ChatGPT Chrome: Neue Browser-Funktionen und 80% günstigere Modelle
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 14:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Pionier OpenAI rüstet seinen Chatbot für den Alltagseinsatz im Browser auf und macht seine Modelle deutlich günstiger. Für Nutzer in Deutschland und Europa eröffnen sich damit neue Möglichkeiten – vom intelligenten Recherche-Assistenten bis zur Videoanalyse direkt im Browser.
Neue Funktionen für Chrome und Desktop-App
Die neueste Version der ChatGPT-Erweiterung für Chrome, die am 31. Juli 2026 veröffentlicht wurde, kann nun Inhalte aus mehreren geöffneten Browser-Tabs gleichzeitig auswerten. Wer etwa Preise vergleichen oder Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen möchte, bekommt den KI-Assistenten als intelligenten Recherchepartner an die Seite gestellt.
Besonders praktisch: Per Rechtsklick auf markierten Text lässt sich die KI direkt mit Fragen zu den ausgewählten Inhalten füttern. Die neue „Highlight-and-Ask"-Funktion ersetzt damit das lästige Kopieren und Einfügen zwischen Browser und Chat-Fenster.
Ein neu gestaltetes Seitenpanel liefert zudem Kontext zu Videos und Webseiten. So kann ChatGPT Fragen zu YouTube-Videos beantworten oder den Inhalt der aktuell geöffneten Seite analysieren – während der Nutzer weiter surft. Die Funktionen werden schrittweise ausgerollt, abhängig von Abo-Modell, Region und Gerät.
Die Desktop-Anwendung erhielt bereits am 30. Juli ähnliche Verbesserungen, darunter intelligente URL-Vorschläge und eine optimierte Verwaltung des Browserverlaufs. Damit einher geht die Zusammenführung von Nutzern der bisherigen Codex- und Legacy-Desktop-Apps auf eine einheitliche Plattform.
Deutliche Preissenkungen bei GPT-5.6-Modellen
Neben den neuen Funktionen sorgt eine kräftige Preissenkung für Aufsehen: Das kleinere Modell GPT-5.6 Luna kostet bei der Eingabe künftig 80 Prozent weniger – nur noch 0,20 Dollar pro Million Tokens. Die Ausgabekosten sinken auf 1,20 Dollar. Das Modell Terra verbilligt sich bei der Eingabe um 20 Prozent auf 2 Dollar pro Million Tokens, die Ausgabe kostet 12 Dollar.
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Beim größeren Modell Sol bleibt der Grundpreis zwar unverändert bei 5 Dollar Eingabe- und 30 Dollar Ausgabekosten. Dafür führt OpenAI einen neuen „Fast-Modus" ein: 2,5-fache Geschwindigkeit zum doppelten Preis. Für Unternehmen mit hohem Datenvolumen könnte sich das rechnen – schließlich zählt in der KI-Branche oft die Geschwindigkeit mehr als der Preis.
Technische Optimierungen machen die Einsparungen möglich: Durch den Einsatz spezieller Rechenkerne sanken die Betriebskosten um 20 Prozent, die Token-Effizienz stieg um 15 Prozent. Bei Benchmarks zur allgemeinen Intelligenz verbesserte sich das Sol-Modell deutlich – von 13,3 auf 38,3 Prozent im ARC-AGI-3-Test.
Kostenloser Zugang für Forscher und neue Bildungsoffensive
Mit einem neuen Programm für akademische Forscher will OpenAI die Wissenschaft unterstützen: 100.000 Wissenschaftler, Mathematiker und Ingenieure an ausgewählten Institutionen erhalten kostenlosen Zugang zu den leistungsfähigsten Modellen. Den Anfang machen in diesem Sommer 10.000 Forscher, bis 2027 soll das Programm vollständig ausgerollt sein.
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Für den Unterricht entwickelte OpenAI gemeinsam mit Bildungsexperten einen „Studienmodus". Statt einfach Lösungen zu präsentieren, führt die KI Schüler und Studenten Schritt für Schritt durch Aufgaben – ein Ansatz, der verantwortungsvollen Umgang mit KI fördern soll, statt Denkprozesse zu ersetzen.
Partnerschaft mit Revolut und Milliarden-Investitionen
Im kommerziellen Bereich schließt OpenAI eine strategische Allianz mit dem Finanzdienstleister Revolut: Ab sofort ist „ChatGPT Go" in den Abo-Plänen des Fintech-Unternehmens enthalten. Kundinnen und Kunden der teureren Ultra- und Metal-Tarife erhalten zwölf Monate kostenlosen Zugang, bei Premium- und Standard-Abos gibt es kürzere Aktionszeiträume. Millionen von Privatkunden weltweit profitieren damit von GPT-5.6-Funktionen inklusive Bildgenerierung.
Der Zeitpunkt der Ankündigungen ist kein Zufall: Der Wettbewerb bei KI-gestützten Browser-Lösungen verschärft sich. Google kündigte am 30. Juli neue Chrome-Integrationen für seinen KI-Assistenten Gemini Spark an, der künftig mit angemeldeten Konten und gespeicherten Passwörtern eigenständig Aufgaben wie Terminvereinbarungen oder Flugrecherchen erledigen kann.
Finanzielle Erfolge trotz Preissenkungen
Die aggressive Preisstrategie scheint sich auszuzahlen. Finanzvorständin Sarah Friar meldete für Juli einen annualisierten wiederkehrenden Umsatz, der das gesamte zweite Quartal übertraf. Als Wachstumstreiber gelten die Verbreitung von GPT-5.6, das Produkt ChatGPT Work und die Entwicklerplattform Codex.
Für die Zukunft plant OpenAI offenbar Großes: Mit dem Chiphersteller Nvidia verhandelt das Unternehmen über eine Infrastruktur-Absicherung im Volumen von 250 Milliarden Dollar für ein Rechenzentrum mit zehn Gigawatt Kapazität. Ein klares Signal, dass der KI-Wettlauf um Infrastruktur und Marktanteile weitergeht – auch wenn die Preise für Endkunden sinken.
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