CAR-T-Therapie, Lupus

CAR-T-Therapie gegen Lupus: Erste erfolgreiche Behandlung in Vietnam

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 08:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Forschung zu Autoimmunerkrankungen zeigt Fortschritte: Neue Therapien und Diagnoseverfahren verbessern Behandlungsmöglichkeiten.

Autoimmunforschung: CAR-T-Zellen, neue Wirkstoffe und präzise Bluttests
Wissenschaftler in einem modernen Labor betrachtet eine holografische Darstellung molekularer Strukturen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

CAR-T-Zelltherapie, neue Antikörper und präzisere Bluttests – die Forschung zu Autoimmunerkrankungen macht derzeit große Sprünge. Gleich mehrere Studien und klinische Anwendungen zeigen, wie sich Behandlungsmöglichkeiten erweitern und Diagnosen verbessern.

Erster CAR-T-Einsatz gegen Lupus in Vietnam

Im Vinmec Smart City Hospital in Vietnam gelang ein medizinischer Meilenstein. Ärzte setzten dort erstmals die CAR-T-Zelltherapie bei einer 28-jährigen Patientin mit systemischem Lupus erythematodes und schwerer Nierenschädigung ein. Die vom Gesundheitsministerium genehmigte klinische Studie zeigte Erfolg: Nach einer zweiwöchigen Behandlung ließen sich keine pathogenen Zellen mehr nachweisen. Die Patientin wurde in stabilem Zustand entlassen.

Bekannter Krebs-Wirkstoff hilft bei Nervenerkrankungen

Auch das Universitätsklinikum Jena meldet Fortschritte. Die Ärzte untersuchten den Wirkstoff Teclistamab – eigentlich entwickelt für Multiples Myelom – bei autoimmunen Nervenerkrankungen. Die am 6. Juli in Nature Communications veröffentlichte Studie beschreibt den Erfolg bei zwei Patientinnen mit autoimmuner Neuropathie. Nach vier Injektionen über sechs Wochen waren die krankheitsverursachenden IgM-Antikörper nicht mehr nachweisbar. Die Nervenfunktion verbesserte sich deutlich.

Entzündungsmechanismus entschlüsselt

Forscher der Universitäten des Saarlandes und Münster haben einen zentralen Entzündungsprozess identifiziert. Laut der am 22. Juli in Nature Communications erschienenen Studie spielt er sowohl bei schweren COVID-19-Verläufen als auch bei axialer Spondyloarthritis eine Rolle. Eine Hyperphosphorylierung führt dazu, dass das Immunsystem Autoantikörper gegen das Protein IL-1Ra bildet. Das enthemmt Entzündungsreaktionen und treibt die Hyperinflammation voran.

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Die CAR-T-Therapie gegen Lupus ist erstmals in Vietnam erfolgreich eingesetzt worden – eine 28-jährige Patientin mit schwerer Nierenschädigung wurde nach zwei Wochen symptomfrei entlassen. Welche Fortschritte es auch bei anderen Autoimmunerkrankungen gibt und wie Sie von neuen Diagnoseverfahren profitieren, erfahren Sie in diesem kostenlosen Report. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Ein weiterer Ansatz kommt von der Universität Bonn und dem Forschungszentrum Borstel. Die Wissenschaftler stellten in Advanced Science das synthetische Peptid Pep19-2.5 (Aspidasept) vor. In Modellen für Hausstaubmilben-Asthma hemmte der Wirkstoff das NLRP3-Inflammasom über Interaktionen mit der Zellmembran und verbesserte so die Lungenfunktion.

Bluttest unterscheidet Krankheitsphasen

Die Diagnostik wird präziser. Eine im Juli im Nature Portfolio veröffentlichte Studie identifizierte ein Panel aus sieben Proteinen im Blutplasma. Damit lässt sich eine aktive ANCA-assoziierte Vaskulitis mit hoher Genauigkeit von einer Remissionsphase unterscheiden. In Validierungskohorten in Berlin und Prag erreichte das Verfahren einen statistischen Trennwert von bis zu 0,95.

Risikobewertung bei systemischer Sklerose

Auf dem EULAR-Kongress 2026 in London stand der sogenannte mDAI-Score im Fokus. Basierend auf Daten von über 3.200 Patienten aus der EUSTAR-Datenbank ermöglicht er eine bessere Einschätzung des Risikos für Beteiligungen von Haut, Lunge und Herz bei systemischer Sklerose. Patienten mit einem Wert von mindestens 2,5 zeigten eine deutlich kürzere Zeit bis zum Eintreten klinisch relevanter Ereignisse.

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Neue Bluttests unterscheiden aktive Vaskulitis von Remission mit einer Genauigkeit von bis zu 0,95 – und das nur mit sieben Proteinen im Blutplasma. Wer bei Autoimmunerkrankungen frühzeitig die richtige Diagnose erhält, kann schweren Verläufen vorbeugen. Dieser Report gibt Ihnen einen Überblick über die neuesten Diagnostik- und Therapieansätze. Report zur Früherkennung jetzt sichern

Post-COVID: Nicht jeder Ansatz hält, was er verspricht

Die IAMPOCO-Studie untersuchte die Wirkung der Immunadsorption bei Post-COVID-Patienten. Das Ergebnis: Für diese Patientengruppe brachte das Verfahren keinen messbaren klinischen Nutzen. Das unterstreicht die Notwendigkeit, präzise zwischen verschiedenen Formen der Immunaktivierung nach Virusinfektionen und klassischen Autoimmunerkrankungen zu unterscheiden – um Fehlbehandlungen zu vermeiden.

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