CAR-T-Therapie, Novartis

CAR-T-Therapie: Novartis stoppt Studien nach drei TodesfÀllen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach drei TodesfĂ€llen pausiert Novartis acht Rap-cel-Studien außerhalb der Onkologie; auch Bristol Myers unterbricht vergleichbare Untersuchungen.

Novartis stoppt acht Rap-cel-Studien nach drei TodesfÀllen
Leere medizinische Ampullen auf einem Labortisch in einer sterilen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Entwicklung von CAR-T-Zelltherapien fĂŒr Autoimmun- und neurologische Erkrankungen steht vor einem schweren RĂŒckschlag. Novartis hat acht klinische Studien zu seiner CAR-T-Zelltherapie Rap-cel gestoppt, nachdem drei Patienten infolge schwerer Immunreaktionen gestorben waren.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, die mit der Übertragung einer ursprĂŒnglich fĂŒr Krebspatienten entwickelten Therapieform auf andere Krankheitsbilder verbunden sind.

Der Studienstopp und seine unmittelbaren Folgen

Novartis erklĂ€rte, die betroffenen Studien zu Rap-cel wĂŒrden derzeit ĂŒberprĂŒft, die zustĂ€ndigen Behörden seien bereits informiert worden. Die Zelltherapie war fĂŒr den Einsatz bei Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen vorgesehen – ein Anwendungsfeld, das ĂŒber die klassische Krebstherapie hinausgeht, fĂŒr die CAR-T-Verfahren ursprĂŒnglich zugelassen wurden. Die drei TodesfĂ€lle stehen im Zusammenhang mit schweren Immunreaktionen, die im Rahmen der Behandlung auftraten.

Wichtig fĂŒr die Einordnung: Die Studien zu Rap-cel bei Krebspatienten laufen nach aktuellem Stand weiter. Der Stopp betrifft demnach gezielt jene acht Studien, in denen die Therapie außerhalb der onkologischen Indikation getestet wurde. Dies deutet darauf hin, dass Novartis das Sicherheitsrisiko spezifisch im Kontext der neuen Anwendungsgebiete verortet, wĂ€hrend das Nutzen-Risiko-Profil bei Krebspatienten offenbar anders bewertet wird.

Branchenweite Reaktion: Bristol Myers zieht nach

Der Fall bleibt nicht auf Novartis beschrĂ€nkt. Auch Bristol Myers hat Ă€hnliche Studien zu seiner Zelltherapie Zola-cel pausiert. Damit reagiert ein weiteres großes Pharmaunternehmen auf die Sicherheitssignale, die sich im Zusammenhang mit CAR-T-AnsĂ€tzen außerhalb der Krebstherapie zeigen.

Die parallele Entscheidung zweier Konzerne deutet darauf hin, dass es sich möglicherweise nicht um ein isoliertes PrÀparate-Problem handelt, sondern um eine grundsÀtzlichere Fragestellung, wie CAR-T-Zelltherapien bei Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen sicher eingesetzt werden können.

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Warum die Übertragung auf neue Indikationen riskant ist

CAR-T-Zelltherapien wurden ursprĂŒnglich entwickelt, um körpereigene Immunzellen so zu verĂ€ndern, dass sie gezielt Krebszellen angreifen. Der Versuch, dieses Prinzip auf Autoimmunerkrankungen und neurologische Leiden zu ĂŒbertragen, folgt der Überlegung, dass sich fehlgeleitete Immunreaktionen möglicherweise auf Ă€hnliche Weise „umprogrammieren“ lassen.

Die nun aufgetretenen schweren Immunreaktionen bei den Rap-cel-Studien zeigen jedoch, dass die Übertragbarkeit des Konzepts nicht ohne zusĂ€tzliche Risiken erfolgt – möglicherweise gerade weil die Zielpopulation und der Krankheitsmechanismus sich grundlegend von der Krebstherapie unterscheiden.

Bedeutung fĂŒr Patienten und die weitere Forschung

FĂŒr Patienten mit Autoimmun- oder neurologischen Erkrankungen, die auf neue Therapieoptionen gehofft hatten, bedeutet der Studienstopp zunĂ€chst eine Verzögerung. Novartis hat die laufende ÜberprĂŒfung als notwendigen Schritt dargestellt, um die Ursachen der TodesfĂ€lle zu klĂ€ren, bevor ĂŒber eine Fortsetzung der betroffenen Studien entschieden wird.

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Auch Bristol Myers pausiert Ă€hnliche Studien – das deutet auf ein grundsĂ€tzliches Problem bei CAR-T-Therapien hin. Erfahren Sie, wie Sie regulatorische HĂŒrden und Sicherheitsrisiken bei Zelltherapie-Investments systematisch bewerten. Leitfaden zu regulatorischen Anforderungen jetzt sichern

FĂŒr die Branche insgesamt wirft der parallele Schritt von Bristol Myers die Frage auf, ob regulatorische Anpassungen bei der Entwicklung von Zelltherapien außerhalb der Onkologie notwendig werden.

Bis die ÜberprĂŒfungen abgeschlossen sind und die Behörden ihre EinschĂ€tzung vorgelegt haben, bleibt offen, welche Konsequenzen sich fĂŒr das gesamte Forschungsfeld der CAR-T-Zelltherapie bei Autoimmun- und neurologischen Indikationen ergeben.

Mehr zum Thema bei Handelsblatt: „Pharmaindustrie: Novartis stoppt nach TodesfĂ€llen Studien zu Zelltherapie“

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