ChatGPT bei Jugendlichen: Nutzung bleibt meist unter 15 Minuten tÀglich
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 22:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Bericht des Softwareentwicklers OpenAI liefert detaillierte Einblicke in das Nutzungsverhalten junger Menschen mit generativer kĂŒnstlicher Intelligenz. Jugendliche verwenden die Anwendung ChatGPT im Durchschnitt weniger als 15 Minuten pro Tag.
Zudem nutzen unter 2 Prozent der Jugendlichen das System lĂ€nger als drei Stunden am StĂŒck. Der Dienst ChatGPT for Teens ist seit August 2026 verfĂŒgbar und wird bei registrierten Konten von Personen unter 18 Jahren automatisch aktiviert.
Nutzungsdauer und interne Schutzmechanismen
In seinem Bericht geht das Unternehmen auch auf die Wirksamkeit technischer Schutzvorkehrungen ein. Demnach legten Nutzer in fast der HĂ€lfte der JugendgesprĂ€che, bei denen eine Pausen-Erinnerung ausgespielt wurde, innerhalb von fĂŒnf Minuten eine Pause ein oder beendeten den Chat. Gleichzeitig rĂ€umt OpenAI ein, dass die technische VerknĂŒpfung von Eltern- und Jugendkonten mehrere Stunden dauern kann.
Kritik an Kontrollfunktionen und Gefahren durch Chatbots
Trotz der implementierten Schutzfunktionen stöĂt das Angebot auf Kritik von Kinderschutzorganisationen. Common Sense Media bemĂ€ngelt, dass ChatGPT for Teens Eltern bei Unterhaltungen ĂŒber sensible Themen wie Suizid, Selbstverletzung oder Essstörungen hĂ€ufig verspĂ€tet oder gar nicht benachrichtigt habe. Zudem fehle es an einer zuverlĂ€ssigen Empfehlung fĂŒr Krisen-Hotlines bei akuten Problemlagen.
ZusĂ€tzliche Warnungen kommen von weiteren Fachorganisationen. Terre des Hommes und SOS-Kinderdörfer weltweit weisen in einer Vorstudie auf Gefahren durch Deepfakes, Cybermobbing und eine psychische AbhĂ€ngigkeit von sogenannten Companion-Chatbots hin. Die VerbĂ€nde fordern SchutzmaĂnahmen in vier zentralen Bereichen: Technik, Wissen, Recht und Beteiligung.
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Vor den Risiken von Sprachmodellen als Ersatz fĂŒr zwischenmenschliche Beziehungen warnt auch die Telefonseelsorge Oberösterreich anlĂ€sslich des zehnjĂ€hrigen Bestehens ihrer eigenen Chatberatung.
Supervisorin Petra Risau hebt hervor, dass kĂŒnstliche Intelligenz dazu neige, Nutzer lediglich zu bestĂ€tigen, anstatt kritisch zu widersprechen. Dies könne insbesondere fĂŒr vulnerable Gruppen problematisch sein: Nach Angaben der Einrichtung fĂŒhlen sich 16 Prozent der unter 30-JĂ€hrigen in Ăsterreich meistens oder immer einsam.
KriminalitÀtsrisiken und Haltung junger Nutzer
Ăber beratende Aspekte hinaus weist das Cybercrime-Zentrum Baden-WĂŒrttemberg bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe auf Gefahren durch manipulierte Medieninhalte hin. Nach Beobachtung der Ermittler nehmen FĂ€lle von KI-generierter Kinder- und Jugendpornografie deutlich zu. Da frei zugĂ€ngliche Software keine besondere IT-Expertise mehr erfordere, lasse sich Bildmaterial ohne groĂen Aufwand verfĂ€lschen.
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Gleichzeitig wĂ€chst auch unter jungen Menschen das Bewusstsein fĂŒr die Belastungen digitaler Umgebungen. Laut dem TK-Social-Media-Report der TK-Landesvertretung Hessen befĂŒrworten 52 Prozent der befragten 12- bis 17-JĂ€hrigen ein Verbot sozialer Medien, wobei sich der GroĂteil fĂŒr eine Altersgrenze von durchschnittlich 14 Jahren ausspricht.
Neben regulatorischen Debatten artikulieren Jugendliche einen hohen Bedarf an praktischen Hilfsangeboten, Schulungen und Lerninhalten zur Förderung von Medienkompetenz.
