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Cash App: Block zahlt 45 Millionen Euro Vergleich an 46 US-Staaten

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 02:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Block Inc. zahlt 45 Millionen Euro an 46 US-Staaten wegen unzureichenden Betrugsschutzes bei Cash App. Zusätzliche Strafen der CFPB folgen.

Block Inc. einigt sich: Millionen-Vergleich wegen Cash App-Sicherheitsmängeln
Abstraktes digitales Bild mit zerbrochenen geometrischen Formen und leuchtenden Datenströmen, das Finanzbetrug und eine Einigung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister Block Inc. einigt sich mit 46 US-Bundesstaaten auf einen Vergleich über 45 Millionen Euro – Vorwurf: mangelhafter Betrugsschutz und irreführende Sicherheitsversprechen.

Der Vergleich, der am 13. Juli 2026 verkündet wurde, beendet jahrelange Ermittlungen gegen die beliebte Peer-to-Peer-Zahlungsplattform Cash App. Angeführt von den Generalstaatsanwälten aus Oregon und Texas warfen die Behörden dem Unternehmen vor, Verbraucher systematisch über die tatsächlichen Sicherheitsvorkehrungen getäuscht zu haben. Besonders brisant: Tausende Nutzer hatten sich über nicht autorisierte Transaktionen und einen kaum erreichbaren Kundenservice beschwert.

Millionen für die Bundesstaaten – und das Finanzamt

Die 45 Millionen Euro aus dem Vergleich fließen an die beteiligten Staaten und dienen der Entschädigung betroffener Verbraucher sowie der Deckung von Ermittlungskosten. Mehrere Bundesstaaten haben ihre Anteile bereits bekannt gegeben:

  • Pennsylvania erhält rund 1,1 Millionen Euro
  • Indiana bekommt etwa 1,7 Millionen Euro
  • Virginia stehen rund 845.000 Euro zu
  • North Carolina kann mit rund einer Million Euro rechnen
  • Washington erhält zusätzlich 1,8 Millionen Euro aus dem Staatenfonds

Doch damit nicht genug: In einer separaten, aber verwandten Angelegenheit muss Block dem Bundesstaat Washington weitere 20 Millionen Euro zahlen. Grund sind betrügerische Auszahlungen von Arbeitslosengeld, die zwischen März und August 2020 über Cash App abgewickelt wurden.

CFPB verhängt zusätzliche Strafen

Die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB (Consumer Financial Protection Bureau) greift noch härter durch: Sie verpflichtet Block, zwischen 75 und 120 Millionen Euro direkt an geschädigte Verbraucher zurückzuzahlen. Hinzu kommt eine zivilrechtliche Strafe von 55 Millionen Euro an die US-Bundesregierung. North Carolina schätzt den Gesamtwert aller Vergleiche auf bis zu 165 Millionen Euro.

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Cash App muss Kundenservice radikal umbauen

Die Einigung zwingt Block zu tiefgreifenden Änderungen. Künftig muss Cash App seinen Nutzern echte Menschen für den Support zur Verfügung stellen – und zwar mindestens 13,5 Stunden täglich telefonisch und 18 Stunden per Chat. Bei Betrugsmeldungen gilt sogar eine 24/7-Erreichbarkeit.

Das Unternehmen muss zudem seine Werbeversprechen anpassen. Behauptungen wie „Cash App ist sicher“ sind nur noch mit konkretem Kontext zu den tatsächlichen Betrugsrisiken erlaubt. Besonders umstrittene Aktionen wie „Cash App Fridays“ – eine Marketingkampagne, die von Betrügern systematisch ausgenutzt wurde – müssen überarbeitet oder ganz eingestellt werden.

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Weitere Auflagen: Block muss gemeldete Betrugsfälle gesetzeskonform untersuchen und Nutzer entschädigen, wenn die versprochenen Schutzmechanismen versagten. Eine Aufklärungskampagne soll Verbrauchern helfen, gängige Zahlungsapp-Betrugsmaschen zu erkennen.

Geschäftszahlen unter Druck – Aktie dennoch erholt

Die rechtlichen Probleme treffen Block in einer Phase sinkender Profitabilität. Die Gewinnmarge des Unternehmens fiel zuletzt auf 3,3 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber 10,9 Prozent im Vorjahr. Trotz der Millionenbelastungen und der operativen Zwangsmaßnahmen legte die Aktie seit Jahresbeginn um 18,8 Prozent zu. Der Fünfjahresvergleich zeigt jedoch ein düstereres Bild: Hier notiert das Papier noch immer 67,1 Prozent unter seinem damaligen Wert.

Block hat sich zwar zu den finanziellen und operativen Auflagen bereit erklärt, weist jedoch alle Vorwürfe des Fehlverhaltens oder der rechtlichen Haftung zurück. Die Ermittler hatten dem Unternehmen vorgewworfen, durch das Fehlen eines Live-Kundenservice und mangelhafte Kontoverifizierung systematisch Betrug ermöglicht zu haben – darunter auch den Transfer von Millionenbeträgen aus staatlichen Corona-Hilfsprogrammen auf nicht autorisierte Konten.

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