CARVYKTI, Myelompatienten

CARVYKTI: 10 von 20 Myelompatienten bleiben fĂŒnf Jahre progressionsfrei

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In CARTITUDE-2 blieben zehn von 20 Patienten mindestens fĂŒnf Jahre progressionsfrei; neue CAR-T-spezifische NeurotoxizitĂ€t wurde nicht festgestellt.

Carvykti: FĂŒnfjahresdaten zeigen anhaltende Remission nach einer Infusion
Ein modernes, steriles medizinisches Forschungslabor mit glÀnzenden EdelstahloberflÀchen und LaborgerÀten in einer hellen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Bei der Behandlung des rezidivierten oder refraktĂ€ren multiplen Myeloms gewinnen langanhaltende, therapiefreie Remissionen zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Übersicht der FĂŒnfjahresdaten aus der Phase-2-Studie CARTITUDE-2 liefert Einblicke in das Langzeitpotenzial der CAR-T-Zelltherapie CARVYKTI (Ciltacabtagene Autoleucel, kurz Cilta-cel).

Die Ergebnisse zur Kohorte A wurden von den Entwicklungspartnern Johnson & Johnson und Legend Biotech auf der IMS-Jahrestagung 2026 in Glasgow vorgestellt.

Anhaltende Remissionen nach einmaliger Infusion

Die untersuchte Kohorte A umfasst 20 Patienten mit frĂŒhem rezidiviertem oder refraktĂ€rem multiplem Myelom, die zuvor eine bis drei Therapielinien erhalten hatten, bereits gegenĂŒber Proteasominhibitoren exponiert und gegenĂŒber Lenalidomid refraktĂ€r waren.

Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 60,7 Monaten blieben 50 Prozent der behandelten Personen (10 von 20) nach einer einmaligen Infusion ohne zusĂ€tzliche Erhaltungstherapie mindestens fĂŒnf Jahre am Leben und progressionsfrei.

Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 60,5 Monaten, wĂ€hrend die 5-Jahres-GesamtĂŒberlebensrate 69,2 Prozent betrug. Das mediane GesamtĂŒberleben war bis zum Auswertungszeitpunkt noch nicht erreicht. Unter den zehn progressionsfreien Patienten wiesen fĂŒnf mindestens eine zytogenetische Hochrisikoanomalie auf, vier davon hatten zwei oder mehr.

Der primĂ€re Endpunkt der Studie ist die NegativitĂ€t bezĂŒglich der minimalen Resterkrankung (MRD). Nach fĂŒnf Jahren wurde der MRD-Status bei drei Patienten außerhalb des ursprĂŒnglichen Protokollzwangs erfasst; alle drei waren bei einer Schwelle von 10?? MRD-negativ.

Bereits in vorherigen Daten vom November 2023, bei einer medianen Nachbeobachtung von rund 29 Monaten, hatten alle 17 damals auswertbaren Patienten keine nachweisbaren Restkrebszellen mehr aufgewiesen.

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Beobachtungen zum Sicherheitsprofil

Die multikohortige, offene CARTITUDE-2-Studie umfasst insgesamt ĂŒber 200 Patienten. Die vorgestellten Daten belegen laut den beteiligten Unternehmen ein konsistentes Sicherheitsprofil, bei dem keine neuen FĂ€lle von CAR-T-spezifischer NeurotoxizitĂ€t festgestellt wurden.

Seit einer Voranalyse bei einer medianen Nachbeobachtung von rund 30 Monaten traten ein neuer Fall von akuter myeloischer LeukĂ€mie sowie zwei TodesfĂ€lle auf. Ein Sprecher von Legend Biotech erklĂ€rte hierzu, dass einer der beiden neueren TodesfĂ€lle auf eine Progression der Grunderkrankung und der andere auf ein neu aufgetretenes Mammakarzinom zurĂŒckgegangen sei.

Keiner dieser beiden FĂ€lle stehe laut dem Sprecher in direktem Bezug zu Carvykti. Über den gesamten Verlauf der Studie hinweg wurden sieben TodesfĂ€lle verzeichnet, von denen einer als cilta-cel-bezogen eingestuft wurde.

Bereits im Februar 2022 hatte Carvykti die Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten. Die Produktinformation enthĂ€lt eine sogenannte Boxed Warning unter anderem bezĂŒglich des Zytokin-Freisetzungssyndroms, neurologischer ToxizitĂ€ten und sekundĂ€rer hĂ€matologischer Malignome.

Kommerzieller Rahmen und Marktumfeld

Die Grundlage fĂŒr die Zusammenarbeit schuf Johnson & Johnson im Dezember 2017 mit der Zahlung einer LizenzgebĂŒhr in Höhe von 350 Millionen US-Dollar an Legend Biotech. Im Vorjahr erwirtschaftete Carvykti einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Die Zelltherapie ist mittlerweile in 17 MĂ€rkten verfĂŒgbar und kam bisher bei weltweit ĂŒber 13.000 Patienten zum Einsatz.

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Im Wettbewerbsumfeld bereiten sich weitere Marktteilnehmer auf Zulassungsentscheidungen vor. So prĂŒft das Pharmaunternehmen Gilead die CAR-T-Therapie Anito-cel, die aus der im Februar erfolgten Übernahme des Entwicklers Arcellx fĂŒr 7,8 Milliarden US-Dollar stammt. Die Entscheidung der FDA zu diesem PrĂ€parat wird fĂŒr den 23. Dezember erwartet.

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