamt 3.005 Beschwerden ein, von denen jedoch lediglich 26 zur Registrierung eines offiziellen Ermittlungsverfahrens (First Information Report, FIR) führten.

Ausweitung der Maßnahmen gegen illegale Betriebe

Parallel zu den Ereignissen in Karachi treibt die Bundesermittlungsbehörde FIA (Federal Investigation Agency) landesweite Maßnahmen gegen illegale Callcenter voran.

In einem damit zusammenhängenden Fall wurden jüngst 20 chinesische Staatsangehörige abgeschoben. Damit stieg die Gesamtzahl der in diesem Kontext des Landes verwiesenen Personen auf 34, darunter auch 14 vietnamesische Staatsbürger. Die Namen der Abgeschobenen seien auf eine schwarze Liste gesetzt worden, während das Verfahren unter dem Foreign Act und PECA fortgeführt werde.

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Zuvor hatten Behörden bei einer großangelegten Razzia im Sektor I-10 in Islamabad bereits 275 Ausländer festgenommen. In einem weiteren gerichtlichen Nachspiel wurden 34 Personen, bestehend aus 15 chinesischen und 19 pakistanischen Staatsangehörigen, zu Haftstrafen von 18 Monaten sowie einer Geldstrafe von jeweils 100.000 Rs verurteilt.

Regionale Ausmaße der Callcenter-Kriminalität

Das Phänomen betrügerischer Callcenter beschäftigt auch die Sicherheitskräfte in der Nachbarregion. Berichten zufolge führte die Polizei aus Rajasthan gemeinsam mit Einheiten aus Delhi eine Razzia in Uttam Nagar, Delhi, durch. Dort wurden 83 Personen festgenommen, darunter 43 Frauen.

Dieser Einsatz stand im Zusammenhang mit einem in Deeg registrierten Fall von Kreditkartenbetrug. Die dortigen Betreiber sollen gefälschte Bank-Visitenkarten per Nachricht versendet haben, um Opfer in die Falle zu locken. Auch hier wurden zahlreiche technische Geräte wie Computer und Laptops sichergestellt. Die Ermittlungen in allen genannten Fällen dauern an.

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